Heiraten in Salzburg: Standesamt, Marmorsaal und Trauungsorte
Die Trauung im Marmorsaal von Schloss Mirabell kostet maximal 330 Euro, an einem externen Ort bis zu 500 Euro. Termine laufen über den Online-Trauungskalender, die Unterlagenliste kommt binnen 14 Tagen. Trauzeugen sind optional.
Vierzehn Orte, zwei Preisklassen
Standesamtlich heiraten geht in Salzburg an 14 Trauungsorten. Preislich zerfallen sie in zwei Gruppen, und der Unterschied ist erheblich:
| Wo | Kosten |
|---|---|
| Marmorsaal im Schloss Mirabell und Amtsräume | maximal 330 € |
| Externe Trauungsorte | maximal 500 € |
Der bekannteste Ort ist der Marmorsaal im Schloss Mirabell, der auch der gefragteste ist. Die 170 Euro Differenz zur externen Trauung sind dabei nur die Amtsgebühr; was der externe Ort selbst kostet, kommt obendrauf.
Wie der Termin zustande kommt
Der Ablauf ist in Salzburg klar getaktet und beginnt online:
- Termin buchen über den Online-Trauungskalender der Stadt.
- Binnen 14 Tagen schickt das Standesamt eine Liste der benötigten Dokumente.
- Aufgebot, also die Anmeldung zur Eheschließung, mit den Unterlagen persönlich beim Standesamt.
- Trauung am gebuchten Termin.
Die Dokumentenliste erst nach der Buchung zu bekommen, wirkt umständlich, hat aber einen Grund: Welche Papiere nötig sind, hängt vom Einzelfall ab - Staatsbürgerschaft, Vorehen, Kinder, ausländische Urkunden. Eine allgemeine Liste würde in vielen Fällen falsch sein.
Für den Marmorsaal empfiehlt sich früh buchen. Wer einen Samstag im Sommer will, konkurriert mit dem gesamten Bundesland und mit auswärtigen Paaren.
Trauzeugen sind optional
Ein Punkt, bei dem viele Paare von falschen Annahmen ausgehen: In Österreich sind Trauzeugen nicht verpflichtend. Man kann ohne heiraten.
Wer welche mitbringt, muss allerdings drei Bedingungen erfüllen. Die Trauzeugen müssen:
- volljährig sein
- Deutsch sprechen
- einen gültigen Lichtbildausweis mitbringen
Die Sprachbedingung ist die, die im Ernstfall Probleme macht: Wer den Trauzeugen aus dem Ausland einfliegt und der spricht kein Deutsch, braucht eine andere Lösung. Ein Dolmetscher ist möglich, muss aber organisiert werden.
Was im Marmorsaal nicht erlaubt ist
Zwei praktische Verbote, die Paare überraschen, wenn sie erst am Trauungstag davon erfahren:
Reis, Blütenblätter und Konfetti sind streng verboten. Die Stadt begründet das mit Sicherheit und Reinigung - nasse Blütenblätter auf Marmor sind eine Rutschgefahr, und der Saal wird am selben Tag mehrfach genutzt. Wer den klassischen Reisregen will, muss ihn außerhalb organisieren.
Im Innenhof von Schloss Mirabell darf nicht geparkt werden. Ein Vorfahren zum Aussteigen ist möglich, das Auto muss dann aber weg. Für Gäste bleiben die Kurzparkzonen der Umgebung und die Tiefgaragen - was am Wochenende zu bedenken ist, weil der Mirabellplatz zu den frequentierteren Ecken der Stadt gehört.
Der Pass auf den neuen Namen
Eine Möglichkeit, die die Stadt ausdrücklich anbietet und die Zeit spart: Österreichische Staatsbürger können 30 Tage vor der Hochzeit einen Reisepass auf den neuen Ehenamen beantragen - und ihn bei der Trauung überreicht bekommen.
Das ist praktisch, wenn direkt nach der Hochzeit eine Reise ansteht: Ohne diese Regelung müsste man erst heiraten, dann die Urkunde abwarten, dann den Pass beantragen und die üblichen fünf Arbeitstage einrechnen. Wer eine Hochzeitsreise ins Ausland plant, sollte diesen Weg von Anfang an mitdenken.
Eine Sperre im Kalender
Für Paare, die weit voraus planen, ein Termin zum Vormerken: Vom 4. bis 17. Oktober 2027 finden im Marmorsaal wegen Sanierungsarbeiten keine Trauungen statt. Wer diesen Zeitraum im Blick hat, muss auf einen anderen der 14 Orte ausweichen.
Kontakt zum Standesamt
| Standesamt Salzburg | |
|---|---|
| Adresse | Mirabellplatz 4, 5020 Salzburg |
| Telefon | +43 662 8072 3510 |
| heiraten@stadt-salzburg.at |
Die Adresse ist dieselbe wie beim Pass-Service - beide sitzen am Mirabellplatz 4, allerdings mit unterschiedlichen Durchwahlen. Details zum Marmorsaal und der Zugang zum Trauungskalender stehen auf der Seite des Standesamts.
Was das Ganze am Ende kostet
Die Amtsgebühr ist der kleinere Teil der Rechnung, aber der einzige, der feststeht. Zur Orientierung:
Schlichte Variante: Trauung im Marmorsaal, keine externe Location, Trauzeugen aus dem Freundeskreis. Amtsgebühr maximal 330 Euro, dazu die Kosten für Urkunden und gegebenenfalls den Pass auf den neuen Namen.
Externe Location: Amtsgebühr bis 500 Euro plus Miete und Auflagen des jeweiligen Orts. Der Aufpreis beim Amt entsteht, weil der Standesbeamte anreist und der Termin außerhalb der Amtsräume abgewickelt wird.
Was nicht dazugehört: Ringe, Kleidung, Blumen, Fotograf, Feier. Diese Posten übersteigen die Amtsgebühr in der Regel um ein Mehrfaches - die 330 Euro sind für die meisten Paare der günstigste Teil des Tages.
Vier Dinge, die vorher geklärt sein sollten
Der Termin. Zuerst buchen, dann alles andere planen. Ohne bestätigten Termin steht kein Datum fest, und die Unterlagenliste kommt erst danach.
Die Namensfrage. Ob und wie der Familienname geändert wird, entscheidet darüber, ob der Pass-Antrag 30 Tage vorher Sinn hat.
Die Trauzeugen. Wenn welche dabei sein sollen: volljährig, deutschsprachig, mit Ausweis. Sonst braucht es einen Dolmetscher.
Der Reisregen. Im Marmorsaal nicht möglich. Wer ihn will, sucht sich vorher eine Stelle außerhalb des Schlosses und sagt es den Gästen.
Alle Angaben nach dem Standesamt der Stadt Salzburg, Stand August 2026. Gebühren und Trauungsorte können sich ändern - verbindlich ist die Auskunft des Standesamts unter +43 662 8072 3510.