Blut und Plasma spenden in Salzburg
Blut spenden geht mittwochs von 16 bis 19 Uhr in der Rudolf-Biebl-Straße und bleibt unbezahlt. Für Plasma gibt es in der Paracelsusstraße 40 Euro pro Spende - dafür endet dort die Altersgrenze fünf Jahre früher.
Zwei Wege, zwei völlig andere Bedingungen
In Salzburg gibt es zwei getrennte Systeme, die oft verwechselt werden. Die Blutspende läuft über das Rote Kreuz, ist unbezahlt und dient der Versorgung von Spitälern. Die Plasmaspende läuft über ein privates Zentrum, ist mit einer Aufwandsentschädigung von 40 Euro verbunden und dient der Herstellung von Medikamenten.
Die Regeln unterscheiden sich deutlicher, als man erwarten würde - bei der Altersgrenze, bei der Häufigkeit und beim Zeitaufwand.
| Blutspende | Plasmaspende | |
|---|---|---|
| Wo | Rudolf-Biebl-Straße 10 | Paracelsusstraße 6 |
| Träger | Rotes Kreuz | BioLife Plasmazentrum |
| Alter | 18 bis 70 | 18 bis 65 |
| Mindestgewicht | 50 kg | 50 kg |
| Vergütung | keine | 40 € pro Spende |
Blut spenden beim Roten Kreuz
Der feste Termin in der Stadt: jeden Mittwoch von 16:00 bis 19:00 Uhr in der Blutspendezentrale in der Rudolf-Biebl-Straße 10. Darüber hinaus gibt es wechselnde Termine im ganzen Bundesland, die über die Terminsuche des Roten Kreuzes abrufbar sind.
Wer spenden darf
Laut Rotem Kreuz gilt:
- Alter zwischen dem 18. und 70. Geburtstag
- Erstspender müssen unter 60 sein - wer mit 62 zum ersten Mal kommt, darf nicht mehr anfangen
- mindestens 50 Kilogramm Körpergewicht
- fit und gesund
- amtlicher Lichtbildausweis, etwa Reisepass oder Personalausweis
Die Altersregel für Erstspender ist die Bestimmung, die am häufigsten überrascht: Die Obergrenze von 70 gilt für laufende Spender, der Einstieg ist nur bis 60 möglich.
Wie oft
| Gruppe | Vollblutspenden pro Jahr |
|---|---|
| Männer | bis zu 4 |
| Frauen, intergeschlechtliche und diverse Personen sowie Personen ohne oder mit offener Geschlechtsangabe | bis zu 3 |
Zwischen zwei Spenden müssen mindestens acht Wochen liegen, gerechnet über einen Zeitraum von 365 Tagen. Wer die Höchstzahl ausschöpfen will, muss die Termine also über das Jahr verteilen und kann nicht im Herbst nachholen.
Wie lange es dauert
Die eigentliche Entnahme dauert sechs bis sieben Minuten. Der gesamte Termin mit Fragebogen, medizinischem Check und der Ruhepause mit kleinem Imbiss danach braucht 30 bis 45 Minuten. Für den Mittwochstermin heißt das: Wer um 18:15 kommt, wird es knapp - besser vor 18 Uhr dort sein.
Die Sperrfristen
Der häufigste Grund, warum jemand vor Ort abgewiesen wird, sind Wartezeiten nach bestimmten Ereignissen. Die wichtigsten:
| Anlass | Wartezeit |
|---|---|
| Tattoo oder Piercing (nicht medizinisch) | 4 Monate |
| Reise in ein Malariagebiet | 6 Monate |
| nach einer Geburt | 6 Monate |
| kleinere Operation | 4 Wochen |
| Antibiotika | 2 Wochen nach Ende der Einnahme |
| Zahnextraktion | mindestens 1 Woche |
Bei Impfungen hängt die Frist von der Art der Impfung ab. Das Rote Kreuz führt eine vollständige A-bis-Z-Liste der Kriterien und beantwortet Einzelfälle unter der Hotline 0800 190 190. Ein Anruf vorher spart im Zweifel den Weg.
Vier Monate nach einem Tattoo ist die Frist, die am meisten Termine kostet - wer im Frühjahr sticht, fällt für den Sommer aus.
Plasma spenden bei BioLife
Das BioLife Plasmazentrum liegt in der Paracelsusstraße 6, unmittelbar beim Hauptbahnhof - für Anreisende mit dem Zug die bequemste der beiden Adressen. Mit dem Obus erreichbar über die Linie 21 bis Auerspergstraße sowie die Linien 2, 4 und 22.
Spenden darf, wer gesund ist, zwischen 18 und 65 Jahre alt und mindestens 50 Kilogramm wiegt. Die Altersobergrenze liegt damit fünf Jahre unter der der Blutspende.
Für jede Spende gibt es eine Aufwandsentschädigung von 40 Euro. Das ist der wesentliche Unterschied zur Blutspende, die in Österreich unentgeltlich erfolgt.
Ein Detail, das bei der Planung zählt: Die Spendezeiten weichen von den Öffnungszeiten ab, und die letzte Terminvereinbarung ist eineinhalb Stunden vor Schließzeit möglich. Wer kurz vor dem Ende hereinspaziert, kommt nicht mehr dran. Termine laufen über die Website oder telefonisch unter +43 662 87 76 52.
Wie groß der Bedarf ist
Die Zahl, die das Rote Kreuz seiner Werbung voranstellt, macht die Größenordnung greifbar: In Österreich wird alle 90 Sekunden eine Blutkonserve benötigt, das sind fast 1.000 pro Tag. Blut lässt sich nicht künstlich herstellen, und es ist nur begrenzt haltbar - ein Vorrat für schlechte Zeiten ist also nicht möglich, die Versorgung hängt an einem konstanten Zulauf.
Praktisch heißt das: Der Bedarf ist im Sommer und um die Feiertage am kritischsten, weil dann Stammspender im Urlaub sind, die Unfallzahlen aber nicht sinken.
Spenden über die Grenze: die Kooperation mit Bayern
Eine Salzburger Besonderheit, die kaum bekannt ist: Das Rote Kreuz Salzburg arbeitet seit über 68 Jahren mit dem bayerischen Roten Kreuz im Berchtesgadener Land zusammen. Seit 2022 ist die Kooperation auf das gesamte Berchtesgadener Land ausgeweitet.
Konkret organisiert das Salzburger Rote Kreuz Blutspendetermine in diesen bayerischen Grenzgemeinden:
- Anger
- Bad Reichenhall
- Berchtesgaden
- Freilassing
- Laufen, gemeinsam mit Oberndorf
- Piding
- Teisendorf
Die Begründung ist medizinische Logistik: Im Notfall zählt jede Minute, und Blutreserven aus der Nähe sind schneller vor Ort als aus einer entfernten Zentrale. Die Grenze verläuft hier mitten durch den Versorgungsraum - für Menschen, die im Flachgau wohnen und in Bayern arbeiten oder umgekehrt, ist der nächste Spendetermin damit oft der auf der anderen Seite.
Wichtig für die Planung: Für eine Spende in Bayern gelten die dortigen Regeln, die bei der erlaubten Häufigkeit von den österreichischen abweichen. Die oben genannten drei beziehungsweise vier Spenden pro Jahr sind die österreichischen Werte.
Was wofür verwendet wird
Der Unterschied ist nicht nur organisatorisch. Vollblut aus der Spende beim Roten Kreuz geht an Spitäler und wird dort für Operationen, Unfälle und die Behandlung von Erkrankungen gebraucht. Blutplasma ist Ausgangsmaterial für Medikamente, etwa für Menschen mit Immunschwäche oder Blutgerinnungsstörungen.
Daraus folgt die unterschiedliche Frequenz: Vollblut darf man drei- bis viermal im Jahr geben, weil der Körper die roten Blutkörperchen erst nachbilden muss. Plasma regeneriert sich deutlich schneller, weshalb dort wesentlich häufiger gespendet werden kann.
Welcher Weg für wen
Wer regelmäßig und mit geringem Aufwand helfen will: die Blutspende am Mittwoch. Drei- bis viermal im Jahr, je 30 bis 45 Minuten, ohne Termin innerhalb des Zeitfensters.
Wer häufiger spenden und dabei eine Entschädigung erhalten will: Plasma in der Paracelsusstraße. Dafür mit Terminvereinbarung und der engeren Altersgrenze.
Wer über 65 ist: Plasma fällt aus, Blut geht bis 70 - allerdings nur, wenn man bereits vor dem 60. Geburtstag begonnen hat.
Wer frisch tätowiert ist: beide Wege sind gesperrt, die vier Monate gelten unabhängig davon, wohin man geht.
Alle Angaben nach dem Roten Kreuz Salzburg und dem BioLife Plasmazentrum, Stand August 2026. Spendekriterien und Sperrfristen werden regelmäßig angepasst - bei Unsicherheit klärt die Hotline 0800 190 190 den Einzelfall vor der Anfahrt.