Das Salzburger Adventsingen
Dreizehn Vorstellungen an acht Tagen, Karten zwischen 18 und 97 Euro, keine Ermäßigungen und keine Pause. 2026 ist zugleich das letzte Jahr des Intendanten, der das Stück seit 27 Jahren schreibt.
Dreizehn Vorstellungen an acht Tagen
Das Salzburger Adventsingen spielt 2026 an drei Adventwochenenden im Großen Festspielhaus, insgesamt dreizehn Mal. Die Termine sind eng gesetzt, weil das Haus dazwischen anders belegt ist - wer flexibel plant, hat pro Wochenende praktisch nur zwei Nachmittage zur Auswahl.
| Wochenende | Tag | Beginn |
|---|---|---|
| 1. Adventwochenende | Freitag, 27. November | 19:30 Uhr (Premiere) |
| 1. Adventwochenende | Samstag, 28. November | 14:00 und 17:30 Uhr |
| 1. Adventwochenende | Sonntag, 29. November | 14:00 und 17:30 Uhr |
| 2. Adventwochenende | Samstag, 5. Dezember | 14:00 und 17:30 Uhr |
| 2. Adventwochenende | Sonntag, 6. Dezember | 14:00 und 17:30 Uhr |
| 2. Adventwochenende | Dienstag, 8. Dezember (Feiertag) | 14:00 Uhr |
| 3. Adventwochenende | Samstag, 12. Dezember | 14:00 und 17:30 Uhr |
| 3. Adventwochenende | Sonntag, 13. Dezember | 14:00 Uhr |
Eine Vorstellung dauert nach Angaben des Veranstalters rund eine Stunde 40 Minuten und findet ohne Pause statt; die FAQ nennt eine Stunde 45. Rechnen Sie also mit knapp zwei Stunden im Saal, ohne Gelegenheit, zwischendurch hinauszugehen. Mit Kindern ist der 14-Uhr-Termin die naheliegende Wahl - der Veranstalter bezeichnet das Adventsingen ausdrücklich als Familienveranstaltung.
Was ein Platz kostet
Sieben Preiskategorien, und die Spanne ist beträchtlich. Die Preise für 2026 stehen in der offiziellen Kurzinformation zum Werk Das große Geheimnis:
| Kategorie | Preis |
|---|---|
| Loge | 97,00 € |
| Kategorie 1 | 94,00 € |
| Kategorie 2 | 84,00 € |
| Kategorie 3 | 74,00 € |
| Kategorie 4 | 64,00 € |
| Kategorie 5 | 42,00 € |
| Kategorie 6 | 18,00 € |
Drei Regeln dazu sind ungewöhnlich streng und sollten vor dem Kauf bekannt sein. Erstens: Es gibt keinerlei Ermäßigungen - nicht für Kinder und Jugendliche, nicht für Kulturpass-Inhaber, nicht als Last-Minute-Karte. Der Veranstalter begründet das mit knapper Kalkulation. Zweitens: Käufe sind verbindlich. Eine Rücknahme ist nur bei ausverkauften Vorstellungen möglich, dann im kommissionsweisen Verkauf gegen 10 Prozent Kommissionsgebühr und ohne Garantie, dass die Karte weggeht. Drittens sind die Karten personalisiert; die Weitergabe ohne Zustimmung sowie jedes öffentliche Anbieten über Auktionsplattformen ist untersagt, und der Veranstalter behält sich vor, solche Tickets ersatzlos zu sperren.
Was auf der Bühne passiert
Das Format ist ein szenisches Oratorium: eine durchkomponierte Verbindung aus überlieferten Volksliedern und -weisen, neuen Kompositionen, Lesungen und einer szenischen Handlung rund um die Weihnachtsgeschichte. Auf der Bühne stehen jedes Jahr über 150 Sängerinnen, Musikanten, Schauspieler und Hirtenkinder aus Salzburg und den angrenzenden Regionen.
Zwei Dinge bleiben von Jahr zu Jahr gleich, alles andere wechselt: Das Stück wird jedes Jahr neu geschrieben, und am Ende jeder Vorstellung steht der Andachtsjodler, bei dem das Publikum mitsingt. Wer Volksmusik nur als Bühnenfolklore kennt, sollte wissen, dass hier die Salzburger Volksmusikszene in einer Besetzung antritt, für die es sonst kaum Gelegenheiten gibt - was in der Stadt sonst gespielt wird, steht bei der Musikszene in Salzburg.
Praktisches für den Abend: Es gibt keinen Dresscode, Tracht ist ausdrücklich willkommen. Foto- und Videoaufnahmen während der Vorstellung sind nicht gestattet. Eine Programmbroschüre wird im Foyer verkauft. Das Große Festspielhaus ist barrierefrei und hat Rollstuhlplätze sowie barrierefreie Toiletten; ob eine Begleitperson daneben sitzen soll, muss bei der Bestellung angegeben werden. Und: Wer nicht ins Haus kommt, kann das Adventsingen kostenlos streamen.
Das Werk 2026 und ein Abschied
Das Stück heißt 2026 Das große Geheimnis und ist zugleich ein Schlusspunkt: Hans Köhl beendet damit sein 27-jähriges Wirken als Intendant. Er schreibt selbst, mit diesem Jubiläumswerk schließe sich der Kreis, und kündigt eine Quintessenz aus all den Jahren an - das Spiel der Hirten mit vertrauten Liedern, das Geschehen um Maria und Josef, dazu ein Blick auf die Vielgestalt der Religionen. Musikalisch erklingen neben Volksmusik Werke von vier Komponisten, die das Adventsingen über Jahrzehnte geprägt haben. Die Einführung steht beim Salzburger Adventsingen selbst.
Wer die Parallele sucht: Köhl stellt das Adventsingen bewusst neben den Jedermann - im Sommer das Mysterium des Todes am Domplatz, im Winter das Mysterium der Geburt im Festspielhaus. Beide Stücke laufen im selben Haus beziehungsweise auf demselben Platz, und beide sind das ganze Jahr über ein Thema in der Stadt.
Karten: wo, wie und bis wann
Der schnellste Weg ist der Onlinekauf mit print@home-Ticket oder PDF am Handy. Daneben gibt es drei analoge Wege, die für Stammpublikum wichtig sind:
- Telefonservice unter +43 662 843182, Montag bis Freitag von 10:00 bis 14:00 Uhr; von September bis Dezember täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr.
- Persönliche Beratung im Salzburger Heimatwerk, Montag und Dienstag von 10:00 bis 14:00 Uhr, in der Saison von Montag bis Freitag 10:00 bis 18:00 Uhr. Der Ticketservice sitzt im Kulturwerk Salzburg in der Neuen Residenz, Residenzplatz 9.
- Bestellung per E-Mail oder Post - mit einer harten Frist: Ab drei Wochen vor der ersten Vorstellung werden keine Tickets mehr per Post verschickt, dann gilt Abholung vor Ort. Bei Zustellung ins Ausland kann diese Grenze noch früher liegen.
Bezahlt wird per Überweisung, Kreditkarte (Master Card, American Express, Diners Club, Visa, JCB) oder vor Ort bar beziehungsweise mit Bankomatkarte.
Anreise und Parken
Das Große Festspielhaus liegt in der Hofstallgasse mitten in der Altstadt - und damit in einem Gebiet, das seit 1. Juli 2026 nur mehr in Ausnahmefällen mit dem Auto befahrbar ist. Für die Anreise mit Bahn und Obus ist das kein Problem: Vom Hauptbahnhof fahren die Linien 3, 5 und 6 in die Altstadt, die Tarife stehen bei den Öffis in Salzburg.
Wer trotzdem mit dem Auto kommt, hat einen konkreten Vorteil, den viele nicht kennen: Die Altstadtgarage B, auch Mönchsberggarage genannt, hat einen direkten Zugang zum Großen Festspielhaus. Innerhalb einer Stunde vor Vorstellungsbeginn gibt es an den Kassenständen im Gang zum Festspielhaus ein Sonderticket um 7,00 Euro für acht Stunden statt des Regeltarifs von 8,50 Euro - der ermäßigte Tarif wird allerdings nur gewährt, wenn Sie am Kassenstand B vor der Ausfahrt bezahlen. Die Adresse ist Hildmannplatz 1, die Einfahrtshöhe beträgt 2,05 Meter, Behindertenparkplätze gibt es auf jeder Ebene. Ein Vorbehalt dazu: Die Stiftung Mozarteum weist für den Winter 2026/27 darauf hin, dass der Fußgängerzugang von der Tiefgarage Mönchsberg zu den Festspielhäusern wegen Umbauarbeiten gesperrt ist und nur die Ausgänge Toscaninihof, Neutor beziehungsweise Siegmundstor und Bürgerspitalplatz offen sind. Ob der Durchgang bis Ende November wieder frei ist, sollten Sie vor der Fahrt prüfen. Alle weiteren Garagen und Tarife stehen beim Parken in Salzburg, die Wege in die Stadt bei der Anreise nach Salzburg.
Von 1946 bis heute
Die Geschichte beginnt mit zwei Daten im selben Monat: Am 26. November 1946 gründete die Salzburger Landesregierung das Salzburger Heimatwerk mit Tobi Reiser dem Älteren (1907 bis 1974) als Geschäftsführer, und am 5. Dezember 1946 lud Reiser erstmals zu einem Adventsingen - damals in ein Gesellschafterheim am Rudolfskai. Der Andrang zwang zu mehreren Umzügen: 1950 in den Kaisersaal der Residenz, 1952 in die Große Aula der Universität. Dort debütierte Karl Heinrich Waggerl (1897 bis 1973) mit seinen Kleinen Christkindl-Geschichten, die er bis kurz vor seinem Tod las.
1960 zog das Adventsingen auf Einladung von Landeshauptmann Josef Klaus mit sieben Aufführungen in das neu gebaute Große Festspielhaus. Kritiker sagten damals das Ende voraus; stattdessen wuchs es weiter. Nach dem Tod des Gründers 1974 übernahm Tobias Reiser der Jüngere (1946 bis 1999), der ab 1980 mit dem Bühnenbildner Siegwulf Turek aus dem Singen ein szenisches Oratorium machte und die Zahl der Aufführungen von zwölf auf bis zu achtzehn ausverkaufte steigerte. Seit 2000 liegt die Leitung bei Hans Köhl.
Die Zahlen der offiziellen Chronik: rund 36.000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr, seit 1946 über zwei Millionen, im Jahr 2022 die tausendste Aufführung. Seither ist das Adventsingen in die gemeinnützige Kulturwerk Salzburg GmbH ausgegliedert, eine Tochter des Heimatwerks. Nach eigener Einordnung ist es nach den Sommerfestspielen die zweitgrößte Kulturveranstaltung des Landes Salzburg.
Zwei Veranstaltungen, die oft verwechselt werden
Im selben Zeitraum laufen in der Stadt zwei weitere Adventaufführungen mit ähnlich klingenden Namen. Beide sind eigenständig, haben eigene Häuser und eigene Karten:
- Original Salzburger Advent in der Kirche St. Andrä am Mirabellplatz. Das Programm 2026 heißt Staad wird's! und läuft an 13 Terminen zwischen 28. November und 13. Dezember, meist um 16:00 und 18:30 Uhr. Eine Vorstellung dauert 90 Minuten, die Karten kosten laut Veranstalter 58, 45 oder 28 Euro.
- Salzburger Hirtenadvent in der Großen Universitätsaula, 2026 unter dem Titel In einer kalten Winternacht und im 20. Jahr an diesem Ort. Premiere ist am 4. Dezember, weitere Termine folgen am 5., 6., 8., 11., 12. und 13. Dezember; die Termine stehen beim Salzburger Hirtenadvent.
Wer den Abend mit einem Marktbesuch verbinden will: Der Christkindlmarkt am Dom- und Residenzplatz liegt zehn Gehminuten vom Festspielhaus entfernt und hat an Samstagen bis 21:00 Uhr offen - nach der 17:30-Vorstellung bleibt also noch Zeit.
Alle Angaben Stand August 2026 und bezogen auf das Salzburger Adventsingen 2026 mit dem Werk Das große Geheimnis. Preise und Termine stammen aus der Kurzinformation und den FAQ des Veranstalters; die Parktarife der Altstadtgarage können sich zur Saison ändern.