Müll entsorgen in Salzburg: Recyclinghof, Sperrabfall, Problemstoffe
Der Recyclinghof in der Siezenheimer Straße nimmt sechs Kubikmeter Sperrabfall gratis, Gartenabfälle bis einen Kubikmeter pro Tag und Problemstoffe in Haushaltsmengen. Dazu einmal jährlich eine kostenlose Abholung pro Objekt.
Eine Adresse für fast alles
Salzburgs Abfallwirtschaft ist zentral organisiert. Das Abfallservice der Stadt sammelt und entsorgt nach eigenen Angaben jährlich rund 84.000 Tonnen Abfall, und für alles, was nicht in die Tonne vor dem Haus passt, gibt es im Wesentlichen eine Anlaufstelle: den Recyclinghof in der Siezenheimer Straße 20 in Maxglan.
| Recyclinghof Siezenheimer Straße 20 | |
|---|---|
| Montag bis Freitag | 7:00 bis 18:00 |
| Samstag | 7:00 bis 14:00 |
| Telefon | +43 662 8072 4561 |
| Telefonisch erreichbar | Mo-Do 7:00-16:00, Fr 7:00-12:00 |
Die Öffnungszeiten sind für eine kommunale Einrichtung ungewöhnlich großzügig: Wer um sieben Uhr morgens vor der Arbeit hinfährt, kommt durch, und der Samstagvormittag ist voll abgedeckt. Wichtig ist der Unterschied zwischen Öffnungszeit und Telefonzeit - freitags ist ab 12 Uhr niemand mehr am Apparat, der Hof selbst aber noch bis 18 Uhr offen.
Sperrabfall: sechs Kubikmeter gratis
Als Sperrabfall gilt laut Stadt Salzburg Inventar, das nicht fix in der Wohnung verankert war und zu groß für die Restabfalltonne ist. Also Kästen, Sessel, Matratzen, Regale.
Es gibt zwei Wege, und beide sind kostenlos:
- Selbst hinbringen: Am Recyclinghof sind bis zu sechs Kubikmeter gratis.
- Abholen lassen: Eine kostenlose Abholung pro Jahr und Objekt ist inkludiert. Der Termin wird online über das Reservierungssystem der Stadt vereinbart.
Sechs Kubikmeter sind viel - das entspricht einer kompletten Wohnungseinrichtung. Für einen normalen Umzug oder eine Kellerentrümpelung reicht die Freimenge in der Regel aus.
Entscheidend ist, was nicht als Sperrabfall zählt: Elektroaltgeräte, Verpackungen, Textilien, Bauschutt und gefährliche Stoffe fallen heraus. Ebenso Gegenstände, für deren Transport mehr als zwei Personen nötig sind - das schließt schwere Klaviere und Werkbänke aus. Elektroaltgeräte werden nach Vereinbarung abgeholt, dann aber gegen Transportkostenersatz.
Gartenabfälle: ein Kubikmeter pro Tag
Für Gartenabfälle gilt am Recyclinghof eine eigene, deutlich engere Grenze: maximal ein Kubikmeter pro Tag ist kostenfrei. Wer einen Baum geschnitten hat, muss also entweder mehrfach fahren oder zahlen.
Zwei Fraktionen nimmt der Hof ausdrücklich nicht gratis: Rasenschnitt und Laub. Dafür ist die Biotonne vorgesehen. Wer regelmäßig mäht, kommt um eine ausreichend große Biotonne nicht herum - und genau dort liegt auch der Hebel bei den Gebühren.
Problemstoffe und gefährliche Abfälle
Medikamente, Batterien, Lacke, Mineralöl und Ähnliches dürfen nicht in den Restmüll. Die Stadt nimmt sie kostenlos in haushaltsüblichen Mengen an; am Recyclinghof liegt die Grenze für gefährliche Abfälle aus Haushalten bei fünf Litern. Darüber wird nach Preisliste verrechnet.
Zwei Bedingungen sind wichtig und werden oft übersehen. Erstens sollen die Stoffe möglichst in der Originalverpackung gebracht werden. Zweitens nimmt der Recyclinghof Behälter mit undefinierbarem Inhalt nicht an - das ausgewaschene Marmeladeglas mit einer unbekannten Flüssigkeit bleibt also stehen. Für solche Fälle verweist die Stadt auf die Salzburger Abfallbeseitigung in Siggerwiesen.
Die mobile Sammelstelle auf der Schranne
Wer nicht nach Maxglan fahren will, hat einmal pro Woche eine Alternative im Zentrum: Am Schrannentag, also Donnerstag, von 8:00 bis 12:00 Uhr steht eine mobile Problemstoffsammelstelle beim Eingang zum Rosengarten, also unmittelbar beim Markt vor Schloss Mirabell.
Angenommen werden dort kleine Mengen: vorsortierte Problemstoffe, Batterien, Speiseöl in den Öli-Kübeln, Medikamente, Lacke und Energiesparlampen. Eine Regel gilt speziell für Lithium-Batterien: Sie müssen von den übrigen Batterien getrennt und die Pole abgeklebt sein. Das ist kein Formalismus, sondern Brandschutz - unabgeklebte Lithiumzellen sind eine reale Zündquelle in Sammelfahrzeugen.
Die Kombination Markt und Sammelstelle ist praktisch: Wer donnerstags ohnehin am Grünmarkt vor Schloss Mirabell einkauft, nimmt die Altbatterien und die leeren Lackdosen gleich mit.
Was die Abfuhr kostet
Die Stadt hebt eine Abfallwirtschaftsgebühr je Objekt ein, deren Höhe sich aus Behältergröße und Abfuhrintervall ergibt - nicht aus der tatsächlich weggeworfenen Menge. Wer besser trennt, braucht eine kleinere Restabfalltonne oder eine längere Leerungsperiode und zahlt entsprechend weniger.
Die Stadt stellt dafür zwei Werkzeuge online: einen Gebührenrechner, mit dem man Behältergrößen und Intervalle durchprobieren kann, und einen Abfallkalender mit den Abfuhrterminen für die eigene Adresse. An- und Abmeldung von Behältern läuft ebenfalls online.
Der verbindliche Betrag für eine bestimmte Adresse kommt aus diesem Rechner, weil er Behältergröße, Intervall und Objekt zusammenrechnet. Wer vor einer Umstellung wissen will, was sie bringt, probiert dort zwei Varianten durch: eine kleinere Restabfalltonne bei gleichem Intervall, und dasselbe Volumen bei längerer Leerungsperiode.
Welche Tonnen es gibt
Im Stadtgebiet werden vier Fraktionen direkt beim Objekt abgeholt: Restabfall, Altpapier, Bioabfall und Kunststoff-PET. Leicht- und Metallverpackungen laufen über die gelben Säcke, die auch am Recyclinghof abgegeben werden können.
Für den Alltag heißt das: Glas, Metall über die Sackmenge hinaus, Elektrogeräte, Textilien, Bauschutt, Problemstoffe und Sperrabfall bringen Sie selbst zum Hof oder lassen sie abholen. Alles andere geht vor der Haustür weg.
Mineralwolle, Bauabfälle und andere Sonderfälle
Für einige Fraktionen gelten am Recyclinghof eigene Vorgaben, an denen Anlieferungen regelmäßig scheitern. Mineralwolle - also Glas- und Steinwolle aus Dämmarbeiten - wird nur in luftdicht verschlossenen Säcken angenommen. Wer die Dämmung locker auf den Anhänger lädt, fährt wieder heim. Der Grund ist Arbeitsschutz: Die Fasern sind lungengängig.
Bauschutt zählt nicht zum Sperrabfall und wird bei der Abholung nicht mitgenommen. Wer eine Wand herausgeschlagen hat, muss das selbst anliefern und über die Freimengen hinaus mit Verrechnung nach Preisliste rechnen.
Gelbe Säcke mit Leicht- und Metallverpackungen laufen normalerweise über die Abfuhr, können aber auch am Hof abgegeben werden - praktisch, wenn sich nach einem Fest mehr angesammelt hat, als der nächste Abfuhrtermin schluckt.
Gartenabfall-Abholung als eigener Weg
Neben dem Sperrabfall gibt es einen zweiten Abholdienst, der oft übersehen wird: Für Gartenabfälle stellt die Stadt ein eigenes Online-Reservierungssystem bereit. Wer keinen Anhänger hat und über der Tagesgrenze von einem Kubikmeter liegt, kann den Schnitt also abholen lassen, statt mehrfach nach Maxglan zu fahren.
Zusammen mit dem Abfallkalender, der die Abfuhrtermine für die eigene Adresse ausgibt, und der Möglichkeit, Behälter online an- und abzumelden, deckt das Abfallservice damit fast alles digital ab. Der Gang zum Amt entfällt - anders als bei der Parkbewilligung.
Die häufigsten Irrtümer
Erstens: Dass Rasenschnitt am Recyclinghof gratis ist. Ist er nicht - Gartenabfälle ja, bis einen Kubikmeter pro Tag, aber Rasenschnitt und Laub ausdrücklich nicht.
Zweitens: Dass Elektrogeräte Sperrabfall sind. Sie zählen nicht dazu und werden bei der Abholung nur gegen Transportkostenersatz mitgenommen. Am Hof selbst ist die Abgabe kostenlos.
Drittens: Dass die kostenlose Abholung mehrmals im Jahr gilt. Es ist eine pro Jahr und Objekt. Wer zweimal räumt, fährt das zweite Mal selbst.
Viertens: Dass man freitags nachmittags noch anrufen kann. Der Hof ist bis 18 Uhr offen, das Telefon ab 12 Uhr nicht mehr besetzt.
Alle Angaben nach der Stadt Salzburg, Abfallservice, Stand August 2026. Freimengen und Gebührenordnung können sich ändern - vor einer größeren Entrümpelung lohnt der Anruf unter +43 662 8072 4561.