Sie waren Metropoliten und Landesfürsten zugleich, durften als einzige in der katholischen Kirche eigene Bischöfe ohne Papst und Kaiser ernennen und wurden von zwei Dutzend adeligen Domherren gewählt. 1803 endete diese Doppelrolle in vier Schritten.
Vom Salzbergbau über das Fürsterzbistum bis zur Gegenwart.
Sie waren Metropoliten und Landesfürsten zugleich, durften als einzige in der katholischen Kirche eigene Bischöfe ohne Papst und Kaiser ernennen und wurden von zwei Dutzend adeligen Domherren gewählt. 1803 endete diese Doppelrolle in vier Schritten.
Zweitausend Jahre in einer Linie - vom römischen Munizipium über ein geistliches Fürstentum, das bis 1803 souverän war, bis zur Landeshauptstadt mit 158.562 Hauptwohnsitzen. Das Ende der Eigenstaatlichkeit brauchte allein sechzehn Jahre und fünf Etappen.
600 Quadratmeter Fenster, eine 58 Meter hohe Kuppel und ein durchgehend weißer Innenraum - bei den Zeitgenossen fiel der Bau als moderner Kasten durch. Elf Jahre lang wurde er zuletzt saniert, mit 30.000 Litern Kalkanstrich.
Am 31. Oktober 1731 erließ Fürsterzbischof Leopold Anton von Firmian das Emigrationspatent. Wer kein Haus besaß, hatte acht Tage Zeit. Über 20.000 Menschen verließen das Erzstift, rund ein Sechstel der Bevölkerung - im Winter, zu Fuß, viele ohne ihre Kinder.
Bis 987 wohnten die Salzburger Erzbischöfe im Kloster. Was danach entstand, war kein Palast, sondern ein Wirtschaftsbetrieb mit Getreidespeicher, Bäckerei und Brauerei - und ab dem 16. Jahrhundert der Sitz der Behörden eines souveränen Staates.
Im September 1945 standen für rund 110.000 Menschen 30.000 winterfeste Wohnräume zur Verfügung. Über 66.000 Displaced Persons lebten in mehr als fünfzehn Lagern im Stadtgebiet. Zehn Jahre später fuhr der letzte US-General um 14.15 Uhr ab.
Eingetragen ist nicht Salzburg, sondern das Historische Zentrum - 236 Hektar mit rund 1.000 Objekten, dazu 467 Hektar Pufferzone. Vorbereitet hat den Weg ein Landesgesetz von 1967, das erste seiner Art in Österreich.
Ausfergen, Naufergen, Lodenwalker, Kugelmüller, Feigenkaffee-Röster - und ein Beruf, den es nur in Salzburg gibt und der bis heute ausgeübt wird. 1878 hingen allein am Almkanal 63 Werke mit 353 registrierten Wasserrechten.
Fünfzehn Luftangriffe, über 9.000 Bomben, rund 550 Tote und 15.000 Obdachlose. Am 4. Mai 1945 verweigerte der Kampfkommandant den Verteidigungsbefehl - um 11.30 Uhr rollte der erste amerikanische Panzer über die Staatsbrücke.
Die erste Aufführung war eine Notlösung. Das Auftragswerk wurde nicht fertig, und für die Tribünen in der Felsenreitschule fehlte nach dem Krieg das Holz - also fragte Max Reinhardt beim Erzbischof an, ob er den Domplatz haben könne.
Dreizehn Tore und Türme sicherten die Altstadt, die meisten sind verschwunden. Was übrig ist, steht in der Denkmalliste des Bundesdenkmalamts - vom Klausentor am Ursulinenplatz bis zum Kumpfmüllertor in der Pfeifergasse.
Die Erzbischöfe verdankten ihren Reichtum nicht dem Bergwerk, sondern dem Fluss. Wer die Salzach kontrollierte, kontrollierte den Absatz der ganzen Region - und konnte der bayerischen Konkurrenz vorschreiben, wie viel sie ausführen durfte.
Sechs der eingemeindeten Dörfer stehen schon in den Güterverzeichnissen der Salzburger Kirche von 790/800. Andere Namen sind keltisch, romanisch oder das Ergebnis eines gelehrten Irrtums aus dem 18. Jahrhundert - so wie Maxglan.
Rund 70 Bauvorhaben in 25 Jahren, eine Lebensgefährtin mit fünfzehn Kindern und ein selbst verfasstes Traktat über den idealen Fürsten. Am Ende saß er fünf Jahre auf der Festung, die er selbst hatte ausbauen lassen.