Salzburger Festspiele 2026: Dirigent Blex wagt mutiges Programm
Der deutsche Dirigent Christian Blex hat am 17. August 2026 in der Felsenreitschule das Preisträgerkonzert des Herbert Von Karajan Young Conductors Award geleitet - mit einem bewusst anspruchsvollen Programm aus Zimmermann, Strauss und Tschaikowsky.
Der 31-jährige deutsche Dirigent Christian Blex hat am 17. August 2026 in der Felsenreitschule das Preisträgerkonzert des Herbert Von Karajan Young Conductors Award geleitet. Blex setzte sich im Sommer 2025 unter mehr als 290 Bewerberinnen und Bewerbern durch und erhielt als Erstpreisträger 15.000 Euro sowie die Einladung zu den Salzburger Festspielen 2026 - wo er nun das ORF Radio-Symphonieorchester Wien dirigierte.
Programm mit Haltung statt Publikumsgefälligkeit
Statt auf bewährte Repertoire-Klassiker zu setzen, wählte Blex ein dezidiert anspruchsvolles Programm: Den Auftakt bildete Bernd Alois Zimmermanns selten gespielte Orchesterskizze Stille und Umkehr, gefolgt von Richard Strauss' Lied Malven in der Bearbeitung für Sopran und Orchester von Wolfgang Rihm sowie den Vier letzten Liedern. Als Solistin war die Sopranistin Hanna-Elisabeth Müller zu erleben. Den Abschluss bildete Tschaikowskys selten aufgeführte Manfred-Sinfonie. Die Programmauswahl gilt als Signal eines Dirigenten, der inhaltliche Haltung über leichte Zugänglichkeit stellt.
Finalteilnehmer aus drei Ländern
Im Finale des Herbert Von Karajan Young Conductors Award 2025 setzte sich Blex gegen Jong-Jie Yin (China) und Jakub Przybycień (Polen) durch. Der Award wird von den Salzburger Festspielen in Kooperation mit dem Eliette Und Herbert Von Karajan Institut vergeben und von Rolex unterstützt. Er gilt als bedeutendes Karrierevehikel für aufstrebende Dirigentenpersönlichkeiten - frühere Preisträgerinnen und Preisträger wie Mirga Gražinytė-Tyla zählen heute zu den gefragtesten ihrer Generation.
Beeindruckende Karriere trotz jungen Alters
Blex ist derzeit Assistenzdirigent des Gustav Mahler Jugendorchesters und war Fellow der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker, wo er unter anderem Kirill Petrenko assistierte. Weitere Zusammenarbeiten verbanden ihn mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Gustavo Dudamel, Daniel Harding, Jakub Hrůša, Kent Nagano und Christian Thielemann sowie mit Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig und den Bamberger Symphonikern. Akademisch studierte Blex Philosophy, Politics And Economics an der Universität Warwick sowie Economics in Cambridge.
Salzburg als Karrieresprungbrett
Das YCA-Preisträgerkonzert ist eines der wenigen Festspielkonzerte, das explizit den internationalen Dirigenten-Nachwuchs auf die Bühne der Felsenreitschule bringt. Das Konzert wird aufgezeichnet und erscheint als CD in der Edition Salzburger Festspieldokumente - Blex' Salzburg-Debüt ist damit dauerhaft dokumentiert. Die Salzburger Festspiele 2026 laufen noch bis zum 30. August und umfassen insgesamt 171 Aufführungen an 19 Spielstätten über 45 Tage.