Minigolf in Salzburg
Drei Anlagen im Stadtgebiet, davon eine überdacht und eine im Freibad. Was sie kosten, worin sich Beton-, Eternit- und Filzbahnen unterscheiden und was es mit dem Pit-Pat neben dem Volksgarten auf sich hat.
Vier Anlagen im Stadtgebiet
Minigolf ist in Salzburg kein Massenangebot. Im Stadtgebiet lassen sich vier Anlagen belegen, und sie unterscheiden sich in fast jeder Hinsicht: eine überdacht und ganzjährig bespielbar, eine im Freibad und nur mit Badeticket, eine als klassische Freiluftanlage am Salzachufer - und eine, die nur in den Vereinslisten des Landesverbands auftaucht.
| Anlage | Adresse | Art | Kosten |
|---|---|---|---|
| Sport-Oase Salzburg | Münchner Bundesstraße 114 | 18 Loch, überdacht | ab 6,00 € je Spiel |
| Minigolf und Pit Pat Volksgarten | Ignaz-Rieder-Kai 1 | 18 Betonbahnen plus Pit-Pat | nicht belegt |
| Freibad Leopoldskron | Leopoldskronstraße 50 | im Bad, Freiluft | im Badeticket ab 3,70 € |
| Anlage Schmiedingerstraße | Schmiedingerstraße 177, Liefering | Betonbahnen, Vereinsanlage | derzeit unklar |
Sport-Oase: die Anlage für Regentage
Die 18-Loch-Anlage in der Sport-Oase an der Münchner Bundesstraße ist die einzige in Salzburg, die vom Wetter unabhängig ist. Sie liegt im selben Haus wie 18 klimatisierte Bowlingbahnen, Billard, Funautomaten und ein Kinderland - Minigolf ist hier also eher ein Teil eines Nachmittags als das ganze Programm.
Abgerechnet wird pro Spiel und Spieler, mit einem Abendaufschlag ab 17 Uhr:
| Kategorie | bis 17 Uhr | ab 17 Uhr |
|---|---|---|
| Erwachsene | 7,00 € | 9,00 € |
| Jugendliche bis einschließlich 13 Jahre | 6,00 € | 7,00 € |
| Vereinsgolfer | 8,00 € | 9,00 € |
Von Freitag bis Sonntag und an Feiertagen gelten ganztägig die Abendpreise - ein Samstagvormittag kostet also so viel wie ein Freitagabend. Die Öffnungszeiten drehen sich im Jahreslauf um: Von September bis Mai ist täglich ab 13 Uhr offen, geschlossen nur an Heiligabend und Silvester; von Juni bis August sind Montag und Dienstag geschlossen, Mittwoch bis Sonntag geht es ab 14 Uhr los. Eine Hausregel steht ausdrücklich auf der Minigolf-Seite der Sport-Oase: Junggesellenabschiede werden aus Rücksicht auf andere Gäste nicht gefeiert. Für mitgebrachte Spielausrüstung übernimmt das Haus keine Haftung.
Wer denselben Nachmittag mit Bowling verbinden will, findet die Bahnpreise im Beitrag zu Bowling und Kegeln in Salzburg.
Volksgarten: 18 Betonbahnen und ein zweites Spiel
Am Ignaz-Rieder-Kai 1, am Rand des Volksgartens, liegt die klassische Freiluftanlage der Stadt: 18 Betonbahnen, dazu eine Pit-Pat-Anlage und ein Kiosk. Gebucht werden kann sie über die Plattform Eversports.
Hier endet allerdings, was sich belegen lässt. Einen eigenen Internetauftritt des Betriebs gibt es nicht, und die Buchungsplattform ist für automatisierte Abfragen gesperrt. Öffnungszeiten, Saisonbeginn und Preise sind deshalb hier nicht angegeben - sie stehen auf der Buchungsseite und an der Anlage selbst. Auch die städtische Übersicht zum Volksgarten führt die Minigolfanlage nicht unter den Parkangeboten - sie zählt Beachvolleyball, Calisthenics, Boulderwand, Ballspielwiese, Soccer-Käfig, den rund 4.000 Quadratmeter großen Spielplatz und die 1.000 Quadratmeter große Sandfläche SalzBeach auf. Der Volksgarten selbst wurde 1898 anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz Joseph zum Park umgestaltet; die Umgestaltung mit Bürgerbeteiligung wurde 2022 fertiggestellt.
Leopoldskron: Minigolf im größten Freibad der Stadt
Das Freibad Leopoldskron, im Sprachgebrauch das Lepi, hat auf seinem Gelände eine Minigolfanlage. Sie ist im Badeticket enthalten, kostet also keinen Aufpreis - dafür braucht es überhaupt einen Eintritt. Die Einzelkarte für Erwachsene kostet 2026 6,20 Euro, ab 17 Uhr 3,70 Euro; ermäßigt zahlen Kinder und Jugendliche von 5 bis 18, Schüler, Lehrlinge und Studierende bis 24, Menschen mit Behinderung, Zivil- und Präsenzdiener sowie Pensionisten 3,70 Euro. Mit dem Salzburger Familienpass sind es 5,20 Euro pro Erwachsenem und 2,30 Euro pro Kind.
Das Bad ist mit 53.000 Quadratmetern Grundstücksfläche und fünf Becken mit 3.200 Quadratmetern Wasserfläche das größte der Stadt. Neben Minigolf gibt es Tischtennis, Billard und einen Beachvolleyballplatz. Geöffnet ist von 9 bis 19 Uhr, bei Schönwetter bis 20 Uhr; Kassaschluss ist eine Stunde vor Badeschluss. Erreichbar ist es mit den Linien 23 und 11, Haltestelle Freibad Leopoldskron, der Parkplatz ist gebührenpflichtig. Die Preisliste steht in der Übersicht der Stadt zum Freibad Leopoldskron.
Warum die Bahnen so unterschiedlich aussehen
Was umgangssprachlich Minigolf heißt, ist ein Sammelbegriff. Unter Bahnengolf fasst der Verband mehrere genormte Systeme zusammen, die sich in Material, Länge und sogar in der Frage unterscheiden, ob man die Bahn betreten darf. Der Wiener Bahnengolfverband beschreibt sie in seiner Systemübersicht so:
| System | Material | Bahnlänge | Betreten |
|---|---|---|---|
| Minigolf | Beton oder Naturstein | 17 Bahnen à 12 m plus Weitschlag über rund 25 m | erlaubt |
| Miniaturgolf | Eternit- oder Faserzementplatten | etwas über 6 m | verboten, die Platten brechen |
| Filzgolf | Filzbelag | bis 16 m, Endkreise sind Achtecke | je nach Bahn |
Praktisch heißt das: Wer die Betonbahnen aus dem Volksgarten kennt, steht auf einer Miniaturgolfanlage vor anderen Regeln - dort darf die Bahn nicht betreten werden, und einige Bahnen sind ausschließlich vom Abschlag zu spielen. Der Verband rät ausdrücklich, das vor der Runde beim Platzwart zu klären.
Minigolf ist in Österreich auch Wettkampfsport: In über 80 Vereinen wird es sportmäßig betrieben, und das offizielle Regelwerk des Fachverbandes umfasst über 100 Seiten.
Die vier Regeln, die für eine Runde reichen
- Jeder Schlag zählt als Punkt. Wer den Ball nach dem sechsten Schlag noch nicht im Loch hat, bekommt einen Zusatzpunkt: Für die Bahn werden 7 notiert. Mehr als 7 ist auf einer Bahn nicht möglich.
- Es gewinnt die geringste Gesamtpunktezahl nach allen 18 Bahnen.
- Die Grenzlinie entscheidet. Vom Abschlag wird so lange gespielt, bis der Ball die meist rote Grenzlinie hinter dem Hindernis überwunden hat. Danach wird er dort weitergespielt, wo er liegt. Rollt er wieder zurück, darf er auf die schwarze Ablegelinie gelegt werden.
- Springt der Ball nach der Grenzlinie aus der Bahn, wird er an der Stelle wieder eingelegt, an der er die Bahn verlassen hat - ohne Zusatzpunkt.
Bei maximal 7 Punkten pro Bahn liegt das denkbar schlechteste Ergebnis einer Runde bei 126 Punkten. Wer im Freundeskreis spielt, kann das als Orientierung nehmen: Alles unter 60 ist für Gelegenheitsspieler ein solider Wert.
Pit-Pat: Minigolf mit dem Queue
Die Anlage am Ignaz-Rieder-Kai hat neben den Betonbahnen ein zweites Spiel, das in Österreich selten ist. Pit-Pat ist eine Kombination aus Billard und Minigolf und heißt deshalb auch Hindernis-Billard. Gespielt wird auf 18 Tischen mit Hindernissen, mit einem Queue statt eines Schlägers.
Der Kniff liegt bei den Bällen: Es sind Hartgummibälle in verschiedenen Farben, und die Farbe steht für den Härtegrad. Jeder Ball ist einem farblich passenden Tisch zugeordnet - auf dem blauen Tisch wird mit dem blauen Ball gespielt, auf dem roten mit dem roten. Wer den falschen Ball stößt, verliert den Tisch.
Gezählt wird anders als beim Minigolf: Die Höchstzahl pro Tisch beträgt 6 Punkte, gespielt wird meist im K.-o.-System. Wer an einem Tisch die wenigsten Stöße braucht, gewinnt den Tisch; wer über die 18 Tische die meisten Tische für sich entscheidet, gewinnt die Partie. Verlässt der Ball den Tisch, geht es wieder vom Abstoßpunkt los. Die Regeln stehen ausführlich beim Pit-Pat-Verein Kulmberghof, einem der österreichischen Vereine dieser Sportart.
Die vierte Adresse: Schmiedingerstraße in Liefering
Der Landesverband führt eine weitere Anlage im Stadtgebiet, die in keinem Freizeitverzeichnis auftaucht: die Minigolfanlage in der Schmiedingerstraße 177 in Liefering, Heimanlage des 1. Salzburger Minigolf-Clubs Liefering. Geführt wird sie in den Vereinslisten des Salzburger Bahnengolf Sportverbands als System Minigolf, also als Betonanlage.
Wer dorthin fährt, sollte vorher anrufen. Auf der Website des Vereins steht: "Es gab einen Besitzerwechsel, die Anlage wird renoviert und ist momentan gesperrt." Ein Datum trägt dieser Hinweis nicht, und die Seite selbst weist einen Copyright-Vermerk aus dem Jahr 2013 auf - ob die Sperre noch gilt, lässt sich daraus nicht ableiten. Die Anlage liegt fußläufig zum Badesee Liefering und zum Grillplatz am Salzachsee, was sie zu einer naheliegenden Ergänzung eines Sommertags machen würde.
Der Verein, der in der Sport-Oase spielt
Ein Detail auf der Preisliste der Sport-Oase erklärt sich erst über den Verband: Warum gibt es dort einen eigenen Tarif für "Vereinsgolfer"? Weil die Halle an der Münchner Bundesstraße 114 die Heimanlage des Putter Teams Salzburg ist. Sowohl der Österreichische Minigolf Sport Verband als auch der Landesverband führen den Verein mit genau dieser Adresse und dem System Miniaturgolf-Halle.
Das ist zugleich die Antwort auf die Frage, welches System dort gespielt wird: Miniaturgolf, also die kürzeren Eternit-Bahnen - und damit jene Variante, bei der die Bahn nicht betreten werden darf. Wer aus dem Volksgarten kommt und die Betonbahnen gewohnt ist, spielt in der Sport-Oase also nach anderen Regeln.
Der Salzburger Bahnengolf Sportverband sitzt in Bischofshofen, seine Vereine verteilen sich über Werfen, Bischofshofen, Neumarkt am Wallersee, Liefering, Koppl und Abtenau. In Abtenau wird auf einer Filzgolfanlage gespielt, in Neumarkt am Campingplatz auf Beton, in Werfen auf Miniaturgolf - alle drei Systeme sind im Land also vertreten.
Wenn es größer sein soll
Die klassischen 18-Loch-Freiluftanlagen mit eigenem Platzwart liegen überwiegend im Land, nicht in der Stadt - von Werfen über Radstadt und Flachau bis Rauris und Mauterndorf. Für einen Nachmittag ohne Anfahrt bleibt es im Stadtgebiet bei den vier Adressen oben. Was sich sonst bei schlechtem Wetter ausgeht, steht bei Salzburg bei Regen; Ziele für Familien sammelt der Beitrag zu Salzburg mit Kindern.