SALZBURG JOURNAL

Die Universität Mozarteum: Studien, Aufnahme, Campus

2.210 aktive Studierende, 550 Lehrende, 94 Studien von Barockcello bis Applied Theatre - und ein Zulassungsweg, bei dem die Bewerbungsfrist im Konzertfach schon Ende Februar endet, ein halbes Jahr vor Semesterbeginn.

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Die Universität Mozarteum: Studien, Aufnahme, Campus

Vom Dommusikverein zur Kunstuniversität

Die Universität geht auf den 22. April 1841 zurück, als in Salzburg der Dommusikverein und Mozarteum gegründet wurde - zum 50. Todestag Mozarts, als Konservatorium und zugleich als Sammelstelle für Mozart-Dokumente. Der institutionelle Weg von dort bis zur heutigen Kunstuniversität verlief in Etappen:

JahrSchritt
1841Gründung des Dommusikvereins und Mozarteums
1914Umwandlung in ein Konservatorium
1922Verstaatlichung
1953Erhebung zur Akademie
1970Hochschule für Musik und darstellende Kunst
1998Universität

Der Name Mozart ist dabei nicht nur Etikett: Der Forschungsschwerpunkt zu Mozart ist department- und institutsübergreifend im hauseigenen Mozart:Forum gebündelt, und die Sammlung von 1841 lebt heute in der Bibliotheca Mozartiana der Internationalen Stiftung Mozarteum weiter, die im Beitrag zu den Salzburger Bibliotheken beschrieben ist. Stiftung und Universität sind zwei verschiedene Einrichtungen mit gemeinsamer Wurzel - eine Verwechslung, die in Salzburg regelmäßig passiert.

Die Universität in Zahlen

KennzahlWert
Aktive Studierende2.210
Lehrende550
Departments15
Disziplinen7
Studien im Studienfinder94
Partneruniversitäten110
Öffentliche Veranstaltungen pro Jahrüber 700

Die Relation ist der eigentliche Unterschied zu einer Volluniversität: Auf 2.210 Studierende kommen 550 Lehrende. Kein anderes Verhältnis erklärt das Studium an einer Kunstuniversität besser - der Unterricht im zentralen künstlerischen Fach findet einzeln statt, nicht im Hörsaal. Die Kennzahlen stehen auf der Universitätsseite.

Die 700 öffentlichen Veranstaltungen pro Jahr sind dabei auch für Nicht-Studierende relevant: Konzerte, Opern, Theaterabende, Ausstellungen und Performances der Universität sind ein guter Teil dessen, was in Salzburg außerhalb der Festspielwochen an Programm stattfindet.

15 Departments, 94 Studien

Der Studienfinder der Universität listet 94 Studien, die sich auf die Disziplinen Musik, Musikpädagogik, Darstellende Kunst, Szenografie, Regie, Freie Kunst, Kunstpädagogik, Musik- und Tanzpädagogik sowie interdisziplinäre Angebote verteilen. Die Bandbreite reicht von Barockcello, Hammerklavier und Diatonischer Harmonika über Schauspiel und Regie bis zu Immersive Arts and Digital Narratives.

Organisiert ist das in Departments:

  • Alte Musik, Blas- und Schlaginstrumente, Streich- und Zupfinstrumente, Tasteninstrumente
  • Gesang, Oper und Musiktheater, Dirigieren sowie Chor- und Blasorchesterleitung
  • Komposition und Musiktheorie, Musikwissenschaft
  • Musikpädagogik Salzburg und Musikpädagogik Innsbruck
  • Elementare Musik- und Tanzpädagogik am Orff-Institut
  • Bildende Künste und Gestaltung, Bildnerische Innsbruck, Szenografie
  • Thomas Bernhard Institut für Schauspiel und Regie

Dazu kommt das Pre-College Salzburg für besonders begabte Jugendliche, das die Ausbildung vor dem regulären Studium ansetzt - für Familien in Stadt und Land Salzburg der wichtigste Einstiegspunkt, wenn ein Kind früh auffällt.

Der Weg hinein: Fristen, die früh enden

Hier unterscheidet sich das Mozarteum grundlegend von der Paris-Lodron-Universität. Es gibt keinen freien Zugang: Vor der Zulassung steht in fast allen Studien eine künstlerische Zulassungsprüfung, und die Bewerbung dafür läuft über ein eigenes Portal mit eigenen, teils sehr frühen Fristen.

StudiumBewerbungsfrist 2026
Konzertfach (Bachelor, Master, Postgraduate)1. bis 28. Februar 2026
Pre-College Salzburg1. Februar bis 28. März 2026
Studien des Orff-Instituts1. Februar bis 28. März 2026
Instrumental- und Gesangspädagogik1. Februar bis 28. März 2026
Lehramt Kunst und Gestaltung, Technik und Design1. Februar bis 28. Mai, zweiter Termin 7. bis 28. Juli 2026
Lehramt Musik und Instrumentalmusik1. Februar bis 28. März 2026
Diplomstudium Bühnengestaltung1. bis 28. Februar, zweiter Termin 1. April bis 28. Mai 2026
Diplomstudium Schauspiel16. September bis 2. Dezember 2025
Diplomstudium Regie16. September bis 4. November 2025
Masterstudium Applied Theatre1. Februar bis 28. März 2026
PhD in the Arts1. Februar bis 28. März 2026

Zwei Punkte daraus sind entscheidend. Erstens das Konzertfach: Die Frist endet bereits Ende Februar, also mehr als ein halbes Jahr vor Semesterbeginn - die Universität weist im eigenen Fristenkalender ausdrücklich darauf hin. Zweitens Schauspiel und Regie: Beide beginnen im Sommersemester, nicht im Winter, und die Bewerbung dafür lief schon im Herbst des Vorjahres. Wer im Frühjahr auf die Idee kommt, sich für Schauspiel zu bewerben, ist um ein volles Jahr zu spät.

Nach der Bewerbung folgt der eigentliche Prüfungstermin, und der liegt Monate später: Für die Instrumental- und Gesangspädagogik am Standort Innsbruck etwa fanden die künstlerischen Zulassungsprüfungen von 22. bis 26. Juni 2026 statt, bei einer Bewerbungsfrist, die Ende März geendet hatte. Die Universität veröffentlicht dafür je Standort eine eigene Terminliste, die im Lauf des Frühjahrs mehrfach aktualisiert wird - die Innsbrucker Liste trug zuletzt den Stand 5. Mai 2026. Zwischen Anmeldung und Prüfung liegen also drei Monate Vorbereitungszeit, die eingeplant sein wollen.

Die allgemeine Zulassungsfrist für das Wintersemester 2026/27 lief davon getrennt vom 6. Juli bis 5. September 2026, die Weitermeldefrist für bereits Inskribierte bis 31. Oktober 2026. Die Lehrveranstaltungen des Wintersemesters beginnen am 1. Oktober 2026 und enden am 29. Jänner 2027.

Die Sommerakademie: vier Wochen, 500 Teilnehmende

Das größte öffentliche Format der Universität liegt in der vorlesungsfreien Zeit. Die Internationale Sommerakademie wurde 1916 von Lilli Lehmann gegründet und ist damit älter als die Salzburger Festspiele. Sie läuft heute unter der künstlerischen Leitung von Vizerektor Hannfried Lucke.

Der Jahrgang 2026 brachte laut Medieninformation der Universität rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt für vier Wochen und 50 Meisterklassen nach Salzburg, dazu Young-Excellence-Klassen und Zusatzangebote. Die öffentlichen Dozentinnen- und Dozentenkonzerte sowie die Matineen der Preisträgerinnen und Preisträger fanden vor ausverkauften Sälen statt; Auftrittsorte lagen nicht nur in der Stadt, sondern bis nach Flachau im Pongau.

Für Salzburg heißt das: Im Juli und August, wenn der reguläre Lehrbetrieb ruht und die Mensa am Mirabellplatz geschlossen ist, ist das Mozarteum trotzdem voll - nur mit anderen Leuten. Wer als Studierende oder Studierender ein Zimmer untervermieten will, findet in diesen Wochen die zuverlässigste Nachfrage des Jahres.

Die Standorte

Mirabellplatz 1 ist das Hauptgebäude, das Neue Mozarteum. Dort liegen Verwaltung, Universitätsbibliothek, Mensa und der Saal Solitär, in dem auch die Sponsions- und Promotionsfeiern stattfinden - im Wintersemester 2026/27 am 9. Dezember 2026 um 11 Uhr.

Das Orff-Institut sitzt getrennt davon im Süden der Stadt, Frohnburgweg 55, auf dem Areal der Frohnburg. Es trägt das Department Elementare Musik- und Tanzpädagogik und ist das Zentrum eines weltweiten Netzwerks rund um das Orff-Schulwerk. Kontakt: orff@moz.ac.at, +43 676 88122 422.

Der dritte Salzburger Standort, die Universität Mozarteum am Kurgarten, kam 2025 dazu. Weiter entfernt liegt der Standort Innsbruck mit dem Haus der Musik, Universitätsstraße 1, und der Liebeneggstraße 8 - dort liegen die Departments Musikpädagogik Innsbruck und Bildnerische Innsbruck. Wer sich für Instrumental- und Gesangspädagogik oder Lehramt bewirbt, sollte beim Studienort genau hinsehen: Mehrere Studien werden an beiden Orten geführt, mit teils unterschiedlichen Fristen.

Der Neubau am Kurgarten

Am 10. Oktober 2025 wurde die Universität Mozarteum am Kurgarten eröffnet, kurz UMAK, in der Schwarzstraße 36 neben dem Paracelsus Bad. Die Grundsteinlegung war am 27. Februar 2023 erfolgt. Entworfen hat den Bau das Büro Berger+Parkkinen, das auch das benachbarte Bad geplant hat; die Keramikfassade nimmt dessen Formensprache auf, ist hier aber geschlossen ausgeführt - eine Folge der akustischen Anforderungen.

Auf fünf Ebenen und 1.895 Quadratmetern Nutzfläche liegen Unterrichts-, Ensemble- und Proberäume für Gesang, Gesangspädagogik und Chorwesen. Dazu kommen ein X-Reality-Lab, das die Universität als österreichweit einzigartig bezeichnet, ein Elektronisches Studio für zeitgenössische Komposition und die neue Heimat des Bachchors Salzburg. Das Haus ist öffentlich zugänglich und hat ein kleines Café.

Finanzierung UMAKBetrag
Bund15,4 Mio. €
Land Salzburg3,7 Mio. €
Universität Mozarteum, Eigenmittel2,1 Mio. €
Gesamtkostenrahmen22,3 Mio. €

Der Landesanteil setzt sich laut Projektdarstellung der Universität aus 2,5 Millionen Landesförderung, 0,5 Millionen aus der Wissenschafts- und Innovationsstrategie und 0,7 Millionen für die Flächen des Bachchors zusammen.

Wer die Universität leitet

An der Spitze steht Rektorin Constanze Wimmer. Das Rektorat besteht aus ihr und vier Vizerektoraten: Eugen Banauch für Forschung und Digitalität, Hannfried Lucke für Kunst, Helmut Schaumberger für Studium und Lehre sowie Karin Skarek für Ressourcen. Oberste Leitungsorgane sind nach dem Universitätsgesetz Universitätsrat, Rektorat, Rektorin und Senat.

Wie sich das Mozarteum zu den anderen Salzburger Hochschulen verhält, ordnet der Beitrag zu den Salzburger Hochschulen ein; die Bibliothek am Mirabellplatz und die dortige Mensa sind in den Beiträgen zu den Bibliotheken und Mensen beschrieben.

Stand August 2026. Kennzahlen, Bewerbungsfristen, Semestertermine und Angaben zum Neubau nach den Veröffentlichungen der Universität Mozarteum Salzburg. Bewerbungsfristen ändern sich jährlich und unterscheiden sich je Studium und Standort - vor einer Bewerbung den Fristenkalender des Hauses prüfen.

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