SALZBURG JOURNAL

Radfahren in Salzburg: Tauernradweg, Salzachradweg, Stadtrouten

195 Kilometer Radnetz, ein Anteil von fast 24 Prozent an allen Wegen und seit August 2026 ein Verleihsystem mit E-Bikes. Dazu die beiden Fernradwege, die in der Stadt zusammenlaufen, und die Regeln für Radmitnahme und Winterdienst.

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Radfahren in Salzburg: Tauernradweg, Salzachradweg, Stadtrouten

Ein Radnetz, das den Anteil verdoppeln soll

Salzburg ist eine der Städte, in denen das Rad kein Nischenverkehrsmittel ist. Das Radwegenetz wuchs von rund 127 Kilometern zu Beginn der 1990er-Jahre auf 195 Kilometer im Jahr 2021 - ein Plus von 47 Prozent. Der Anteil des Rades an allen Wegen liegt bei knapp 24 Prozent, beim Einkaufen in der Innenstadt sogar über 30 Prozent. Mit der Radstrategie 2030+ soll er bis 2030 auf 30 Prozent steigen, dafür sind über 200 Einzelprojekte vorgesehen.

Wie stark die Hauptachsen genutzt werden, zeigt eine einzelne Zahl: Auf dem Radweg im Kurpark zählt die Stadt an starken Tagen über 14.000 Radfahrende. Alle 13 großen Stadtbrücken sind für den Radverkehr befahrbar - das ist der Grund, warum sich in Salzburg fast jede Strecke als Runde planen lässt.

Kennen Sie eine Radroute in Salzburg, die hier fehlt? Schreiben Sie uns eine Mail an redaktion@salzburgjournal.at.

S-Bike: das Verleihsystem seit August 2026

Seit 17. August 2026 gibt es in Salzburg ein stationsbasiertes Verleihsystem. S-Bike startete mit rund 200 E-Bikes; bis Ende 2026 sollen 65 Stationen und mehr als 600 Räder in Betrieb sein, langfristig sind bis zu 100 Standorte geplant. Zum Einsatz kommen ausschließlich Pedelecs mit Unterstützung bis 25 km/h, in verkehrsberuhigten Bereichen wie der Altstadt gedrosselt auf 10 km/h. Jedes Rad hat einen Korb, jedes zehnte einen Kindersitz.

Der Tarif ist an das Öffi-System gekoppelt: Wer eine Netzkarte oder ein Klimaticket hat, fährt die ersten 30 Minuten gratis. Ohne Netzkarte fallen maximal 3 Euro pro halbe Stunde an. Freigeschaltet werden die Räder über eine App. Die Stationen liegen an Knotenpunkten der Hauptachsen, an Bahnhöfen, an den Uni-Standorten, in der Innenstadt und an den Stadtgrenzen - das System ist auf die erste und letzte Meile ausgelegt, nicht auf Ausflüge. Standorte und Bedingungen führt die Stadt auf ihrer Projektseite zum S-Bike.

Was die Stadt sonst bereitstellt

Neben dem Netz selbst gibt es drei Angebote, die im Alltag mehr ausmachen als ein zusätzlicher Kilometer Radweg. Erstens kostenlose Servicestationen mit Werkzeug und Luftpumpe im Stadtgebiet, an denen sich kleine Reparaturen unterwegs erledigen lassen. Zweitens Radcodierungen gegen Diebstahl. Drittens der Verleih von Transporträdern sowie Förderungen für angepasste Fahrräder.

Beim Abstellen hat die Stadt drei eigene Bügeltypen entwickelt, darunter ein mobiles Modell und einen überdachten Ständer nach Salzburger Bauart - Letzterer ist der praktische Unterschied bei Dauerregen, weil Sattel und Bremsen trocken bleiben. Die Übersicht steht auf der Radfahrseite der Stadt Salzburg.

Wo das Rad sicher steht

Salzburg hat beim Abstellen ein System aufgebaut, das in dieser Größe ungewöhnlich ist. Aus zehn Radboxen an der Haltestelle Itzling vor zwanzig Jahren sind inzwischen 531 Boxen im Stadtgebiet geworden, dazu kommen 98 Boxen an Haltestellen in der Region. Die Auslastung liegt bei über 92 Prozent - wer eine will, sollte sich früh anmelden.

Die Miete beträgt 93 Euro im Jahr bei einer Mindestbindung von zwölf Monaten, danach ist monatlich kündbar und die Miete wird anteilig rückerstattet. Eine Standardbox misst rund zwei Meter Länge, 80 Zentimeter Breite und 1,15 Meter Höhe und fasst zwei Räder, sofern der Lenker unter 70 Zentimeter breit, das Rad unter 110 Zentimeter hoch und unter 195 Zentimeter lang ist - zu zweit halbiert sich der Preis also. Gelagert werden dürfen nur Räder und Zubehör wie Anhänger, Kindersitze, Regenschutz, Helme und Schlösser. Ein Punkt, den man vor dem Abschluss kennen sollte: Für Diebstahl haftet der Betreiber nicht, das Risiko trägt die Mieterin oder der Mieter. Freie Boxen und das Anmeldeformular führt die Stadt in ihrer Übersicht zu den Radboxen.

Am Hauptbahnhof gibt es zwei getrennte Anlagen. Das Bike-und-Ride-Terminal am Ausgang Schallmoos hat 600 überdachte Stellplätze und 64 Radboxen; das Abstellen ist gratis, eine Box kostet 93 Euro im Jahr. Die Radgarage unter dem Südtirolerplatz bietet 250 Stellplätze in Doppelstockanlagen und 130 Radboxen, hier kostet der Stellplatz 23 Euro im Jahr, die Box ebenfalls 93 Euro. Erreichbar ist sie über die Ebene der Lokalbahn, mit Rolltreppe beim Busbahnhof oder Lift in der Bahnhofshalle; eine Selbstbedienungsstation mit Luftpumpe und Werkzeug ist eingebaut. Vermietet werden die Boxen über die Baudirektion in der Faberstraße 11, Termin nach Vereinbarung.

Die beiden Fernradwege - und wo die Stadt darin vorkommt

Salzburg liegt an einem der bekanntesten Radfernwege Österreichs, und hier ist eine Unterscheidung wichtig, die in der Werbung oft untergeht: Der Tauernradweg führt großteils durch das Land, nicht durch die Stadt.

RouteLängeVerlaufDauer
Tauernradweg, Klassikerrund 300 kmKrimml bis Passau, entlang Salzach und Inn5 bis 8 Tage
Tauernradweg, Runderund 270 kmKrimml an der Salzach nach Salzburg, zurück über Saalach, Bad Reichenhall und Lofer4 bis 6 Tage
Etappe Krimml - Mittersill32 kmPinzgauein Tag
Etappe Mittersill - Bruck33 kmPinzgauein Tag
Etappe Bruck - Schwarzach31 kmPinzgau und Pongauein Tag

Der Abschnitt, der die Stadt betrifft, ist der letzte Teil des österreichischen Verlaufs: Von Hallein kommend erreicht die Route die Altstadt und führt dann salzachabwärts weiter Richtung Bayern. Alles davor - Zell am See, St. Johann im Pongau, Werfen - liegt im Land; die Ziele dort stehen bei den Ausflügen im Salzburger Land.

Zwei Hinweise für die Planung 2026: Auf der B311 zwischen Weißbach und Saalfelden gilt bis Oktober 2026 ein Radfahrverbot, in den Sommermonaten fährt dort ein kostenloser Shuttle. Bei Neukirchen ist nach den Hochwasserschutzarbeiten ein neuer Wegabschnitt entlang der Salzach fertig geworden. Die aktuellen Sperren führt der Betreiber unter tauernradweg.at.

Innerhalb der Stadt ist der Salzachradweg die Hauptachse: Er verläuft auf beiden Ufern, verbindet über die Brücken beliebige Runden und ist zugleich die meistbefahrene Pendelstrecke. Wer mit dem Rad anreist statt mit dem Auto, findet die Zufahrtswege und die seit 1. Juli 2026 geltende Beschränkung in der Altstadt bei der Anreise nach Salzburg.

Rad und Öffis: was die Mitnahme kostet

Die Kombination aus Bahn oder Bus und Rad ist in Salzburg günstiger als in den meisten österreichischen Städten - vorausgesetzt, man kennt die Zeitfenster.

VerkehrsmittelPreisBedingungen
Obus und Albus in der Stadtgratiswerktags ab 9 Uhr bis Betriebsschluss, Samstag, Sonntag und Feiertag ganztägig
S-Bahn, Regionalzug, REX10 Prozent des ÖBB-Vollpreises 2. Klasse, mindestens 2,00 €ohne Reservierung, nach verfügbarem Platz
Postbus im Regionalverkehr3,10 €nur in Ausnahmefällen, Platz nicht garantiert
Salzburger Lokalbahn und Pinzgauer Lokalbahngratisnach verfügbarem Platz
Klimaticket Österreich und Salzburggratisausgenommen ÖBB-Fernverkehr und Westbahn

Die entscheidende Einschränkung steht nicht im Tarif, sondern in den Beförderungsbedingungen: In der Hauptverkehrszeit kann die Mitnahme nicht garantiert werden. Fahrgäste und Kinderwagen haben Vorrang, das Personal darf die Mitnahme aus Platz- oder Sicherheitsgründen ohne Vorankündigung ablehnen. Beim Obus steigt man mit dem Rad hinten ein, beim Albus in der Mitte. Für E-Bikes gelten je nach Betreiber eigene Bedingungen - nachzulesen beim Salzburger Verkehrsverbund. Die Linien selbst stehen im Überblick zum Obus in Salzburg.

Radfahren im Winter

Wer in Salzburg ganzjährig pendelt, sollte wissen, was geräumt wird und was nicht. Der städtische Winterdienst läuft von 1. November bis 31. März und betreut rund 650 Kilometer Straßen, darunter 95 Kilometer Buslinien und 180 Kilometer Radwege.

Die Reihenfolge ist klar geregelt und für Radfahrende der wichtigste Punkt: Zuerst kommen die Hauptverkehrsachsen und Buslinien, dann die Hauptrouten für den Radverkehr entlang der Salzach samt wichtigen Stadtteilverbindungen, zuletzt Nebenstraßen, Fußgängerzonen, Bergstrecken und Gehsteige. Neu aufgenommen wurden zuletzt die beiden Hauptradrouten an der Salzach, der Radring um die Stadtberge und der Alterbach-Radweg als Pendelstrecke. Brücken, Stiegen, Übergänge und Haltestellen, die für große Fahrzeuge nicht erreichbar sind, räumen Handpartien.

Im Vollbetrieb stehen dafür rund 200 Männer und vier Frauen sowie etwa 60 Winterdienstfahrzeuge und 102 Geräteeinheiten bereit. Gelagert werden jährlich rund 1.400 Tonnen Salz und 2.000 Tonnen Splitt, ausgebracht werden davon etwa 1.000 beziehungsweise 2.700 Tonnen. Nacht- und Wochenenddienste arbeiten mit mindestens fünf Personen, üblicherweise bis Mitternacht und wieder ab etwa 2:30 Uhr. Gefahrenstellen auf Rad- und Gehwegen nimmt die Stadt entgegen; die Details stehen auf ihrer Seite zum Winterdienst.

Praktisch heißt das: Wer auf einer der Salzach-Hauptrouten oder auf dem Alterbach-Radweg unterwegs ist, kann im Winter mit geräumter Fahrbahn rechnen. Wer über Nebenstraßen oder die Stadtberge fährt, kommt in der Prioritätenliste zuletzt und sollte entsprechend Zeit und Reifen wählen.

Alle Angaben Stand August 2026. S-Bike befindet sich im Ausbau, die Stationszahl steigt bis Jahresende; Sperren auf dem Tauernradweg ändern sich saisonal.

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