SALZBURG JOURNAL

Die schönsten Parks in Salzburg

Der Mirabellgarten steht seit 2007 unter Denkmalschutz, der Volksgarten misst 45.000 Quadratmeter, und die Hellbrunner Allee war schon 1933 Naturdenkmal. Ein Überblick über die Grünanlagen der Stadt mit Flächen, Öffnungszeiten und Regeln.

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Die schönsten Parks in Salzburg

Wie viel Grün die Stadt tatsächlich hat

Die Zahlen der Magistratsabteilung 7/02 Stadtgärten geben ein klareres Bild als jeder Spaziergang: Die Dienststelle Grünflächen betreut über 165 Hektar an öffentlichen Grünanlagen, Parks und Spielplätzen. Dazu kommen rund 22.000 Bäume auf städtischen Grundstücken, die in einem Baumkataster erfasst und jährlich von einer externen Fachfirma begutachtet werden, sowie mehr als 1.500 Bänke im Stadtgebiet. Die Stadtgärtnerei in der Karl-Höller-Straße zieht dafür jedes Jahr etwa 300.000 Jungpflanzen heran - einen Pflanzenverkauf gibt es dort nicht.

Nach Fläche sortiert sieht die Übersicht der städtischen Parkanlagen so aus:

ParkanlageStadtteil / LageFläche
Schlosspark HellbrunnHellbrunnrund 500.000 m²
Hans-Donnenberg-ParkAm Almkanal, Nonntalrund 80.000 m²
Mirabellgarten und KurgartenNeustadtüber 50.000 m²
VolksgartenVolksgartenstraßerund 45.000 m²
Lehener ParkLehenrund 35.000 m²
PreuschenparkParschrund 35.000 m²
GlanspitzLehen, Rechte Glanzeilerund 30.000 m²
Baron-Schwarz-ParkAigenrund 25.000 m²
Gnigler ParkGnigl, Minnesheimstraßerund 20.000 m²

Zwischen dem größten und dem kleinsten Eintrag dieser Liste liegt der Faktor 25. Praktisch heißt das: Hellbrunn und der Hans-Donnenberg-Park sind Ziele für einen halben Tag, die übrigen Anlagen für eine Stunde. Der Schlosspark Hellbrunn ist dabei ein Sonderfall; Wasserspiele, Preise und Öffnungszeiten stehen im Beitrag zu Schloss Hellbrunn. Hier geht es um die Anlagen im engeren Stadtgebiet.

Mirabellgarten: der Garten mit den Öffnungszeiten

Der Mirabellgarten ist die einzige Salzburger Parkanlage mit festen Sperrzeiten. Nach Angaben der Stadt gelten von April bis September 5 bis 23 Uhr und von Oktober bis April 7 bis 22 Uhr; im Winter kommen Teilsperrungen einzelner Bereiche dazu. Das ist kein Zufall, sondern Folge des Status: 2007 stellte das Bundesdenkmalamt die gesamte Schloss- und Gartenanlage unter Denkmalschutz, weil der Mirabellgarten zu den ersten öffentlich zugänglichen Barockgärten mit einer derartigen Dichte an Statuen, Brunnen und Figurengruppen zählt.

Für das Publikum geöffnet wurde er allerdings schon deutlich früher. Die Zeittafel der Stadt Salzburg nennt 1854 als Jahr der Öffnung für die Bevölkerung und 1870 als Jahr, in dem der Garten an die Stadt überging. Der Pegasusbrunnen kam 1913 dazu, die Treppe zum Kurgarten schon 1893/94.

Vier Teile lohnen einen eigenen Blick:

  • Der Zwerglgarten ist der älteste Europas und entstand um 1695 unter Erzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein. Die ersten Figuren aus Untersberger Marmor fertigte vermutlich 1691/92 ein Künstlerkollektiv unter Ottavio Mosto und Bernhard Michael Mandl. Ursprünglich waren es 28 Zwerge - in der Aufklärung kamen die Figuren in Verruf, Anfang des 19. Jahrhunderts wurden sie versteigert. Erst 1919 beschloss der Gemeinderat den Wiederaufbau. Heute besitzt die Stadt 19 Zwerge.
  • Der Rosengarten an der Südfassade des Schlosses war im frühen 18. Jahrhundert ein Baumgarten mit 64 Feldern für Pomeranzen, in den Kriegsjahren des 20. Jahrhunderts zeitweise Gemüsebeet, und bekam um 1955 sein heutiges geometrisches Muster. Nach der jüngsten Sanierung schmücken ihn rund 1.600 Rosen und 2.500 Stauden; dabei wurde auch ein rollstuhltauglicher Zugang errichtet.
  • Das Heckentheater, zwischen 1704 und 1718 unter dem Gartenarchitekten Matthias Diesel errichtet, ist in dieser Bauform in Österreich ohne Vergleich. Statt einer Guckkastenbühne hat es einen dreiteiligen Aufbau mit Parterre zwischen Heckenbühne und umlaufendem Zuschauerraum. Der Bühnenraum wurde 2015 saniert, der Zuschauerraum 2024 nach historischem Vorbild umgestaltet. Konzerte finden dort bis heute statt.
  • Der Orangeriegarten geht auf die Umgestaltungen durch Johann Lucas von Hildebrandt für Fürsterzbischof Franz Anton von Harrach in den ersten beiden Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts zurück. Der historische Standort blieb erhalten, die heutige Gestaltung orientiert sich an Plänen aus dem 18. Jahrhundert.

Wer den Garten mehrmals im Jahr besucht, sieht praktisch nie dasselbe. Im Frühjahr stehen bis zu 50.000 Stiefmütterchen, Bellis und Vergissmeinnicht im Parterre. Im Mai wird komplett umgepflanzt - etwa 40.000 neue Blumen wie Begonien, Pelargonien, Tagetes und Zinnien kommen in die Beete. Im Oktober folgen rund 15.000 Zwiebelgewächse und noch einmal 30.000 Stiefmütterchen.

Volksgarten: der Park für Leute, die sich bewegen wollen

Mit rund 45.000 Quadratmetern ist der Volksgarten die viertgrößte Anlage der Stadt, und er ist der eindeutigste Sportpark unter ihnen. Die Beachvolleyball-Anlage mit zwei Plätzen wurde 2021 neu errichtet: 400 Kubikmeter Quarzsand auf 1.000 Quadratmetern, mit Feldmarkierungen und höhenverstellbaren Netzen, ganzjährig frei zugänglich. Dazu kommen eine Calisthenics-Anlage und seit 2020 eine überdachte Boulderwand aus Holz, 12,5 Meter lang und bis zu vier Meter hoch, deren Routen jährlich umgesteckt werden. Eine baugleiche Wand steht am Sportzentrum Mitte in der Akademiestraße.

Frei zugängliche Beachvolleyball-Plätze gibt es laut Stadt außerdem im Baron-Schwarz-Park, im Hans-Donnenberg-Park, im Dr.-Hans-Lechner-Park und im Spielpark an der Kleßheimer Allee. Die zehn Bewegungsinseln der Stadt - kompakte Geräteanlagen mit Schautafel - verteilen sich unter anderem auf den Glanspitz, den Stadtpark Lehen, den Preuschenpark, den Gnigler Park und den Schlosspark Hellbrunn. Die vollständige Aufstellung führt die Stadt in ihrer Übersicht der Sportangebote im öffentlichen Raum.

Hellbrunner Allee: kein Park, aber das älteste Schutzgebiet

Formal zählt die Hellbrunner Allee nicht zu den Parkanlagen. Wer in Salzburg unter freiem Himmel geht, kommt trotzdem kaum an ihr vorbei - und sie ist der naturschutzfachlich wertvollste Grünraum der Stadt.

Angelegt wurde sie 1614 und 1615, als Fürsterzbischof Markus Sittikus den inneren Schlossgarten von Hellbrunn zu einem Landschaftsgarten erweiterte, der bis an den sichtbaren Horizont reichen sollte. Die Allee folgt der geraden Linie vom Wasserschloss Freisaal zum Wasserschloss Anif; diese Geradlinigkeit war Programm und stand für den Machtanspruch des Herrschers. Für die Bepflanzung wählte Sittikus die drei Baumarten der Umgebung: Stieleiche, Rotbuche und Schwarzpappel. Der Fürstenweg vom Schloss zur Salzach bekam dagegen Winterlinden - beides gilt bis heute als Vorgabe für Ersatzpflanzungen.

Der Schutzstatus ist bemerkenswert alt. Die Stadt führt die Allee samt Fürstenweg mit 9,9 Hektar als Geschützten Landschaftsteil seit 1986; davor stand sie seit 1933 als Naturdenkmal unter Schutz und zählt damit zu den ältesten Schutzgebieten des Landes. Naturschutzfachlich bildet sie den mit Abstand größten Altholzbestand im Land Salzburg. Wie speziell dieser Lebensraum ist, zeigt eine einzelne Zahl aus der Aufstellung der 37 geschützten Landschaftsteile: Zehn Käferarten haben in der Hellbrunner Allee ihr landesweit einziges bekanntes Vorkommen, zehn weitere kommen im ganzen Land nur an einem zweiten Ort vor.

Die Allee ist nicht die einzige geschützte Baumreihe im Süden der Stadt. Die Hellbrunner Straße (2 Hektar, seit 1986) trägt Linden, Ahorne, Eschen, Rosskastanien und Rotbuchen, die bis zu 300 Jahre alt sind. Die Fürstenallee wurde um 1790 als Allee gestaltet, ihre ältesten Bäume sind damit fast 250 Jahre alt. Und die Leopoldskroner Allee mit der Leopoldskronstraße geht auf das Jahr 1732 zurück, als Fürsterzbischof Firmian sie mit Rosskastanien bepflanzen ließ - damals im Land kaum bekannte Bäume, heute die mit Abstand älteste Kastanienallee Salzburgs.

Die kleineren Anlagen, sortiert nach dem, was sie können

Aigner Park (2,2 Hektar, seit 1980 geschützt): Der Landschaftsgarten rund um Schloss Aigen und eine seit dem frühen 16. Jahrhundert bekannte Bitterquelle entstand in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts und wurde vor allem unter Domherr Ernst Fürst Schwarzenberg ausgebaut. Aussichtsterrassen, begehbar gemachte Höhlen, Wasserfälle und ein dichtes Wegenetz machen ihn zum ältesten bemerkenswerten Landschaftsgarten im süddeutsch-österreichischen Raum.

Gnigler Park (2 Hektar, Geschützter Landschaftsteil seit 1988, davor ab 1933 Naturdenkmal): Ursprünglich barocker Schlossgarten von Schloss Minnesheim, das Fürsterzbischof Paris Lodron als Familiensitz errichten ließ, um 1790 klassizistisch umgestaltet. Von den historischen Bauwerken - Kapelle, Taubenhaus, Erdpyramide, chinesische Brücke - ist nichts erhalten, von den mächtigen Bäumen des alten Minnesheimparks dagegen einiges.

Josefiau (22 Hektar, seit 1983 geschützt): Der letzte erhaltene Auwaldrest an der Salzach, benannt nach einem Herrenhof aus fürsterzbischöflicher Zeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde fast der gesamte umliegende Naturraum verbaut. Geschützt wurde der Wald wegen seiner Erholungsfunktion, seiner Bedeutung in der Frischluftschneise der Salzach und der Artenvielfalt. Im Frühjahr sind dort die typischen Auwald-Geophyten zu sehen.

Leopoldskroner Weiher: Das rund 13 Hektar große Gewässer südlich des Mönchsbergs wird von einem kleinen Zulauf des Almkanals gespeist und wurde im 18. Jahrhundert Teil des Schlossparks. Rundherum führen Spazierwege, dazu gibt es einen kleinen Spielplatz. Die Stadt bittet ausdrücklich darum, die Wasservögel nicht zu füttern - Graugänse, Schwäne, Enten, Mandarinenten und Haubentaucher sind dort zu beobachten. Und ein Hinweis, den man ernst nehmen sollte: Das Betreten der Eisfläche im Winter ist nicht möglich, weil sich wegen der Wasserbewegung keine durchgehend stabile Eisdecke bildet. In der Firmianstraße hinter dem Freibad Leopoldskron liegt außerdem eine 80 Quadratmeter große Calisthenics-Anlage.

Rainberg: Der Berg trägt gleich zwei Schutzgebiete - ein Naturwaldreservat von 3,2 Hektar und die 1 Hektar große Felsensteppe, deren Steppenpflanzen die nacheiszeitliche Wärmezeit überdauert haben. Seit rund 30 Jahren wird der Hang wieder von Schafen oder Ziegen beweidet, um die 7.000 Jahre alte Weidetradition fortzusetzen. Der benachbarte Mönchsberg ist über den Aufzug erreichbar - Preise und Betriebszeiten stehen beim Mönchsberg-Aufzug.

Was in Salzburgs Parks gilt

Für Parkanlagen und Spielplätze gilt eine gemeinsame Parkordnung der Stadt. Die wichtigsten Punkte:

  • Allgemeines Fahrverbot. Radfahren ist nur auf gekennzeichneten Radwegen erlaubt.
  • Offene Feuer sind verboten. Gegrillt werden darf nur am dafür ausgewiesenen Platz, die Regelung dazu steht bei den Grillplätzen in Salzburg.
  • Ruhe ab 22 Uhr.
  • Auf Spielplätzen gelten zusätzlich Rauch-, Alkohol- und Hundeverbot. Bei gefrorenem Fallschutzboden dürfen die betroffenen Geräte nicht benützt werden.
  • Im Winter sind nicht von Schnee und Eis geräumte Wege gesperrt.
  • Bei Sturm ist die Anlage wegen Baumsturzgefahr zu verlassen.

Zuständig ist die MA 7/02 Stadtgärten am Fürstenweg 41, erreichbar unter +43 662 8072-4901 und stadtgaerten@stadt-salzburg.at. Dort werden auch Schäden und besondere Vorkommnisse gemeldet.

Drei Wege, die sich lohnen

Für einen Nachmittag ohne Auto lassen sich die Anlagen gut zu Ketten verbinden. Der Süd-Weg beginnt am Schloss Freisaal und folgt der Hellbrunner Allee 2,5 Kilometer geradeaus bis Hellbrunn - unterwegs liegen die Josefiau und die geschützten Baumreihen der Hellbrunner Straße. Der West-Weg führt vom Leopoldskroner Weiher über die Moosstraße, mit über fünf Kilometern die längste geradlinige Allee im Land Salzburg, hinaus ins Leopoldskroner Moos. Und der Kurz-Weg für eine Stunde: Mirabellgarten, Kurgarten und die Treppe von 1893/94 dazwischen, alles fußläufig vom Hauptbahnhof und von jeder Obus-Linie aus.

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