SALZBURG JOURNAL

Der Rupertikirtag in Salzburg

Fünf Tage lang stehen die Plätze rund um den Dom voller Fahrgeschäfte, Handwerksstände und Festzeltbänke. Der Eintritt kostet nichts, die Mass 14,30 Euro - und am Landesfeiertag fahren die Öffis im ganzen Bundesland gratis.

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Der Rupertikirtag in Salzburg

Fünf Tage, vier Plätze, kein Eintritt

Der Salzburger Rupertikirtag läuft 2026 von Mittwoch, 23., bis Sonntag, 27. September, und zwar als 49. Domkirchweihfest zu Ruperti. Bespielt werden nach Angaben der Veranstalterin, dem Tourismusverband Salzburger Altstadt, der Alte Markt, der Residenzplatz, der Domplatz und der Kapitelplatz. Die Platzordnung derselben Veranstaltung zählt zusätzlich den Mozartplatz zur Veranstaltungsstätte - dort standen in früheren Jahren die Schmankerlstände. Wer den Mozartplatz einplant, sollte sich also nicht darauf verlassen, dass 2026 dort etwas aufgebaut ist.

Eintritt wird nicht verlangt, weder für das Gelände noch für das Festzelt. Bezahlt wird nur, was man isst, trinkt oder fährt.

TagDatumGeöffnet
Mittwoch23. September10:00 bis 22:30 Uhr
Donnerstag (Rupertitag)24. September11:15 bis 22:30 Uhr
Freitag25. September10:00 bis 22:30 Uhr
Samstag26. September10:00 bis 22:30 Uhr
Sonntag27. September11:15 bis 22:30 Uhr

Der späte Start am Donnerstag und am Sonntag ist kein Zufall: An beiden Tagen finden vormittags Gottesdienste im Dom statt, der Kirtag beginnt erst danach. Innerhalb der allgemeinen Zeiten gelten drei Sonderregeln, die den Tagesablauf bestimmen. Die Fahrgeschäfte laufen täglich bis 22:00 Uhr, der Handwerkermarkt am Alten Markt schließt schon um 18:00 Uhr, und in der Gastronomie endet die Musik um 22:00 Uhr, zugleich stoppt die Ausgabe von Speisen und Getränken. Sperrstunde ist 22:30 Uhr. Wer den Handwerksmarkt sehen will, muss also am Nachmittag kommen - abends ist dort zu.

Welcher Platz wofür steht

Die vier Plätze haben klar getrennte Funktionen, und das ist die wichtigste Orientierung für den ersten Besuch. Wer mit Kindern kommt, bleibt am Residenzplatz; wer einen Sitzplatz sucht, geht zum Kapitelplatz.

PlatzWas dort stehtZeiten
Alter MarktHandwerkermarkt mit über 20 Ausstellerinnen und Ausstellern, Hand.Werk.Stadt.-Hütte, Kirtagsdrucktäglich bis 18:00 Uhr
ResidenzplatzFahrgeschäfte, Spiel- und Schießbuden, Bierstände, Infostelle an der ResidenzmauerFahrgeschäfte bis 22:00 Uhr
DomplatzRupertibühne mit Brauchtums- und Kinderprogramm, ImbissständeProgramm 11:15 bis 22:00 Uhr
KapitelplatzFestzelt der Gastwirtevereinigung Großarltal, Blasmusiktäglich 11:00 bis 22:30 Uhr

Am Residenzplatz stehen die klassischen Nummern: Riesenrad, Autodrom, Kettenprater, Ufojet, Sturmsegler, dazu Pferde-, Schneewittchen- und Kinderkarussell, eine Kindereisenbahn, Korkenschießen, Entenfischen und Ball- und Pfeilwurf. Das historische Kettenkarussell stammt aus dem Jahr 1848; die Veranstalterin zählte zuletzt 15 historische und moderne Fahrgeschäfte. Zwischen den Buden stehen die Bierstände der Familie Sigl, der Stieglalm-Haferlwirt, das Sternbräu, zwei Knödelhütten und das Augustiner Bräu, das am Rupertikirtag eine Dachterrasse betreibt - Tische dort sind nur paketweise für bis zu acht Personen buchbar, der Gastgarten darunter ist frei zugänglich.

Die zentrale Anlaufstelle ist die Infostelle am Residenzplatz an der Residenzmauer, Standnummer 27. Dort gibt es Faltpläne, Lost-and-Found und die kostenlosen Kontaktarmbänder für Kinder.

Was ein Abend im Festzelt kostet

Das Festzelt am Kapitelplatz führt 2026 die Gastwirtevereinigung Großarltal. Die Preise stehen in der veröffentlichten Karte und sind damit die einzigen belastbaren Zahlen für den Kirtag - an den Ständen draußen wird jeweils der Betreiber selbst kalkuliert haben.

PositionMengePreis
Mass Stiegl-Goldbräu1 l14,30 €
Stiegl-Goldbräu, Radler oder Freibier alkoholfrei0,5 l7,40 €
Cola oder Almdudler0,25 l4,70 €
Sodawasser0,25 l3,00 €
Grüner Veltliner, Winzer Krems0,25 l6,80 €
Leberkäsesemmel-5,60 €
Ruperti Schweinsbratwürstel mit Sauerkraut und Almbrot-13,80 €
halbes Grill-Hendl-16,90 €
Kasnocken mit Almkäse-17,30 €
Großarler Schweinebraten mit Serviettenschnitte-23,10 €
Kaiserschmarren mit Zwetschkenröster-15,90 €

Zwei Zeiten dazu: Die warme Küche läuft von 11:30 bis 20:30 Uhr, danach gibt es nur noch Getränke, und auch die nur bis 22:00 Uhr. Eine Tischreservierung ist möglich, aber nicht nötig - ohne Reservierung kommt man ebenfalls hinein. Für Gläser, Krüge und PET-Flaschen gilt am gesamten Gelände ein einheitliches Pfandsystem.

Wer mehr über den Kirtag wissen will als über sein Bier, kann eine geführte Tour hinter die Kulissen buchen: 15 Euro pro Person inklusive einem Schmankerl, rund eineinhalb Stunden, Treffpunkt bei der Hand.Werk.Stadt.-Hütte am Alten Markt. Termine sind Montag, 21., und Dienstag, 22. September, jeweils 17:00 Uhr, sowie täglich um 11:00 Uhr von Mittwoch bis Sonntag.

Anreise: der 24. September ist der günstigste Tag

Zum Kirtag gehört seit Jahren die Freifahrt des Salzburger Verkehrsverbunds unter dem Titel Benzinfrei-Tage. Zum Rupertitag am 24. September gilt laut den FAQ der Veranstalterin das Motto Landes-Feiertag ist Landes-Freifahrttag: Bus und Bahn sind an diesem Tag im gesamten Bundesland kostenlos. Vorsicht bei der Planung mehrerer Tage - 2023 galt die Freifahrt an drei Tagen, 2025 an sechs, und die Seite des Verkehrsverbunds zu den Benzinfrei-Tagen stand im August 2026 noch auf dem Stand des Vorjahres. Belegt ist derzeit nur der 24. September; für die übrigen Kirtagstage brauchen Sie voraussichtlich ein Ticket.

Wie die Freifahrt funktioniert, ist gut dokumentiert: kein Ticket nötig, gültig von Betriebsbeginn bis Betriebsende in allen Linienbussen und in Nah- und Fernverkehrszügen innerhalb Salzburgs, inklusive Salzburger und Pinzgauer Lokalbahn sowie den Nachtbussen im Flachgau. Hund und Fahrrad fahren mit, Fahrräder allerdings nicht im Fernverkehr. Und die Aktion endet an der Landesgrenze: Auf der S-Bahn gilt sie bis Salzburg-Liefering, für die eine Station weiter nach Freilassing braucht es ein Ticket.

An allen anderen Tagen kostet die Einzelfahrt in der Kernzone 2,50 Euro, die 24-Stunden-Karte 5,20 Euro; die Tarife stehen bei den Öffis in Salzburg. Mit dem Auto ist der Kirtag der denkbar schlechteste Anlass für eine Fahrt in die Innenstadt: Seit 1. Juli 2026 ist die Altstadt nur mehr in Ausnahmefällen befahrbar, und das Festgelände selbst hat ohnehin Fahrverbot. Wer mit dem Auto kommt, nutzt Park and Ride - mit der Einschränkung, dass das Fahrzeug bis Mitternacht wieder abgeholt sein muss. Die Anlagen und Preise stehen beim Parken in Salzburg, die Wege in die Stadt bei der Anreise nach Salzburg. Auch Fahrräder dürfen auf dem Gelände weder gefahren noch an Absperrgittern abgestellt werden.

Mit Kindern am Kirtag

Die Stadt Salzburg zahlt Kindern und Jugendlichen mit gültiger Aktiv:KarteKIDS zehn Gutscheine zu je 3 Euro, die bei den teilnehmenden Fahrgeschäften eingelöst werden können. Die Stadt veranschlagt dafür rund 16.700 Euro; 2025 wurden nach Angaben der Stadt Salzburg rund zwei Drittel der ausgegebenen Gutscheine eingelöst. Wer die Karte erst nach der Ausgabe beantragt, bekommt die Wertmarken bei der Ausstellung.

Praktisches für den Tag mit kleinen Kindern: Die Kontaktarmbänder mit Platz für Name und Telefonnummer gibt es kostenlos an der Infostelle und bei allen Fahrgeschäften. Toiletten stehen am Alten Markt, am Residenzplatz, am Residenzplatz Ecke Post, am Kapitelplatz, in den Dombögen und am Domplatz; der einzige Wickeltisch ist bei den Toiletten in den Dombögen. Und ein Punkt, den man selten mitdenkt: Der Schallpegel kann laut Platzordnung 93 Dezibel überschreiten, weshalb es kostenlosen Gehörschutz in der Infohütte am Alten Markt und im Festzelt gibt.

Was auf welcher Bühne läuft

Eröffnet wird der Kirtag am Mittwoch von 12:00 bis 13:00 Uhr auf der Rupertibühne am Domplatz mit dem Hissen der Marktfahne. Diese Zeremonie übernimmt traditionell der Hanswurst, eine Figur, die seit der Wiederbelebung des Kirtags 1977 zum Fest gehört und seit einem Vierteljahrhundert vom Pinzgauer Johannes Rupert Franz verkörpert wird.

Danach folgt der Ablauf jeden Tag demselben Muster, nachzulesen im Programm des Rupertikirtags: vormittags die Morgenmusi um 11:15 Uhr am Residenzplatz und um 12:10 Uhr am Domplatz, nachmittags von 16:00 bis 18:30 Uhr das Brauchtumsprogramm einer Region, abends von 19:30 bis 22:00 Uhr eine Blasmusik- oder Tanzlmusikgruppe. Die Reihenfolge der Regionen ist fix: Mittwoch Flachgau, Donnerstag Tennengau, Freitag Pinzgau, Samstag Stadt Salzburg, Sonntag Lungau. Im Festzelt spielt von 11:30 bis 16:00 Uhr eine Kapelle, ab 17:00 Uhr die nächste.

Für Kinder gibt es am Donnerstag und Freitag um 11:15 und 14:30 Uhr Kasperltheater, am Sonntag zu denselben Zeiten den Bubble Clown, und am Samstag von 11:15 bis 14:15 Uhr spielen Ensembles des Musikums.

Der kirchliche Teil rund um den 24. September

Der Kirtag hängt an einem Kirchenfest, und das läuft parallel weiter. Am Donnerstag, 24. September, dem Hochfest der Diözesan- und Landespatrone Rupert und Virgil, beginnt der Tag um 9:30 Uhr mit der Statio in der Stiftskirche St. Peter und der anschließenden Prozession zum Dom. Um 10:00 Uhr feiert Erzbischof Franz Lackner das Pontifikalamt im Salzburger Dom, um 12:00 Uhr folgt Musik zu Mittag, um 19:00 Uhr ein zweites Pontifikalamt in St. Peter mit Mozarts Orgelsolomesse.

Davor und danach: Am Mittwoch um 18:00 Uhr Pontifikalvesper in St. Peter, am Freitag um 9:00 Uhr das ökumenische Morgengebet der christlichen Kirchen zum Domkirchweihfest, am Sonntag um 9:00 Uhr Hochamt in der Franziskanerkirche mit Haydns Nelsonmesse und um 17:00 Uhr Abendmusik im Stift Nonnberg. Wer den Kirtag ohnehin besucht, bekommt hier Kirchenmusik in Besetzungen, für die sonst Karten verkauft würden.

Warum das Fest auf den 24. September fällt

Der 24. September ist der Namenstag des heiligen Rupert, des Salzburger Landespatrons, und im Land Salzburg gesetzlicher Feiertag. Der Bezug zum Dom ist älter als der heutige Kirtag: Nach Darstellung des DomQuartiers wurde 1628 unter Fürsterzbischof Paris Lodron acht Tage lang die Fertigstellung des Doms gefeiert, und der Höhepunkt war die Übertragung der Reliquien von Rupert und Virgil in den Dom am 24. September. Zum Barockfest gehörten Weinbrunnen mit weißem und rotem Wein, Münzauswurf von den Residenzen, ein Feuerwerk des Pyrotechnikers Sebastian Hell und eine Lotterie, deren Hauptpreis ein Wiener Haus im Wert von 6.000 Gulden war.

Der heutige Kirtag ist deutlich jünger. Die Stadt Salzburg, deren Markt- und Veterinäramt die Veranstaltung behördlich betreut, datiert ihn auf mehr als 40 Jahre; die Veranstalterin nennt 1977 als Jahr der Wiederbelebung. 2022 zählte das Fest rund 180.000 Besucherinnen und Besucher - für eine Stadt mit knapp 159.000 Hauptwohnsitzen eine Größenordnung, die erklärt, warum die Altstadt an diesen fünf Tagen anders funktioniert als sonst.

Kein Feuerwerk, dafür strenge Platzregeln

Eine Frage kommt jedes Jahr: Warum endet der Kirtag ohne Feuerwerk? Der Grund ist Luftfahrtrecht. Nach § 128 Abs. 2 Luftfahrtgesetz ist die Verwendung von Feuerwerkskörpern mehrerer Kategorien innerhalb von Sicherheitszonen während der Flugplatzbetriebszeiten verboten, und die genehmigten Betriebszeiten des Salzburger Flughafens laufen von 6 bis 23 Uhr. Damit bleibt kein Zeitfenster übrig, in dem über der Altstadt legal geschossen werden dürfte.

Auch sonst ist die Platzordnung strenger, als ein Volksfest vermuten lässt. Verboten sind unter anderem Glasbehälter und Dosen, pyrotechnische Gegenstände, Drohnen, Laserpointer und Trillerpfeifen, Pfeffersprays, große Rucksäcke und Reisekoffer sowie Skateboards, Scooter und Segways. Blitzlicht ist während der Veranstaltung untersagt. Bierkrüge und Geschirr dürfen die Gastrobereiche nicht verlassen. Hunde sind erlaubt, müssen aber Maulkorb und Leine tragen; Blindenführ- und Partnerhunde brauchen ein Führgeschirr. Es gilt das Salzburger Jugendschutzgesetz.

Für den Abend gibt es ein eigenes Sicherheitsangebot: An der Infostelle am Residenzplatz sind von Mittwoch bis Sonntag jeweils 18:00 bis 22:30 Uhr Expertinnen ansprechbar, die mit der Security vernetzt sind; wer nicht sprechen will, kann ein Codewort oder ein Zeichen verwenden. Es gibt einen geschützten Rückzugsraum. Seelsorgerinnen und Seelsorger der Erzdiözese sind an den Abenden des 23. und 25. September auf dem Gelände unterwegs. Assistenz für Menschen mit Behinderung wird auf Anfrage organisiert.

Alle Angaben Stand August 2026 und bezogen auf den 49. Rupertikirtag von 23. bis 27. September 2026. Die Festzeltpreise stammen aus der veröffentlichten Karte der Gastwirtevereinigung Großarltal, die Freifahrt am 24. September aus den Angaben der Veranstalterin - der Verkehrsverbund hatte die Benzinfrei-Tage 2026 zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgeschrieben.

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