Kindergartenbus Salzburg: Land verdoppelt Förderung
Die Salzburger Landesregierung sichert die Finanzierung der Kindergartenbusse für 2027 und 2028: Pro Jahr stellt das Land eine Million Euro bereit - doppelt so viel wie bisher. Davon profitieren 91 Gemeinden, vor allem im Innergebirg.
Die Salzburger Landesregierung hat die Finanzierung der Kindergartenbusse für die Jahre 2027 und 2028 beschlossen. Das Land stellt dabei jährlich eine Million Euro bereit - mehr als doppelt so viel wie die frühere Förderung von etwas mehr als einer halben Million Euro pro Jahr. Davon profitieren 91 von 119 Salzburger Gemeinden.
Drittelfinanzierung wird wieder hergestellt
Die Kosten für die Kindergartenbusse werden künftig erneut zu je einem Drittel von Gemeinden, Eltern und dem Land getragen. Dieses Modell war seit Beginn des Jahres 2026 ausgesetzt, nachdem die damalige Familienreferentin und heutige Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) die Landesförderung gestrichen hatte. Svazek hatte den Schritt unter anderem mit einer zu komplizierten Abrechnung zwischen Gemeinden und Betreibern begründet. Die Folge: Eltern mussten seither zwei Drittel der Transportkosten selbst tragen.
Mittel aus Verstärkungsfonds des Ressorts
Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) erklärte, die benötigten Mittel würden aus Verstärkungsmitteln ihres Ressorts stammen - also aus Budgetreserven, die für besondere Fälle vorgesehen sind, und nicht aus dem Gemeindeausgleichsfonds. Edtstadler betonte: „Eine gute Kinderbetreuung und ein verlässlicher Kindergartenbus sind wesentliche Voraussetzungen für die Lebensqualität von Familien und für die Zukunft unserer Gemeinden."
Der Beschluss fällt in eine Phase erheblichen Spardrucks: Für 2027 plant die Landesregierung einen Stabilitätspakt, der eine maximale Neuverschuldung von rund 270 Millionen Euro vorsieht. Svazek kritisierte das Vorgehen dennoch - nicht inhaltlich, sondern formal. Sie bezeichnete den Zeitpunkt kurz vor der Budgetklausur als „fragwürdigen Stil".
Druck vom Salzburger Gemeindetag
Auslöser der Kehrtwende war ein parteiübergreifender Vorstoß von Ortschefs beim Salzburger Gemeindetag Anfang Oktober 2026. Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem ganzen Land hatten die Landeshauptfrau direkt auf die Lage der betroffenen Gemeinden und Familien angesprochen.
Besondere Bedeutung für das Innergebirg
Die Kindergartenbusse sind vor allem für Gemeinden im Salzburger Innergebirg unverzichtbar. In ländlichen und strukturschwachen Regionen fehlen oft Alternativen zum organisierten Transport, sodass viele Familien ohne das Busangebot erhebliche Schwierigkeiten hätten, ihre Kinder zur Betreuungseinrichtung zu bringen. Seit Jahresbeginn 2026 hatten die meisten betroffenen Kommunen den weggefallenen Landesanteil nicht aus eigener Kraft kompensieren können.
Mit der nun beschlossenen Wiedereinführung werden Familien und Gemeinden ab 2027 unmittelbar entlastet. Ob die Förderung nach 2028 weitergeführt wird, ist derzeit offen - das Land hat zunächst eine Laufzeit von zwei Jahren festgelegt.