SALZBURG JOURNAL

Der Mönchsberg: Aufzug, Wege und was oben liegt

Der Aufzug schafft 60 Höhenmeter in 30 Sekunden und kostet 3,40 Euro bergwärts. Wer ihn öfter braucht, fährt mit der persönlichen Monatskarte um 22 Euro - und darf damit auch die Festungsbahn benutzen.

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Der Mönchsberg: Aufzug, Wege und was oben liegt

Dreißig Sekunden für sechzig Höhenmeter

Der Mönchsbergaufzug fährt aus der Gstättengasse 13 mitten in der Altstadt senkrecht durch den Berg hinauf zur Bergstation auf 485 Metern Seehöhe. Die Strecke beträgt 60 Meter, die Fahrt dauert rund 30 Sekunden, pro Kabine passen bis zu 17 Personen. Betrieben wird er wie die Festungsbahn von der Salzburg AG.

Die Preise laut Tarifübersicht der Salzburg AG:

TicketBerg- oder TalfahrtBerg- und Talfahrt
Erwachsene3,40 €4,80 €
Kinder (6 bis 14,99 Jahre)1,50 €2,20 €
Gruppe Erwachsene2,90 €4,40 €
Gruppe Jugendliche1,50 €2,20 €

Die einfache Fahrt lohnt sich, wenn Sie in eine Richtung zu Fuß gehen - was am Mönchsberg fast immer sinnvoll ist, weil die schönsten Aussichtsplätze ohnehin auf dem Weg liegen. Zwischen einfacher Fahrt und Retourticket liegen nur 1,40 Euro.

Wochen- und Monatskarten, die kaum jemand kennt

Für alle, die regelmäßig hinauf müssen - etwa zur Arbeit, ins Museum oder zum Spazierengehen -, gibt es Zeitkarten. Sie stehen nicht auf den Touristenseiten, sind aber der eigentliche Preisvorteil:

KartePreisGültigkeit
Wochenkarte (übertragbar)14,00 €ein Standort
Monatskarte (übertragbar)39,60 €ein Standort
Monatskarte (persönlich)22,00 €beide Standorte
Monatskarte für Schüler und Lehrlinge (persönlich)10,80 €ein Standort

Der Punkt, an dem sich das Rechnen lohnt: Die persönliche Monatskarte um 22 Euro ist die einzige Variante, die an beiden Standorten gilt, also am Mönchsbergaufzug und an der Festungsbahn. Alle anderen Zeitkarten sind standortgebunden. Bei 3,40 Euro je Bergfahrt hat sich die persönliche Monatskarte nach sieben Fahrten bezahlt gemacht - und sie kostet 17,60 Euro weniger als die übertragbare.

Und ein Hinweis für Jahreskartenbesitzer: Das Klimaticket gilt hier nicht. Touristische Angebote wie der Aufzug sind ausdrücklich ausgenommen, ein reguläres Ticket ist nötig. Was im normalen Stadtverkehr gilt, steht im Überblick zu Obus, Bus und S-Bahn in Salzburg.

Kombiticket mit dem Museum der Moderne - und für Junge gratis

Wer ohnehin ins Museum will, sollte nicht zweimal zahlen. Das Kombiticket enthält Berg- und Talfahrt plus Eintritt in beide Häuser des Museums der Moderne, also Mönchsberg und Rupertinum in der Altstadt:

  • Erwachsene: 17,00 €
  • Gruppe Erwachsene: 14,00 €
  • Junge Erwachsene bis 27 Jahre: 12,00 €
  • Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre: kostenlos

Die Gratisregelung für alle bis 19 Jahre ist eine befristete Jubiläumsaktion des Museums gemeinsam mit der Salzburg AG: Sie umfasst Museumsbesuch samt Berg- und Talfahrt und gilt vom 1. Jänner bis 31. Dezember 2026. An der Kasse ist ein Lichtbildausweis vorzuzeigen. Für Familien ist das der mit Abstand günstigste Weg auf den Berg.

Auch die Salzburg Card enthält Fahrt und Museumseintritt. Wer mehrere Ziele an einem Tag plant, sollte sie gegenrechnen.

Betriebszeiten

TagBetrieb
Montag8.00 - 19.00 Uhr
Dienstag bis Sonntag8.00 - 21.00 Uhr
ab 18. Juli 2026 (Festspielzeit)täglich 8.00 - 23.00 Uhr
24. und 25. Dezember8.00 - 19.00 Uhr
31. Dezember8.00 - 1.00 Uhr

Der Montag ist die Falle: Zwei Stunden früher Schluss als an allen anderen Tagen, und das fällt mit den Schließtagen des Museums zusammen. Wer montags abends oben essen war, sollte den Rückweg zu Fuß einplanen oder vor 19 Uhr an der Bergstation sein. Die aktuellen Zeiten stehen in der Betriebsübersicht der Salzburg AG.

Der erste Aufzug hing außen an der Felswand

Der heutige Lift im Berginneren hat einen spektakuläreren Vorgänger. Der Privatbankier Karl Leitner ließ von 1889 bis 1891 von der Gstättengasse aus einen elektrisch betriebenen Panorama-Lift errichten, der außen an der Felswand hinaufführte - seinerzeit der höchste Aufzug Europas, wie die Stadt Salzburg in ihrer Darstellung des Berges festhält. Bei den Salzburgern war er ausgesprochen beliebt.

Bemängelt wurde allerdings die geringe Kapazität. Als 1948 oben ein neues Kaffeehaus gebaut wurde, verlegte man den Lift daher ins Innere des Berges, nun mit drei Fahrkabinen. Seither wurde er mehrfach modernisiert. Dass die Fahrt heute nichts mehr zu sehen bietet, hat also einen banalen Grund: Sie sitzen im Fels statt davor.

Fünf Wege hinauf, ganz ohne Aufzug

Der Mönchsberg lässt sich von allen Seiten begehen, und die Zugänge sind historisch gewachsen:

  • Von Osten über den Toskaninihof: die Clemens-Holzmeister-Stiege, früher Festspielhausstiege. Sie geht auf die gedeckte Stiege der St.-Peter-Wacht zurück und trägt heute den Namen des Erbauers des Kleinen Festspielhauses.
  • Von Norden über Mülln: jahrhundertelang die wichtigste Fahrstraße auf den Berg. Heute führen Treppen von der Müllner Kirche und von der Müllner Hauptstraße zur Müllner Schanze hinauf.
  • Von Westen über die Riedenburg: Bürgermeister Franz von Hueber ließ 1892 eine Treppe nördlich des Sigmundstores quer durch die Lodronsche Befestigungsmauer zur Bürgerwehr anlegen.
  • Von Süden durch das Bürgermeisterloch: Paris Lodron verschloss den alten Fahrweg 1635 mit einer breiten Wehrmauer, womit der Zugang von der Brunnhausgasse fast 230 Jahre lang unterbrochen war. Erst 1863 ließ Bürgermeister Heinrich Ritter von Mertens wieder einen Durchbruch schlagen.
  • Von Südosten über den Festungsberg: alte Wege aus dem Nonntal, über die Nonnberggasse am Kloster Nonnberg vorbei oder über die Nonnbergstiege und den Hohen Weg zum Schartentor. Von dort sind es wenige Minuten zur Festung Hohensalzburg.

Der Höhenunterschied ist überschaubar, die Wege sind befestigt. Wer den Aufzug nur bergwärts nimmt und über eine der Stiegen zurückgeht, spart nicht nur 1,40 Euro, sondern sieht auch den Berg statt nur den Liftschacht.

Die Aussichtsterrassen und wonach sie benannt sind

Auf dem Rücken des Berges liegen mehrere historische Aussichtsplätze, die jeweils in eine andere Richtung schauen:

  • Richterhöhe: Fernsicht nach Süden und Südwesten bis zum Untersberg, zum Hohenstaufen und zur dahinterliegenden Alpenkette. Benannt wurde sie 1906 nach dem Salzburger Geografen und Alpinisten Eduard Richter (1847-1905).
  • Klausenkavalier, auch Humboldtterrasse: eine erhöhte Geschützplattform über dem Klausentor, im Dreißigjährigen Krieg unter Paris Lodron aus dem Fels geschlagen. Blick auf die Salzach mit Müllner Steg, Marco-Feingold-Steg und Staatsbrücke.
  • Terrasse des Museums der Moderne: Blick auf die Kirchtürme der Altstadt vor Kapuzinerberg und Festungsberg. Feststehende Fernrohre erlauben Details.
  • Nordostturm der Bürgerwehr (Bürgerwehrsöller): von hier ist das Treiben in der Getreidegasse besonders gut zu beobachten.
  • Franz Josef und Elisabeth Höhe: die höchste Erhebung des Berges. Der Gedenkstein an das Kaiserpaar ist verschollen, die gute Aussicht auf die Festung blieb.
  • Karolinenhöhe: die zweithöchste Erhebung, benannt nach Caroline Augusta, der Witwe Kaiser Franz I., die in Salzburg als Mäzenin geschätzt war. Das Kruzifix schuf der Salzburger Bildhauer Johann Piger.

Die einst berühmte König-Ludwig-Fernsicht direkt über dem Bürgermeisterloch - benannt nach dem abgedankten bayerischen König Ludwig I., der über zehn Jahre Schlossherr von Leopoldskron war - ist heute zugewachsen. Ein Ausblick auf Schloss Leopoldskron und das Leopoldskroner Moos ergibt sich nur mehr beschränkt im Winter.

Das Museum der Moderne

An der Bergstation steht das Museum der Moderne, Mönchsberg 32. Das zweite Haus, das Rupertinum, liegt unten in der Altstadt in der Wiener-Philharmoniker-Gasse 9; ein Ticket gilt für beide. Geöffnet ist täglich außer Montag von 10 bis 18 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr - an Ostern, Pfingsten und während der Sommerfestspiele auch montags.

Der reguläre Eintritt ohne Aufzug kostet 15 Euro, ermäßigt 12 Euro, für junge Erwachsene unter 27 Jahren 10 Euro; Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren zahlen nichts. Die Preise stehen in der Besuchsübersicht des Museums. Direkt daneben liegt das Restaurant m32.

Der älteste Wasserstollen Mitteleuropas

Durch den Berg führt ein Bauwerk, das älter ist als fast alles andere auf dem Mönchsberg: der Stiftsarmstollen des Almkanals. Zwischen 1137 und 1143 hieben ihn das Kloster St. Peter und das Salzburger Domkapitel gemeinsam durch das Konglomeratgestein, genau an der Grenze zum Festungsberg, um die Stadt mit fließendem Wasser zu versorgen. Er gilt als ältester Wasserstollen Mitteleuropas.

Besichtigen lässt er sich nur einmal im Jahr, während der Abkehr der Alm im September, wenn der Kanal für die Wartung trockengelegt wird. 1338 leiteten die Bürger mit Genehmigung von Erzbischof Friedrich III. von Leibnitz zusätzlich Wasser vom Müllner Arm durch einen weiteren Stollen ab - den Städtischen Arm, der zum Bürgerspital und in den Norden der Altstadt führt.

Die Wasserversorgung prägt den Berg bis heute. 1874/75 entstand oben der erste Wasserspeicher der Stadt mit 1.080 Kubikmetern, gespeist aus der Fürstenquelle am Fuß des Untersbergs. Darin ist heute ein Wassermuseum eingerichtet, geöffnet freitags, samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr. Versorgt wird die Stadt inzwischen aus einem Großspeicher mit 25.000 Kubikmetern im Mönchsberg und einem gleich großen im Kapuzinerberg.

Das Sigmundstor: ältester Straßentunnel Österreichs

Am Fuß des Berges führt ein Stollen quer hindurch, den viele für selbstverständlich halten: das Sigmundstor, im Volksmund Neutor. Unter Fürsterzbischof Sigismund Graf Schrattenbach wurde es von 1764 bis 1766 durch den Berg getrieben, um die Altstadt mit dem Grünraum der Riedenburg zu verbinden, der als Stadterweiterung vorgesehen war. Es ist der älteste Straßentunnel Österreichs.

Praktisches für den Besuch

Die Talstation liegt in der Gstättengasse 13. Koffer und Gepäck werden kostenlos befördert, Fahrräder bei freiem Platz ebenfalls. Hunde fahren gratis mit, brauchen aber Leine und Maulkorb oder ein geeignetes Transportbehältnis.

Wer mit dem Auto kommt: Die Altstadtgaragen liegen im Mönchsberg selbst; die Möglichkeiten samt Kosten stehen im Überblick zum Parken in Salzburg.

Stand August 2026. Preise und Betriebszeiten nach Angaben der Salzburg AG, historische Angaben nach der Darstellung der Stadt Salzburg. Die Gratisaktion für unter 20-Jährige läuft mit 31. Dezember 2026 aus.

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