SALZBURG JOURNAL

Öffis in Salzburg: Obus, Bus, S-Bahn und Tickets

Salzburg fährt Obus, nicht Straßenbahn. Einzelfahrt 2,50 Euro, 24-Stunden-Karte 5,20 Euro, KlimaTicket 399 Euro - und im Fahrzeug gibt es seit Oktober 2025 keine Tickets mehr. Alle Preise Stand 1. Jänner 2026.

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Öffis in Salzburg: Obus, Bus, S-Bahn und Tickets

Obus statt Straßenbahn

Wer in Salzburg nach der Straßenbahn fragt, bekommt einen verwunderten Blick. Die Stadt fährt Obus - Trolleybus, mit Stromabnehmerstangen an Oberleitungen, ohne Schienen. Betreiberin ist die Salzburg AG, dazu kommen die Albus-Linien und die S-Bahn des Salzburger Verkehrsverbunds. Wer aus Wien, Graz oder Linz kommt und „Bim" sagt, meint hier nichts, was existiert.

Die wichtigste praktische Änderung der letzten Jahre betrifft nicht die Linien, sondern den Ticketkauf: Seit dem 1. Oktober 2025 verkaufen Obus und die meisten Albus-Linien keine Fahrscheine mehr im Fahrzeug. Wer ohne Ticket einsteigt, hat keine Möglichkeit mehr, das an Bord zu korrigieren. Das ist der Punkt, an dem Zugereiste und Gäste am häufigsten scheitern.

Was eine Fahrt kostet

Die folgenden Preise gelten laut Tarifübersicht der Salzburg AG ab 1. Jänner 2026 für die Kernzone Salzburg, also das Stadtgebiet mit den Obus- und Stadtbuslinien. Gegenüber dem Vorjahr sind die Tarife im Schnitt um 4,35 Prozent gestiegen.

TicketVollpreisSenioren ab 65Jugend unter 19
Einzelfahrt Kernzone2,50 €2,00 €1,80 €
24-Stunden-Karte5,20 €4,10 €3,60 €
myRegio Woche23,00 €--
myRegio Monat71,00 €--
Wochenendticket28,00 €--
Ferienticket19,00 €--

Die Rechnung ist einfach: Ab der dritten Fahrt an einem Tag ist die 24-Stunden-Karte billiger als Einzelfahrten. Zwei Einzelfahrten kosten 5,00 Euro, die Tageskarte 5,20 Euro - wer nur hin und zurück fährt, spart mit Einzelfahrten zwanzig Cent. Wer dazwischen noch einmal umsteigt und dabei die Fahrtunterbrechung überschreitet, hat mit der Tageskarte gewonnen.

Das KlimaTicket Salzburg

Für alle, die regelmäßig fahren, ist das KlimaTicket Salzburg des Salzburger Verkehrsverbunds die relevante Rechengröße. Sie gilt 365 Tage im gesamten Bundesland Salzburg und schließt Freilassing jenseits der deutschen Grenze mit ein - für Pendler aus dem bayerischen Grenzgebiet ein wichtiges Detail. Abgedeckt sind Busse, Obusse und Regionalzüge.

VariantePreis pro JahrFür wen
CLASSIC399 €alle
CLASSIC PLUS499 ۟bertragbar, mit Wochenend-Begleitung
U26299 €unter 26 Jahren
SENIOR / EDELWEISS299 €ab 65 Jahren
SPEZIAL299 €ab 70 Prozent Behinderungsgrad
SEMESTER170 € pro SemesterStudierende

Das CLASSIC rechnet sich gegenüber der Monatskarte schnell: Zwölf myRegio-Monatskarten kosten 852 Euro, das KlimaTicket CLASSIC 399 Euro - und gilt dabei nicht nur in der Stadt, sondern im ganzen Land. Wer mehr als sechs Monate im Jahr fährt, macht mit der Jahreskarte den besseren Schnitt.

Die 100 Euro Aufpreis für CLASSIC PLUS kaufen zwei Dinge: Die Karte ist übertragbar, kann also von wechselnden Personen im Haushalt genutzt werden, und am Wochenende darf eine Begleitperson mit. Für Familien mit einem Auto und wechselnden Fahrern ist das die interessantere Variante.

Kinder unter 15 Jahren fahren mit gültigem Familienpass gratis mit, ein Hund und ein Fahrrad in den Regionalzügen ebenfalls.

Wo Sie Tickets bekommen

Seit der Verkauf im Fahrzeug entfallen ist, bleiben vier Wege:

  • Rund 100 Trafiken im Stadtgebiet
  • 40 Ticketautomaten an häufig genutzten Haltestellen, weitere kamen bis Ende 2025 dazu
  • ÖBB-Automaten an den S-Bahn-Stationen
  • Die Apps SalzburgMobil, Salzburg Verkehr und ÖBB

Fünf Albus-Linien verkaufen weiterhin an Bord, und zwar die Verbindungen nach Freilassing, Hallein, zum Europark, auf den Gaisberg und nach Berchtesgaden. Das sind genau die Strecken, auf denen viele Gelegenheitsfahrer und Ausflügler unterwegs sind - wer dort einsteigt, kommt auch ohne Vorbereitung durch. Auf allen anderen Linien nicht.

Für Gäste ist die App der pragmatischste Weg, weil sie keine Trafik zu Öffnungszeiten braucht. Wer am Sonntagmorgen ohne Ticket an einer Haltestelle ohne Automat steht, hat sonst ein Problem. Die Einzelfahrkarten-Übersicht des Verkehrsverbunds listet die aktuellen Zonen und Preise.

Kernzone, Regionalzonen und der Zonenzuschlag

Der häufigste Stolperstein im Salzburger Tarifsystem ist die Zoneneinteilung. Die Kernzone deckt das Stadtgebiet ab; die 24-Stunden-Karte dafür gilt exakt 24 Stunden ab der Entwertung, nicht bis Betriebsschluss. Der Verkehrsverbund rechnet das minutengenau vor: Wer mittwochs um 13:17 Uhr entwertet, kann bis donnerstags 13:16 Uhr fahren.

Darüber liegen die Regionalzonen 1 bis 21 und mehr. Die Regional-Tageskarten gelten anders als die Kernzonenkarte nicht 24 Stunden, sondern bis 3:00 Uhr des Folgetags - für einen späten Heimweg aus dem Umland ist das der wichtigere Wert. Preislich reichen sie laut Tageskarten-Übersicht des Verkehrsverbunds von 5,20 Euro für eine Zone bis 42,00 Euro für die Zonen 21 bis 41.

Eine gute Nachricht für alle, die aus der Stadt hinausfahren: Ein Kernzonenzuschlag ist nicht nötig. Seit 1. Jänner 2020 deckt ein Regionalticket, das in der Stadt Salzburg beginnt, die Kernzone mit ab - man braucht also nicht zwei Fahrscheine. Wer den genauen Preis für eine bestimmte Strecke braucht, kommt an der Fahrplanauskunft des Verbunds nicht vorbei, weil sich der Tarif aus Start- und Zielpunkt errechnet.

Für die Seniorentarife gilt eine Bedingung, die leicht übersehen wird: Sie setzen eine ÖBB-Vorteilscard voraus. Ohne die Karte zahlt man auch mit 70 den Vollpreis.

Der Gaisberg und die Ausflugslinien

Zwei Ziele im Umland sind mit dem regulären Netz erreichbar und für Besucher interessant. Der Gaisberg wird von einer der fünf Albus-Linien angefahren, die noch Tickets im Fahrzeug verkaufen - eine Bergfahrt ohne eigenes Auto ist damit möglich. Und die Linie nach Berchtesgaden führt über die Grenze nach Bayern, ist also die einfachste Möglichkeit, ohne Auto ins Berchtesgadener Land zu kommen.

Wichtig zur Grenze: Nur Freilassing ist in den Tarif des Verkehrsverbunds und ins KlimaTicket eingeschlossen. Für weiter reichende Fahrten nach Bayern gelten andere Bedingungen - hier lohnt der Blick auf die konkrete Verbindung vor der Fahrt.

Was Zugereiste am häufigsten falsch machen

Drei Dinge kosten in Salzburg regelmäßig Geld oder Zeit:

Erstens der Ticketkauf im Fahrzeug. Er ist seit Oktober 2025 Geschichte, außer auf den fünf genannten Albus-Linien. Wer aus einer Stadt kommt, in der der Fahrer noch verkauft, steigt hier ohne Fahrschein ein.

Zweitens die Verwechslung von Kernzone und Region. Die Preise oben gelten für die Kernzone Salzburg, also das Stadtgebiet. Sobald die Fahrt in die Umlandgemeinden geht, gilt der Regionaltarif und der Fahrschein für die Kernzone reicht nicht. Wer nach Anif, Wals oder Hallein fährt, braucht ein anderes Ticket.

Drittens die Annahme, Salzburg habe eine Straßenbahn. Es gibt keine. Wer im Fahrplan nach Tramlinien sucht, findet Obus- und Buslinien, und die Nummern sind andere als in den Vergleichsstädten.

Rechenbeispiele

Zwei Tage Städtereise, viel unterwegs: Zwei 24-Stunden-Karten kosten 10,40 Euro. Das ist günstiger als sechs Einzelfahrten (15,00 Euro) und deckt beliebig viele Fahrten ab.

Eine Woche als Praktikant, zweimal täglich: Zehn Einzelfahrten kosten 25,00 Euro, die myRegio-Wochenkarte 23,00 Euro. Die Wochenkarte gewinnt knapp - und deutlich, sobald am Wochenende noch Fahrten dazukommen.

Ein Jahr Pendeln innerhalb der Stadt: Zwölf Monatskarten kosten 852 Euro, das KlimaTicket CLASSIC 399 Euro. Es gibt keine Konstellation, in der die Monatskarte über ein ganzes Jahr die bessere Wahl ist.

Studierende: Zwei Semestertickets kosten zusammen 340 Euro, das U26-KlimaTicket 299 Euro für zwölf Monate. Wer ein ganzes Studienjahr in Salzburg bleibt, fährt mit dem U26 um 41 Euro günstiger und hat dazu die Sommermonate abgedeckt. Das Semesterticket zu 170 Euro rechnet sich nur für ein einzelnes Semester, etwa im Austauschjahr.

Alle Preise Stand 1. Jänner 2026 nach Angaben der Salzburg AG und des Salzburger Verkehrsverbunds. Tarife werden jährlich angepasst - vor dem Kauf einer Jahreskarte lohnt der aktuelle Stand.

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