Salzburger Sportlegenden
Zwei Doppel-Olympiasieger, eine Gesamtweltcupsiegerin mit drei Kreuzbandrissen und ein Weltrekord über 253,5 Meter. Acht Lebensläufe aus dem Land Salzburg, in denen sich erklärt, warum die Sportgeschichte hier im Schnee geschrieben wird.
Acht Karrieren aus einem Bundesland
Die bekanntesten Sportlerinnen und Sportler aus dem Land Salzburg kommen fast alle aus denselben drei Gauen - Pongau, Tennengau und Pinzgau - und fast alle aus dem Winter. Das ist keine Zufallsverteilung: Wo Lifte, Sprungschanzen und Loipen zur Infrastruktur gehören wie anderswo Fußballplätze, entstehen Karrieren früh und in Serie.
Die folgenden acht Lebensläufe sind alle über den Österreichischen Skiverband beziehungsweise das Österreichische Olympische Comité belegt. Vier der Genannten haben ihre Karriere beendet, vier stehen weiterhin im Nationalteam.
Auffällig ist auch, wie eng die Orte beieinanderliegen. Belegte Geburtsorte sind Hallein - gleich zweimal - und Abtenau im Tennengau; die Vereine der aktiven Athletinnen und Athleten sitzen in Schwarzach, Radstadt, St. Johann und Niedernsill, also in Pongau und Pinzgau. In der Stadt Salzburg selbst ist keine dieser Karrieren entstanden.
Kennen Sie eine Salzburger Sportlerin oder einen Sportler, der hier fehlt? Schreiben Sie uns eine Mail an redaktion@salzburgjournal.at.
Hermann Maier
Geboren am 7. Dezember 1972, Ski alpin. Kein Salzburger Sportlerleben ist so oft erzählt worden, und der Grund dafür ist ein Sturz. Am 13. Februar 1998 hob Maier in der olympischen Abfahrt von Nagano nach 17,7 Sekunden an einer Kante ab, flog 1,7 Sekunden und 39,8 Meter durch die Luft und blieb nach mehreren Überschlägen im Tiefschnee liegen. Drei Tage später gewann er Gold im Super-G, drei Tage darauf Gold im Riesenslalom.
Der Weg dorthin verlief gegen jede Förderlogik: Als Jugendlicher galt er wegen Morbus Osgood-Schlatter für alle Nachwuchskader als zu schwach, brach mit 15 die Skihandelsschule ab und arbeitete als Maurer, ehe er mit 21 nach Erfolgen auf FIS- und Europacup-Ebene als staatlich geprüfter Skilehrer in den Rennsport zurückkehrte. 2001 hätte ein schwerer Motorradunfall die Karriere beenden können - nach einem offenen Unterschenkelbruch entging er nur knapp einer Amputation. 522 Tage nach der Diagnose gewann er im Jänner 2003 den Super-G in Kitzbühel, seinen 42. Weltcupsieg.
Die Bilanz: vier olympische Medaillen - zweimal Gold in Nagano 1998, Silber im Super-G und Bronze im Riesenslalom in Turin 2006 -, dazu 53 Weltcupsiege, drei Weltmeistertitel und vier Gesamtweltcupsiege. Am 13. Jänner 2009 beendete er in Wien seine Laufbahn. Sein Profil beim Österreichischen Olympischen Comité führt die Medaillen im Detail.
Marcel Hirscher
Geboren am 2. März 1989 in Hallein, Ski alpin, Sohn zweier Skilehrer. International auffällig wurde er 2004 mit 15 Jahren, ab der Saison 2011/12 dominierte er den Weltcup über Jahre.
Die Zahlen sind in dieser Dichte einzigartig: 67 Weltcupsiege, acht Gesamtweltcupsiege in Folge, fünf Weltmeistertitel in Einzelbewerben, dazu je sechs kleine Kristallkugeln in Slalom und Riesenslalom. Bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang gewann er zweimal Gold, in der Kombination und im Riesenslalom; er startete dort außerdem im Slalom. Zuvor war er bereits in Vancouver 2010 und Sotschi 2014 angetreten.
2019 beendete Hirscher seine Karriere - auf dem Höhepunkt und nicht nach einem Leistungsabfall, was in dieser Sportart selten ist. Sein Eintrag im Team Austria listet die Bewerbe der drei Olympiateilnahmen.
Anna Veith
Geboren am 18. Juni 1989 in Hallein, Ski alpin. Ihre Karriere ist die Geschichte zweier Kurven: erst der steile Aufstieg, dann eine Serie von Knieverletzungen, gegen die sie dreimal zurückkam.
Der Höhepunkt liegt in Sotschi 2014: Gold im Super-G und Silber im Riesenslalom bei denselben Spielen. 2015 holte sie den Gesamtweltcup und zwei Weltmeistertitel; bis dahin standen 15 Weltcupsiege und Medaillen bei drei Weltmeisterschaften zu Buche. In Pyeongchang 2018 kam Silber im Super-G dazu - Gold fehlte um Hundertstelsekunden auf Ester Ledecká.
Nach dem dritten Kreuzbandriss innerhalb von vier Jahren beendete Veith kurz vor ihrem 31. Geburtstag die Karriere. Abseits der Piste trat sie für gleiche Rechte von Sportlerinnen in ihrer Disziplin ein. Die Medaillen stehen in ihrem Team-Austria-Profil.
Alexandra Meissnitzer
Geboren am 18. Juni 1973 in Abtenau im Lammertal, Ski alpin. Sie startete bei vier Olympischen Winterspielen zwischen 1994 und 2006 - eine Spanne, die in dieser Sportart kaum jemand erreicht.
In Nagano 1998 gewann sie Silber im Riesenslalom und Bronze im Super-G, in Turin 2006 kam Bronze im Super-G dazu; in der Abfahrt wurde sie dort Achte. Ihr stärkstes Jahr war 1999: Bei der Weltmeisterschaft in Vail holte sie zwei Goldmedaillen, im Super-G und im Riesenslalom, und in derselben Saison den Gesamtweltcup mit acht Rennsiegen. 2003 folgte WM-Silber in der Abfahrt in St. Moritz.
2008 beendete sie die Karriere und arbeitet seither als Fernsehexpertin für Ski alpin - unter anderem führte sie 2020 jenes Interview, in dem Anna Veith ihren Rücktritt bekannt gab. Ihr Profil führt alle Platzierungen.
Stefan Kraft
Geboren am 13. Mai 1993, Skispringen, Verein SV Schwarzach, Landesverband Salzburg. Er ist der einzige der sieben, der einen Weltrekord hält: Seit dem 18. März 2017 steht sein Skiflug über 253,5 Meter als Bestmarke.
Kraft gewann in den Saisonen 2016/17 und 2019/20 jeweils den Gesamtweltcup und die Skiflug-Wertung. 2017 wurde er in Lahti Doppelweltmeister von der Normal- und der Großschanze, dazu kommen sieben weitere WM-Medaillen. Die Vierschanzentournee entschied er in der Saison 2014/15 für sich. Bei den Olympischen Spielen 2022 in Peking wurde er Olympiasieger im Teambewerb von der Großschanze.
Er gehört weiterhin dem Nationalteam an; zuletzt gewann er am 28. März 2026 den Teambewerb im Skifliegen in Planica. Der aktuelle Stand steht in seinem Athletenprofil bei Ski Austria.
Teresa Stadlober
Geboren am 1. Februar 1993, Langlauf, Verein SC Sparkasse Radstadt, Landesverband Salzburg. Sie ist die erfolgreichste Salzburger Athletin außerhalb der alpinen Disziplinen und bestreitet mit den Langdistanzen jene Bewerbe, in denen Österreich international selten vorne liegt.
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina lief sie auf Rang sechs über 50 Kilometer, Rang sieben über 10 Kilometer und Rang neun im Skiathlon. Im Weltcup derselben Saison standen unter anderem ein fünfter Platz über 30 Kilometer in Lake Placid und ein zehnter Platz über 10 Kilometer in Lahti zu Buche. Sie gehört dem Nationalteam an; die laufenden Ergebnisse führt ihr Athletenprofil.
Andreas Prommegger
Geboren am 10. November 1980, Snowboard, Verein WSV St. Johann im Pongau, Landesverband Salzburg. Er ist der Langzeitfall dieser Aufstellung: ein Athlet, der im Weltcup-Parallelbewerb noch startet, während viele seines Jahrgangs längst Funktionäre sind.
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina belegte er im Parallel-Riesenslalom Rang acht - mit 45 Jahren. Er gehört weiterhin dem Nationalteam an und trainiert in der Weltcup-Gruppe Parallel. Die Details stehen in seinem Athletenprofil.
Stefan Brennsteiner
Geboren am 3. Oktober 1991, Ski alpin, Verein SC Niedernsill im Pinzgau, Landesverband Salzburg. Er ist der aktuelle Salzburger Riesenslalomspezialist im Nationalteam und derjenige unter den aktiven Athleten, dessen Karriere am spätesten Fahrt aufnahm.
Sein bislang stärkstes Ergebnis gelang ihm am 28. November 2025 mit dem Sieg im Weltcup-Riesenslalom von Copper Mountain. In derselben Saison folgten dritte Plätze in Alta Badia und Kranjska Gora, bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand und Cortina wurde er Achter. Er trainiert in der Weltcupgruppe 3; die laufenden Ergebnisse führt sein Athletenprofil bei Ski Austria.
Der Verband hinter den Karrieren
Dass sieben derart unterschiedliche Laufbahnen aus einem Bundesland mit rund 160.000 Einwohnern in der Landeshauptstadt kommen, hat eine organisatorische Grundlage. Der Salzburger Landes-Skiverband deckt acht Sparten gleichzeitig ab: Ski alpin, Langlauf, Biathlon, Nordische Kombination, Sprunglauf, Snowboard, Skibergsteigen und den Parasport. Genau diese Breite erklärt, warum in derselben Aufstellung ein Skiflieger, eine Langläuferin und ein Snowboarder stehen.
Der Verband führt über 200 Athletinnen und Athleten in seinen Kadern, von Kindergruppen der Jahrgänge ab 2010 bis zu Nationalteammitgliedern. Die Vereine verteilen sich über das ganze Land - unter den Klubs der hier genannten Sportlerinnen und Sportler sind der SV Schwarzach, der SC Sparkasse Radstadt und der WSV St. Johann im Pongau. Sein Büro hat der Verband bezeichnenderweise nicht im Gebirge, sondern in der Red Bull Arena in Wals-Siezenheim, Oberst-Lepperdinger-Straße 21. Die Kaderlisten und die Vereinsübersicht führt der Salzburger Landes-Skiverband selbst.
Was in der Stadt selbst gespielt wird
Die Landeshauptstadt steuert zur Salzburger Sportgeschichte weniger Einzelsportler als Vereine bei - und die spielen in zwei Ligen ganz oben mit.
Der FC Red Bull Salzburg tritt in der ADMIRAL Bundesliga an und trägt seine Heimspiele in der Red Bull Arena aus, dem mit 30.188 Plätzen größten Fußballstadion Österreichs. Zehn Meistertitel in Folge zwischen 2013/14 und 2022/23 sind Ligarekord; die Titelliste führt die Österreichische Fußball-Bundesliga. Der EC Red Bull Salzburg spielt in der ICE Hockey League und trägt seine Partien in der Eisarena Salzburg im Volksgarten aus - dieselbe Anlage, auf der der Publikumslauf stattfindet, nachzulesen beim Eislaufen in Salzburg. Der Klub hält zwölf österreichische Meistertitel, den letzten 2025; die aktuelle Tabelle führt die ICE Hockey League.
Dazu kommt der SV Austria Salzburg, der nach dem Aufstieg aus der Regionalliga 2024/25 in der Saison 2025/26 in der 2. Liga spielte. Seine Heimstätte ist das Austria-Salzburg-Stadion in der Eichetstraße 29-31 in Maxglan, ursprünglich 1999 als ASKÖ-Sportanlage West errichtet; der Verein trägt dort seit Sommer 2007 seine Spiele aus. Beim Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse wurde die Anlage 2015 umgebaut und fasst seither offiziell 1.566 Plätze. Eine technische Besonderheit blieb: Es war das erste Stadion Österreichs mit LED-Flutlicht, verteilt auf 144 Lampen an zwölf Masten statt der sonst üblichen vier. Neben dem Hauptplatz liegt ein Kunstrasenfeld, das vor allem der Nachwuchs nutzt. Die Daten führt der Verein selbst.
Wo Sie die Spiele der Salzburger Klubs außerhalb der Stadien sehen können, steht bei den Pubs in Salzburg.
Alle Angaben Stand August 2026. Geburtsdaten, Vereine und Medaillen nach den Athletenprofilen von Ski Austria und dem Team Austria des Österreichischen Olympischen Comités; Ergebnisse aktiver Athletinnen und Athleten ändern sich mit jeder Saison.