SALZBURG JOURNAL

Studentenheime in Salzburg: Preise, Lage, Bewerbung

Zwischen 312 Euro für ein Doppelzimmer und 636 Euro für ein großes Einzelzimmer liegt die Spanne, all inclusive. Das Salzburger Studentenwerk allein betreibt 1.023 Betten in sieben Häusern - dazu kommen OeAD, ÖJAB und das Kolpinghaus.

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Studentenheime in Salzburg: Preise, Lage, Bewerbung

Die Preisspanne, und was sie enthält

Heimplätze in Salzburg werden fast durchwegs als All-inclusive-Preise pro Person und Monat ausgeschrieben. Darin stecken Betriebskosten, Strom, Heizung und Internet - eine Betriebskostenabrechnung wie bei einer eigenen Wohnung gibt es nicht, und auch keine Kaution in der Höhe von drei Monatsmieten. Genau das macht den Vergleich mit dem freien Markt schwierig: Was auf dem Immobilienportal wie ein niedrigerer Preis aussieht, ist oft ein Kaltpreis.

Die Spanne beim größten Anbieter reicht von 312 Euro für einen Platz im Doppelzimmer bis 636 Euro für ein großes Einzelzimmer. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Einzelzimmer liegen 161 Euro im Monat - der Unterschied ist fast ausschließlich eine Frage der Lage und des Baujahrs, nicht der Ausstattung.

Das Salzburger Studentenwerk: sieben Häuser, 1.023 Betten

Der mit Abstand größte Betreiber in der Stadt ist das Salzburger Studentenwerk. Seine sieben Salzburger Häuser kommen zusammen auf 1.023 Betten. Die Ausstattung ist in allen Häusern gleich: eigenes Bad mit Dusche und WC, eine kleine eigene Küche mit Herd, Kühlschrank und Spüle, dazu WLAN sowie Waschmaschinen und Trockner im Haus.

HausBettenLagePreise pro Monat
Mozart205Andräviertel, nahe Mozarteum und Hauptbahnhof419 bis 613 €
Internationales Kolleg192Josefiau, zu Fuß zu NAWI, Unipark und PH342 bis 495 €
Europa Kolleg176Alpenstraße, Haltestelle Salzburg Süd392 bis 543 €
Franz von Sales Kolleg160Alpenstraße, Haltestelle Salzburg Süd451 bis 495 €
Leonardo150am Fuß des Kapuzinerbergs523 bis 612 €
PMU97nahe Paracelsus-Universität, am Mönchsberg529 bis 636 €
Paris Lodron43Linzergasse, Kapuzinerberg312 bis 492 €

Drei Häuser haben eigene Musikproberäume: das Mozart mit sechs Stück, das Leonardo mit einem und das Europa Kolleg mit einem. Für Studierende des Mozarteums ist das keine Nebensache, sondern oft das entscheidende Kriterium - in einer normalen Mietwohnung ist täglich Üben ein Konfliktherd.

Wo der Unterschied im Alltag liegt

  • Josefiau und Alpenstraße sind die Adressen für alle, die an der Naturwissenschaftlichen Fakultät, im Unipark, an der PH oder an der FH in Puch und Kuchl zu tun haben. Vom Europa Kolleg und vom Franz von Sales Kolleg fährt die S-Bahn ab der Station Salzburg Süd im Minutentakt Richtung Puch und Kuchl.
  • Andräviertel und Kapuzinerberg liegen näher am Mozarteum, am Campus Gesellschaftswissenschaften am Rudolfskai und an der Altstadt.
  • Das Paris Lodron ist mit 43 Plätzen das kleinste und zentralste Haus, das PMU mit zehn Gehminuten zur Paracelsus-Universität das spezialisierteste.

Die Anmeldung läuft über eine Warteliste

Das ist der Punkt, an dem die meisten Erstsemestrigen Zeit verlieren: Beim Studentenwerk bewirbt man sich nicht auf ein bestimmtes freies Zimmer, sondern meldet sich an und wird kontaktiert, sobald etwas frei wird. Die Formulierung des Betreibers ist unmissverständlich - eine frühe Anmeldung erhöht die Chance auf einen Platz. Wer erst im September anfragt, bewirbt sich um Restplätze. Kontakt: +43 662 93030, office@sstw.at, Verwaltung in der Billrothstraße 10-18. Die Häuser und ihre Preise stehen auf der Übersichtsseite des Studentenwerks.

OeAD student housing: sechs Häuser

Der zweite große Anbieter ist die OeAD-Wohnraumverwaltung, die österreichweit Studierende unterbringt und in Salzburg sechs Häuser führt. Sie ist die erste Adresse für Austauschstudierende, nimmt aber auch reguläre Studierende auf.

HausStraßeab
GlockengasseGlockengasse360 €
Schwarzes RösslPriesterhausgasse370 €
Haus SalzburgStrubergasse400 €
Haus HumboldtEgger-Lienz-Gasse461 €
Haus ParacelsusKonrad-Laib-Straße480 €
Haus MerianMerianstraße602 €

Angeboten werden Einzel- und Doppelzimmer sowie ein Einzelappartement; die Preise beginnen laut Unterkunftssuche des OeAD bei 360 Euro und reichen bis 623 Euro. Das Salzburger Büro sitzt in der Kaigasse 28, erreichbar unter +43 662 8044 4901 und housing-salzburg@oead.at. Wichtig für den Herbst: Die OeAD-Häuser in Wien waren für das Wintersemester 2026/27 bereits ausgebucht - ein Hinweis darauf, wie früh die Nachfrage einsetzt.

ÖJAB-Haus Salzburg

In der Strubergasse 1 betreibt die Österreichische JungArbeiterBewegung ein Haus mit 151 Plätzen in Einzel- und Doppelzimmern. Der Preis beginnt bei 381 Euro pro Person und Monat und enthält Heizung, Strom, schnelles Internet über LAN, TV-Anschluss und Zimmerreinigung - Letzteres ist unter den Salzburger Heimen die Ausnahme.

Der entscheidende Unterschied steckt aber im Vertrag: Das ÖJAB-Haus vermietet 9,5 Monate, von Mitte September bis 30. Juni. Wer im Juli und August in Salzburg bleiben will oder muss, braucht für diese Zeit eine andere Lösung - dafür zahlt er die zwei Sommermonate auch nicht. Zur Ausstattung gehören Fitnessraum, Musikproberäume, Waschküche, Fahrradraum, Garten und Autostellplätze gegen Gebühr.

Die Lage ist für Jus, Mozarteum und Paracelsus-Universität kaum zu schlagen: alle drei zu Fuß in wenigen Minuten. Vor dem Haus halten die Buslinien 7, 8, 10 und 24, die S-Bahn-Station Salzburg Altstadt Mülln mit den Linien S2, S3 und S4 liegt in unmittelbarer Nähe und fährt direkt nach Puch-Urstein. Details stehen auf der Hausseite der ÖJAB.

Kolpinghaus Salzburg

Ein Sonderfall, weil hier Halbpension inbegriffen ist: Das Kolpinghaus in der Adolf-Kolping-Straße 10 nimmt Lehrlinge, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende auf. Für Studierende kostet das Einzelzimmer 472,70 Euro, der Platz im Doppelzimmer 362,90 Euro pro Monat. Enthalten sind neben Betriebskosten, TV und WLAN auch Frühstück sowie ein zweigängiges Mittag- und Abendessen und die Reinigung.

Rechnet man die Verpflegung dagegen, ist das der günstigste Platz der Stadt: Wer sonst 200 Euro im Monat für Essen einplant, kommt hier faktisch auf unter 300 Euro reine Wohnkosten. Der Preis dafür ist die Hausordnung eines Hauses, das auch minderjährige Lehrlinge betreut. Ein Stellplatz kostet 50 Euro extra, Kontakt: +43 662 4661 5162, heimverwaltung@kolpinghaus-salzburg.at, Website des Hauses.

Was im Heimpreis nicht steckt

Der All-inclusive-Preis deckt das Wohnen ab, nicht das Leben. Vier Posten kommen regelmäßig dazu:

  • Verpflegung. Einzige Ausnahme ist das Kolpinghaus mit Halbpension. In allen anderen Häusern kochen Sie selbst in der Zimmerküche oder essen auswärts.
  • Ein Stellplatz. Wo es Parkplätze gibt, kosten sie extra; im Kolpinghaus 50 Euro im Monat. In der Stadt ist das Auto ohnehin die teuerste Variante.
  • Die Sommermonate, wenn der Vertrag nur über 9,5 oder zehn Monate läuft. Eine Zwischenlösung für Juli und August kostet in Salzburg wegen der Festspiele mehr als in jeder anderen Jahreszeit.
  • Die Bindung an das Heimstatut. Jedes Haus des Studentenwerks hat ein eigenes, das Besuchsregelungen, Ruhezeiten und Kündigungsfristen festlegt. Es ist vor der Unterschrift einsehbar und sollte auch gelesen werden - Kündigungsfristen im Heim sind oft kürzer und starrer als im Mietrecht.

Wenn in der Stadt nichts frei ist

Das Studentenwerk betreibt neben den sieben Salzburger Häusern zwei weitere im Umland: das Heim Campus Puch/Urstein mit 328 Garconnieren zu rund 495 Euro und das Matador in Kuchl mit 102 Plätzen zu 477 Euro. Beide liegen direkt an den Standorten der Fachhochschule und an der S-Bahn-Linie S3, die in 17 beziehungsweise 32 Minuten zum Hauptbahnhof fährt. Wer an der Universität in der Stadt studiert, kann dort wohnen - der Weg ist mit Öffis kalkulierbar, wenn auch täglich rund eine Stunde hin und zurück. Details zu beiden Häusern stehen im Beitrag zur FH Salzburg.

Vier Punkte vor der Anmeldung

  1. Die Vertragsdauer prüfen. 9,5 Monate, zehn Monate oder zwölf Monate machen bei sonst gleichem Monatspreis über ein Studienjahr mehr als 1.000 Euro Unterschied - und entscheiden darüber, ob Sie im Sommer eine Bleibe haben.
  2. Das Doppelzimmer ernsthaft prüfen. Im Internationalen Kolleg kostet der Platz im Doppelzimmer 342 statt 495 Euro, also rund 31 Prozent weniger. Das ist die größte einzelne Sparmöglichkeit beim Wohnen in Salzburg.
  3. Früh anmelden. Die Systeme arbeiten mit Wartelisten, nicht mit Bewerbungsfristen. Wer im Frühjahr anmeldet, steht im Herbst weiter vorne.
  4. Mehrere Anbieter parallel. Studentenwerk, OeAD, ÖJAB und Kolpinghaus haben getrennte Anmeldewege und getrennte Listen. Eine Anmeldung bei einem Anbieter sagt nichts über die Chancen bei den anderen.

Ob ein Heimplatz gegenüber WG oder eigener Wohnung die richtige Wahl ist, wägt der Beitrag zum Wohnen als Studentin oder Student in Salzburg ab; die allgemeinen Mietregeln, Richtwert, Kaution und Befristung stehen im Beitrag zum Wohnung mieten in Salzburg. Wie sich die Wohnkosten ins Monatsbudget einfügen, zeigt der Beitrag zu den Kosten des Studiums in Salzburg.

Stand August 2026. Preise, Bettenzahlen und Ausstattung nach den Angaben des Salzburger Studentenwerks, der OeAD-Wohnraumverwaltung, der ÖJAB und des Kolpinghauses Salzburg. Heimpreise werden jährlich angepasst und gelten je Zimmerkategorie - vor der Anmeldung den aktuellen Aushang des jeweiligen Hauses prüfen.

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