S-Bike Salzburg: Fahrradverleih startet mit 200 E-Bikes
Seit dem 17. August 2026 ist das neue Fahrradverleihsystem S-Bike in der Stadt Salzburg offiziell in Betrieb. Zum Start stehen rund 200 E-Bikes bereit, bis Ende 2026 sollen 65 Stationen und mehr als 600 Räder folgen.
Mit einem Tag Verzögerung zum ursprünglichen Plan ist das neue Fahrradverleihsystem S-Bike am 17. August 2026 in der Stadt Salzburg in Betrieb gegangen. Zum Start stehen rund 200 E-Bikes an ersten Stationen bereit. Bis Ende 2026 sollen schrittweise alle 65 Stationen aktiviert und insgesamt mehr als 600 Räder verfügbar sein. Langfristig plant die Stadt eine Ausweitung auf bis zu 100 Standorte.
Lime als Betreiber, Wegfinder-App als Schlüssel
Den Zuschlag bei der Ausschreibung durch den Salzburger Verkehrsverbund (SVV) erhielt das US-Unternehmen Lime. Zum Einsatz kommen ausschließlich Pedelecs, deren Elektromotor bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h unterstützt. In verkehrsberuhigten Bereichen wie der Altstadt wird die Unterstützung auf 10 km/h gedrosselt. Jedes Rad ist mit einem Korb ausgestattet, jedes zehnte verfügt zusätzlich über einen Kindersitz. Freigeschaltet werden die Räder ausschließlich über die Wegfinder-App. Logistik, Akku-Tausch und Wartung liegen vollständig bei den Geschützten Werkstätten.
Tarife: Kostenlos für Netzkarten-Inhaber
Das S-Bike ist vollständig in das Tarifsystem des SVV eingebettet. Für Inhaberinnen und Inhaber einer Netzkarte sind die ersten 30 Minuten kostenlos. Ohne Netzkarte fallen maximal 3 Euro pro halbe Stunde an. Stadt und Land Salzburg teilen sich die Kosten für Ausbau und Betrieb jeweils zu gleichen Teilen - jährlich fließen insgesamt rund 1,2 Millionen Euro in das System.
Lösung für die erste und letzte Meile
Stationen sind vor allem an Knotenpunkten entlang der Hauptverkehrsachsen, an Bahnhöfen, Uni-Standorten sowie in der Innenstadt und an den Stadtgrenzen vorgesehen. Verkehrsstadträtin Anna Schiester (Bürgerliste) erläutert den Gedanken dahinter: „Man kommt am Bahnhof an, steigt aus dem Bus oder Obus aus und kann für den letzten Weg einfach aufs Rad wechseln. Genau für solche Alltagswege sind die S-Bikes gedacht." Landeshauptmann-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP) betont den klimapolitischen Anspruch: „Mit dem S-Bike schaffen wir für diese besonders relevanten Wegstrecken ein attraktives Angebot. Das System ermöglicht einen einfachen und nahtlosen Umstieg aufs Rad."
Mehr als ein Jahrzehnt Anlaufzeit
Das S-Bike hat eine lange Vorgeschichte: Bereits 2013 wurde ein Bike-Sharing-System für Salzburg angekündigt, das Projekt blieb jedoch über ein Jahrzehnt lang stecken. Konkrete Konturen nahm es erst nach dem Nahverkehrskomitee vom 3. Februar 2025 an, als Schnöll und Schiester gemeinsam die Projektdetails vorstellten. Primär sollen Bewohnerinnen und Bewohner, Studierende sowie Pendlerinnen und Pendler von dem System profitieren. Landesverkehrsreferent Schnöll signalisierte bereits, das Angebot künftig über das Stadtgebiet hinaus ausweiten zu wollen - erste Anfragen kommen etwa von der FH Puch-Urstein. Weitere Details zum System finden sich auf der offiziellen Projektseite der Stadt Salzburg.