SALZBURG JOURNAL

Die Festung Hohensalzburg: Tickets, Festungsbahn und Fürstenzimmer

Drei Ticketstufen zwischen 12,80 und 19,20 Euro, zwei Wege hinauf und eine Bahn, die seit 1892 fährt. Wer zu Fuß geht, zahlt gut drei Euro weniger und bekommt die Talfahrt trotzdem dazu.

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Die Festung Hohensalzburg: Tickets, Festungsbahn und Fürstenzimmer

Drei Ticketstufen, und der Unterschied ist größer als der Preis

Die Festung verkauft ihre Tickets nicht nach Dauer, sondern nach Tiefe. Drei Stufen, und zwischen der günstigsten und der teuersten liegen 6,40 Euro - dafür bekommen Sie deutlich mehr als nur ein paar zusätzliche Räume. Alle Preise gelten laut Tarifübersicht der Salzburg AG seit 1. Februar 2026.

TicketErwachsene mit BahnErwachsene zu FußKinder mit BahnKinder zu Fuß
Panorama Ticket12,80 €10,10 €5,20 €4,00 €
FestungsCard Basic15,50 €12,00 €6,30 €4,90 €
FestungsCard All Inclusive19,20 €14,50 €7,30 €5,60 €

Was jeweils dazukommt, staffelt sich klar:

  • Panorama Ticket: Berg- und Talfahrt, das Burgareal mit Höfen, Basteien und Kapelle sowie der Panoramaturm.
  • Basic: zusätzlich Festungsmuseum, Rainer-Regimentsmuseum, Marionettenmuseum und das Zeughaus.
  • All Inclusive: zusätzlich die Fürstenzimmer und das Magische Theater.

Die 3,70 Euro von Basic auf All Inclusive sind der einzige Weg in die Fürstenzimmer. Wer wegen der spätgotischen Räume hinauffährt - und das ist der stärkste Grund - braucht das teuerste Ticket. Umgekehrt gilt: Das Panorama Ticket enthält keinen einzigen Innenraum. Es ist ein Ticket für Aussicht und Mauern, nicht für Museen.

Kindertarife gelten vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 14. Lebensjahr. Kinder unter sechs Jahren fahren in Begleitung gratis. Gruppen ab zehn zahlenden Personen bekommen einen eigenen Tarif, wenn eine Person den Gesamtpreis pauschal begleicht - bei Erwachsenen sinkt der All-Inclusive-Preis damit von 19,20 auf 17,70 Euro. Menschen mit einem nachgewiesenen Grad der Behinderung ab 50 Prozent erhalten ermäßigte Fahrkarten; eine Begleitperson fährt zum Gruppenpreis, sofern der Behindertenpass den Bedarf ausweist.

Was "Sperrbogen" auf dem Ticket bedeutet

Die zweite Preisspalte heißt im Original nicht "zu Fuß", sondern "Sperrbogen" - und dieser Begriff verwirrt fast jeden, der ihn zum ersten Mal liest. Gemeint ist der Kassenpunkt vor den Eingangstoren der Festung, den Sie über den Fußweg erreichen. Dort lösen Sie Ihr Ticket, wenn Sie hinaufgegangen sind.

Der entscheidende Punkt steht klein gedruckt: Am Sperrbogen erwerben Sie den Festungsbesuch inklusive einer Talfahrt mit der Festungsbahn. Sie sparen also nicht die Bahn, sondern nur die Bergfahrt. Wer den Aufstieg ohnehin gehen wollte, zahlt beim All-Inclusive-Ticket 14,50 statt 19,20 Euro und fährt trotzdem bequem hinunter.

Tickets gibt es an den Kassen der Festungsbahn in der Festungsgasse 4, am Sperrbogen selbst und online. Der Fußweg führt an der Nordseite hinauf; wer stattdessen vom Stift Nonnberg aus geht, kommt am sogenannten Nonnberger Hund vorbei, einer romanischen Löwenskulptur, die einst den inneren Klosterbezirk markierte.

Das Panorama Ticket gibt es nur zu Randzeiten

Ein Detail, an dem Besuche scheitern: Das günstigste Ticket ist nicht durchgehend erhältlich, sondern nur in engen Zeitfenstern.

ZeitraumPanorama Ticket erhältlich
Mai bis September8.30 - 10.00 und 18.00 - 19.40 Uhr
Oktober bis April16.00 - 16.40 Uhr
Dezember17.00 - 17.40 Uhr

Im Winter bleiben also 40 Minuten am Tag. Wer um 14 Uhr an der Kasse steht und das billigste Ticket möchte, bekommt es nicht. Die FestungsCards dagegen sind bis eine Stunde vor Schließung erhältlich.

Die Festungsbahn: 54 Sekunden, seit 1892

Die Bahn fährt seit 1892 und ist damit die älteste Standseilbahn Österreichs; anfangs wurde sie mit Wasserkraft betrieben. Die letzte große Modernisierung fand 2011 statt, rund vier Millionen Euro flossen in zwei neue Fahrzeuge und die elektrotechnische Ausrüstung.

Im Zehn-Minuten-Takt befördert sie bis zu 55 Fahrgäste gleichzeitig. Die Talstation liegt mitten in der Altstadt in der Festungsgasse 4, die Bergstation auf 536 Metern Seehöhe - die Fahrt dauert 54 Sekunden. Betrieb ist täglich von 8.30 bis 21.00 Uhr, die letzte Bergfahrt geht um 20.30 Uhr, die letzte Talfahrt um 21.00 Uhr, ausgenommen Veranstaltungen. Details stehen in den Betriebsinformationen der Salzburg AG.

Dass die Bahn länger fährt als die Festung offen hat, ist Absicht: Nach Schließung können Fahrscheine für eine Berg- oder Berg- und Talfahrt erworben werden, ohne Zutritt zu den Innenräumen. Für den Sonnenuntergang über den Dächern reicht das. An den Adventwochenenden vom 22. November bis 22. Dezember 2026 sowie am 8. Dezember gilt das ganztägig.

Wichtig für Pendler und Jahreskartenbesitzer: Das Klimaticket gilt hier nicht. Touristische Angebote wie die Festungsbahn oder der Mönchsbergaufzug sind ausdrücklich ausgenommen, ein reguläres Ticket ist nötig. Wie die Tarife im übrigen Stadtverkehr aussehen, steht im Überblick zu Obus, Bus und S-Bahn in Salzburg.

Öffnungszeiten und die zwei Revisionen

Die Festung hat an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Die Zeiten laut offizieller Öffnungszeiten-Übersicht:

ZeitraumGeöffnet
Jänner bis April9.30 - 17.00 Uhr
Mai bis September8.30 - 20.00 Uhr (Museen, Fürstenzimmer und Magisches Theater 9.00 - 19.00 Uhr)
Oktober bis Dezember9.30 - 17.00 Uhr
Ostern und Adventwochenenden9.30 - 18.00 Uhr
24. Dezember (Innenräume)9.30 - 14.00 Uhr

Im Sommer ist das Areal also anderthalb Stunden länger zugänglich als die Innenräume. Wer um 19.15 Uhr im Mai ankommt, sieht Höfe, Basteien und Aussicht, aber keine Fürstenzimmer mehr.

Zwei Revisionstermine der Festungsbahn stehen fest, und sie wirken sich unterschiedlich aus:

  • 9. bis 13. November 2026: Fußweg und Außenbereiche sind geöffnet, Museen und Innenräume bleiben geschlossen.
  • 11. Jänner bis 14. März 2027: Fußweg, Außenbereiche, Museen und Innenräume sind geöffnet - nur die Bahn steht.

Der Unterschied ist wesentlich. Im November 2026 lohnt der Aufstieg nur für die Aussicht, im Winter 2027 dagegen bekommen Sie das volle Programm und müssen lediglich zu Fuß hinauf. In beiden Zeiträumen sind keine Online-Tickets erhältlich.

Die Fürstenzimmer sind der Grund für das teuerste Ticket

Im dritten Obergeschoß des Hohen Stocks liegen drei Räume, für die es in Europa kaum Vergleichbares gibt: der Goldene Saal, die Goldene Stube und die Schlafstube. Erzbischof Leonhard von Keutschach ließ sie 1501/02 als Wohn- und Repräsentationsräume einrichten, und sie sind seither weitgehend unverändert erhalten.

Die Schnitzwerke und Steinmetzarbeiten zählen zu den herausragenden Arbeiten gotischer Kunst im süddeutsch-österreichischen Raum. Der Kachelofen der Goldenen Stube gilt nach Einschätzung der Stadt Salzburg als das bedeutendste spätgotische Werk des heutigen Österreich. Im selben Bereich liegt das Magische Theater, eine multimediale Inszenierung zu den Salzburger Herrschern mit Musik, Licht und Videoprojektionen.

Vier Museen unter einem Dach

Die Sammlungen auf der Festung sind im Basic-Ticket enthalten:

  • Festungsmuseum: ein Rundgang durch zwölf Räume mit mittelalterlichen Objekten und Medieninstallationen zur Geschichte der Burg und der Stadt, betrieben vom Salzburg Museum.
  • Rainer-Regimentsmuseum: seit 1924 auf der Festung, dokumentiert das k.u.k. Infanterieregiment Erzherzog Rainer Nr. 59, dessen Geschichte bis 1682 zurückreicht.
  • Marionettenmuseum: Exponate aus dem Salzburger Marionettentheater, dessen Spielkunst zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO zählt. Besucher dürfen selbst zum Spielkreuz greifen.
  • Zeughaus: Geschütze, Rüstungen und Handwaffen im historischen Großen Zeughaus, mit interaktiven Modellen zu Angriff und Verteidigung einer mittelalterlichen Burg.

Von der Holzwehr zur größten erhaltenen Burg Mitteleuropas

Die Anlage misst heute 32.000 Quadratmeter ohne Außenwerke, bei einem Bauvolumen von gut 100.000 Kubikmetern. Was als einheitliches Bauwerk wirkt, ist das Ergebnis von fast tausend Jahren Bautätigkeit in sehr unterschiedlichen Handschriften.

1077 begann Erzbischof Gebhard mit einer teils noch hölzernen Wehranlage auf dem Festungsberg. Der Anlass war politisch: Im Investiturstreit zwischen Papst Gregor VII. und König Heinrich IV. um das Recht, Bischöfe einzusetzen, gehörte Gebhard zu jenen Kirchenfürsten, die einen Gegenkönig wählten - er musste mehrfach aus Salzburg fliehen. Ein Jahr zuvor war das damals zu Salzburg gehörende Friesach von steirischen Truppen überfallen worden. Seine Nachfolger Berthold von Moosburg und Konrad von Abensberg führten den Bau fort. Als Baumaterial diente vor allem der Dolomit des Berges selbst.

Schon die äußere Burgmauer des 12. und 13. Jahrhunderts zeichnete den Festungsring in seinem heutigen Umfang vor. Unter Eberhard von Regensberg entstanden erste repräsentative Räume, der Festsaal bekam Fresken, von denen Reste erhalten sind.

Mit der Verbreitung der Feuerwaffen begann die zweite große Phase. 1465 ließ Burkhard von Weißpriach die äußere Ringmauer mit vier Rundtürmen verstärken - Trompeterturm, Glockenturm, Krautturm und Schmiedturm. Um 1480 erhöhte Bernhard von Rohr diese Mauer und sicherte die Burg nach Süden mit einer Geschützbastei, nach Osten mit dem Schlangengang, benannt nach der Feldschlange, einer Kanone mit langem schlankem Rohr.

Den Ausbau vollendete Leonhard von Keutschach um 1500. Er errichtete 1496/97 Reckturm, Hasenturm und Geyerturm, verstärkte den inneren Verteidigungsring und ließ 1500 bis 1502 die Burgkirche erbauen. Von ihm stammen auch die drei Sperrbögen auf dem Weg hinauf: das Bürgermeistertor von 1500 und der vierstöckige Keutschachbogen von 1513. An der Fassade sitzt das marmorne Keutschacher Denkmal, das der spätgotische Bildhauer Hans Valkenauer 1515 schuf.

Im Dreißigjährigen Krieg baute Fürsterzbischof Paris Lodron die gotische Burg in eine artilleriesichere Festung um. 1633/34 entstanden die Obere und Untere Hasengrabenbastei, 1635 wurde die Katze zur hochgelegenen Artilleriebastei, zwischen 1635 und 1642 kamen Schartentore und der Erste Sperrbogen dazu. 1643 verlor der Hohe Stock sein hohes Dach, weil es unter Kanonenbeschuss zu gefährdet war, und bekam ein flaches Grabendach. Die letzte große Maßnahme der frühen Neuzeit war 1681 die 30 Meter hohe Kuenburgbastei mit ihren Kasematten unter Max Gandolf Kuenburg.

Belagert, aber nie erobert

Die Festung wurde einmal ernsthaft angegriffen: Vom 5. Juli bis 31. August 1525 belagerten aufständische Bauern und Bergknappen die Anlage. Die Obere Nonnbergbastei war ein Jahr vor diesem Aufstand errichtet worden, die Untere entstand ein Jahr danach - die Bauchronik lässt sich also direkt an der Bedrohungslage ablesen.

Erobert wurde sie nie, und genau das rettete sie am Ende. Als der letzte Salzburger Fürsterzbischof Hieronymus Colloredo Anfang Dezember 1800 während der Napoleonischen Kriege aus der Stadt floh, leistete Salzburg den einrückenden Franzosen keinen Widerstand; die Festung wurde kampflos übergeben. Beute waren nur Kanonen und Ausrüstung. Anders als etwa die Grazer Burg musste die Anlage deshalb nicht geschleift werden - sie blieb vollständig erhalten.

Militärisch genutzt wurde sie noch bis 1860. Dann gab Franz Joseph I. sie gemeinsam mit den übrigen städtischen Befestigungen als Festungsbauwerk auf, weil neue mauerbrechende Waffen sie wertlos gemacht hatten. Bis 1883 diente sie als Kaserne mit Depot, danach setzte sich die touristische Nutzung durch. Heute zählt die Stadt jährlich über eine Million Gäste.

Zwei Superlative, die leicht übersehen werden

Auf dem Berg stehen zwei technische Denkmäler, die kaum auf Ansichtskarten auftauchen:

Der Reißzug ist die weltweit älteste erhaltene Standseilbahn. Keutschach ließ ihn zur Versorgung der Burg ausbauen und sichern; der Name leitet sich von "Reise-zug" ab. Er ist damit rund vier Jahrhunderte älter als die Festungsbahn, die nur wenige Meter entfernt fährt.

Im Krautturm sitzt der Salzburger Stier, ein Orgelwerk, das über eine große hölzerne Walze nach Art einer übergroßen Spieluhr angetrieben wird - das älteste bestehende Orgel-Hornwerk der Welt. Ebenfalls hörbar: das Turmblasen jeden Sonntag von 11.45 bis 12.00 Uhr.

Wo die Aussicht am weitesten reicht

Vier Punkte lohnen den Umweg, und sie zeigen jeweils andere Richtungen:

  • Reckturm: der beste Rundblick auf Stadt und Grünland, tagsüber im Rahmen von Führungen zugänglich.
  • Hasengrabenbasteien (1634): Fernsicht nach Nordwesten, Westen und Süden.
  • Kuenburgbastei (1681): weiter Blick über die Altstadt und den Mönchsberg.
  • Ludwigs-Fernsicht: nach Süden, benannt nach König Ludwig I., errichtet an der Stelle des einstigen Äußeren Schartentores.

Praktisches für den Besuch

Die Adresse lautet Mönchsberg 34, 5020 Salzburg, telefonisch erreichbar unter +43 662 84 24 30-14. Wer mit dem Auto anreist, findet die Möglichkeiten und Kosten unter Parken in Salzburg; die Wege in die Stadt stehen im Überblick zur Anreise nach Salzburg.

Gastronomie gibt es oben zweifach: die Burgschenke mit Festungsrestaurant, deren gotisches Tonnengewölbe und historischer Burgsaal von Stuben wie der Zirbenstube und der Paris-Lodron-Stube ergänzt werden, sowie das Panoramarestaurant. Für Gruppen sind mittelalterliche Ritteressen gegen Voranmeldung möglich.

Hunde dürfen an der Leine und in Begleitung in die Außenbereiche, in Innenräume und Museen jedoch nicht - Assistenzhunde ausgenommen. In der Festungsbahn ist ein Maulkorb verpflichtend. Drohnenflüge sind auf dem gesamten Festungsgelände untersagt.

Wer mehrere Sehenswürdigkeiten an einem Tag plant, sollte die Salzburg Card durchrechnen: Fahrt mit der Festungsbahn und Eintritt zur Festung sind darin enthalten.

Stand August 2026. Preise gelten laut Salzburg AG seit 1. Februar 2026. Öffnungszeiten und Revisionstermine ändern sich - vor dem Besuch kurz auf der offiziellen Seite gegenprüfen.

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