SALZBURG JOURNAL

Die Osterfestspiele Salzburg

Zehn Tage, ein einziges Orchester und Karten zwischen 10 und 570 Euro. Seit 2026 sind die Berliner Philharmoniker wieder Residenzorchester - und wer 2027 dabei sein will, hat bis 21. September 2026 Zeit für die Vorbestellung.

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Die Osterfestspiele Salzburg

Zehn Tage rund um Ostern, ein Orchester

Die Osterfestspiele Salzburg 2027 laufen von Samstag, 20., bis Montag, 29. März. Der Zeitraum ist keine Programmentscheidung, sondern eine Regel: Das Festival dauert immer zehn Tage, vom Samstag vor dem Palmsonntag bis einschließlich Ostermontag. Dass es 2027 im März liegt, hängt daran, dass der Ostersonntag auf den 28. März fällt.

Der Unterschied zu den Sommerfestspielen liegt im Aufbau. Wo im Sommer Dutzende Produktionen und Ensembles nebeneinander laufen, tragen die Osterfestspiele ein einziges Residenzorchester - und das sind seit 2026 wieder die Berliner Philharmoniker. Künstlerischer Leiter ist Nikolaus Bachler, Festival-Dirigent Kirill Petrenko. Zwei Wochen Programm gibt es hier nicht; es sind rund 20 Termine, viele davon Kammerkonzerte der Philharmoniker selbst.

TagProgramm 2027
Sa, 20. MärzDie Walküre, Premiere (Petrenko, Regie Kirill Serebrennikov), davor Matinee mit Nikolaus Bachler
So, 21. MärzChorkonzert I: Händel (Emmanuelle Haïm), Kammerkonzert I
Mo, 22. MärzOrchesterkonzert mit Martha Argerich (Lahav Shani), Kammerkonzert II, Late Night Concert
Di, 23. MärzAntigone, Tanz von Alan Lucien Øyen, Kammerkonzert III
Mi, 24. MärzChorkonzert II: Beethoven (Petrenko, Rundfunkchor Berlin), Kammerkonzerte IV und V
Do, 25. MärzDie Walküre, Kammerkonzert VI
Fr, 26. MärzOrchesterkonzert mit Lisa Batiashvili, Kammerkonzert VII, Claptone Symphonic
Sa, 27. MärzChorkonzert II: Beethoven
So, 28. März (Ostersonntag)Chorkonzert I: Händel
Mo, 29. März (Ostermontag)Die Walküre, davor Matinee

Ein Detail für alle, die schon gebucht haben: Beim Orchesterkonzert am 26. März gab es eine Programmänderung - statt Prokofjew steht Sibelius auf dem Programm, gespielt von Lisa Batiashvili.

Warum die Oper 2027 in der Felsenreitschule spielt

Die Osterfestspiele bespielen sieben Orte: Felsenreitschule, Großes Festspielhaus, Haus für Mozart, den Großen Saal der Stiftung Mozarteum, den Solitär der Universität Mozarteum, die SZENE Salzburg und die Fördererlounge. Für 2027 gibt es dabei eine Einschränkung, die der Veranstalter selbst benennt: Wegen der Bauarbeiten im Salzburger Festspielbezirk findet Die Walküre in der Felsenreitschule statt - und das begrenzt das Kartenangebot spürbar, weil die Felsenreitschule deutlich weniger Plätze hat als das Große Festspielhaus.

Praktisch heißt das: Wer die Oper sehen will, sollte früh und flexibel bestellen. Die Konzerte im Großen Festspielhaus sind davon nicht betroffen.

Was die Karten kosten

Die Preisstaffel für 2027 steht vollständig fest. Sie reicht von 10 Euro für eine Einführungsmatinee bis 570 Euro für den besten Platz bei der Opernpremiere.

Veranstaltung und OrtPreiskategorien in Euro
Die Walküre, Premiere (Felsenreitschule)570 / 470 / 310 / 230 / 170 / 100 / 25
Die Walküre, 25. und 29. März520 / 450 / 310 / 230 / 170 / 100 / 25
Stehplatz Oper55
Chorkonzerte (Großes Festspielhaus)250 / 210 / 160 / 110 / 80 / 60 / 40 / 30
Orchesterkonzerte (Großes Festspielhaus)240 / 200 / 150 / 100 / 70 / 50 / 30 / 20
Sichteingeschränkte Plätze, Orchester- und Chorkonzert30
Antigone, Tanz (Haus für Mozart)105 / 85 / 65 / 55 / 45 / 35 / 25 / 15 / 10, Stehplatz 20
Abonnement I (Oper, Chorkonzert I, Orchesterkonzert, Tanz, Chorkonzert II)1.415 / 1.175 / 845 / 605 / 445 / 305, sichteingeschränkt 165
Abonnement II (Orchesterkonzert, beide Chorkonzerte, Oper)1.260 / 1.070 / 780 / 550 / 400 / 270, sichteingeschränkt 145
Matinee zu Die Walküre (20. März Mozarteum, 29. März Solitär)10

Zwei Zahlen aus dieser Tabelle sind für Salzburgerinnen und Salzburger die interessantesten: Der Stehplatz bei der Oper kostet 55 Euro, ein sichteingeschränkter Platz beim Orchester- oder Chorkonzert 30 Euro, und der günstigste reguläre Sitzplatz beim Orchesterkonzert liegt bei 20 Euro. Für ein Konzert der Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko ist das eine ungewöhnlich niedrige Einstiegsschwelle.

Der Kartenkalender: der Stichtag liegt im September

Der Verkauf läuft anders als bei den Sommerfestspielen und deutlich früher. Für 2027 gilt:

  • Vorbestellschluss: 21. September 2026. Bis dahin lassen sich über das Formular auf der Festivalseite Vorstellungen, Anzahl, Preiskategorie und auf Wunsch Alternativtermine und Alternativkategorien angeben.
  • Förderer und Circle-Mitglieder werden bevorzugt behandelt. Die bevorzugte Zuteilung für Abonnements lief von Anfang Mai bis Ende September 2026. Der Verein der Förderer bietet für junge Mitglieder bis 35 Jahre einen stark reduzierten Beitrag.
  • Ab 1. Oktober 2026 gibt es das ermäßigte Wahlpaket, ab 2. November 2026 die Karten für unter 27-Jährige.

Das Kartenbüro der Osterfestspiele sitzt in der Wiener-Philharmoniker-Gasse 3, also an derselben Adresse wie jenes der Sommerfestspiele - die beiden Festivals sind trotzdem getrennte Veranstalter mit getrennten Karten. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 9:00 bis 13:00 Uhr, während des Festivals täglich ab 9:00 Uhr bis eine Stunde vor Vorstellungsbeginn. Telefon: +43 662 8045-361.

Wie es deutlich günstiger geht

Fünf Wege senken den Preis, und drei davon sind an ein Datum gebunden:

  • Abo to go. Ein Dreierpaket aus Die Walküre am 25. März, Orchesterkonzert am 26. und Chorkonzert I am 27. März zu 30 Prozent reduzierten Preisen: Kategorie III kostet 430 statt 620 Euro, Kategorie IV 305 statt 440, Kategorie V 220 statt 320. Der Haken: Es gibt das Paket erst ab 1. Oktober 2026 und ausschließlich am Schalter des Kartenbüros, eine Vorbestellung ist nicht möglich, maximal zwei Abos pro Person.
  • Unter 27. Ab 2. November 2026 stellen die Osterfestspiele ein exklusives Kontingent vergünstigter Karten für Jugendliche und junge Erwachsene unter 27 bereit - abgewickelt über die Ticket-Gretchen-App, also nicht über das Kartenbüro.
  • Ö1 Club. 10 Prozent auf Orchesterkonzert, Chorkonzert I und die Kammerkonzerte.
  • European Youth Card Austria und S-Pass. 10 Prozent auf Orchesterkonzert, Chorkonzert I und Tanz.
  • Aktiv:Karte der Stadt Salzburg. Ein begrenztes Kontingent stark vergünstigter Tickets; welche Vorstellungen dazugehören, wird erst 2027 bekanntgegeben.

Wer gar nichts ausgeben will außer zehn Euro: Die Einführungsmatineen zu Die Walküre am 20. März im Großen Saal der Stiftung Mozarteum und am 29. März im Solitär kosten je 10 Euro, moderiert von Nikolaus Bachler selbst.

Von Karajan bis Petrenko

Gegründet wurden die Osterfestspiele 1967 von Herbert von Karajan, und die Idee dahinter war exklusiv gedacht: Salzburg sollte der einzige Ort der Welt sein, an dem die Berliner Philharmoniker im Orchestergraben eine szenische Opernproduktion spielen. Diese Konstellation hielt bis 2012.

Danach wechselte die Leitung mehrfach. Nach Karajans Tod 1989 und zwei Jahren Interregnum übernahm Sir Georg Solti 1992 und 1993, ab 1994 Claudio Abbado, der die Kammermusikreihe Kontrapunkte gründete, und von 2003 bis 2012 Sir Simon Rattle. Mit dem Wechsel der Berliner Philharmoniker nach Baden-Baden begann 2013 eine neue Phase: Christian Thielemann leitete das Festival bis 2022, Residenzorchester war die Sächsische Staatskapelle Dresden.

Seit 2023 führt Nikolaus Bachler das Festival und hat es neu ausgerichtet: Zum klassischen Programm kamen die Sparten Tanz und elektronische Musik dazu, und bis 2025 war jedes Jahr ein anderes Spitzenorchester zu Gast - 2023 das Gewandhausorchester Leipzig mit Andris Nelsons, 2024 die Accademia Nazionale di Santa Cecilia mit Sir Antonio Pappano, 2025 gleich drei Orchester und vier Dirigierende. Seit 2026 gibt es wieder ein permanentes Residenzorchester, und es sind erneut die Berliner Philharmoniker. Die Chronik steht bei den Osterfestspielen Salzburg selbst.

Anreise und Abgrenzung

Alle Spielstätten außer der SZENE liegen im Festspielbezirk oder wenige Gehminuten davon entfernt. Seit 1. Juli 2026 ist die Altstadt nur mehr in Ausnahmefällen mit dem Auto befahrbar; die Garagen und Tarife stehen beim Parken in Salzburg, die Anfahrtswege bei der Anreise nach Salzburg, die Öffi-Preise bei den Öffis in Salzburg. Der Bahnhof liegt rund 20 Gehminuten vom Festspielbezirk entfernt.

Zum Schluss die Abgrenzung, die in Salzburg regelmäßig für Verwirrung sorgt: Die Osterfestspiele im März sind ein eigenständiges Festival mit eigenem Veranstalter, eigenem Kartenbüro und eigenem Programm. Sie haben mit den Salzburger Festspielen im Sommer und zu Pfingsten nur die Spielstätten gemeinsam - und mit der Mozartwoche im Jänner gar nichts außer der Stadt. Wer eine Karte für eines der drei Festivals hat, hat damit keinen Zugang zu den anderen.

Alle Angaben Stand August 2026 und bezogen auf die Osterfestspiele Salzburg von 20. bis 29. März 2027. Preise, Termine und Fristen stammen von den Osterfestspielen Salzburg; das Kartenkontingent der Aktiv:Karte und die dafür freigegebenen Vorstellungen standen zum Zeitpunkt der Recherche noch nicht fest.

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