Traditionsgasthäuser in Salzburg: Bräustüberl, Stiftskeller, Wirtshäuser
Sechs Wirtshäuser in Salzburg, deren Gründungsjahre von 803 bis heute reichen - vom ältesten Restaurant Europas über drei Braugasthöfe bis zum größten Bierlokal Österreichs. Mit Adressen, Öffnungszeiten und Ruhetagen, Stand August 2026.
Von 803 bis heute
Salzburg hat eine Wirtshausdichte, in der Jahreszahlen zum Argument werden. Das St. Peter Stiftskulinarium führt sich als ältestes Restaurant Europas und rechnet ab 803. Drei weitere Häuser in dieser Liste sind zwischen 1542 und 1621 erstmals belegt. Und der Braugasthof, in dem seit über 400 Jahren Bier aus Holzfässern in Steinkrüge läuft, ist heute das größte Bierlokal Österreichs.
Praktisch relevant sind zwei Dinge. Erstens öffnen die Bierhäuser spät: Das Augustiner Bräustübl sperrt werktags erst um 15:00 auf, das St. Peter um 12:30 - ein Mittagessen um zwölf geht in keinem der beiden. Zweitens haben die kleineren Häuser zwei Ruhetage, und zwar beide am Wochenrand: Krimpelstätter und Fuxn sind sonntags und montags zu. Wer am Sonntag traditionell essen will, hat drei Adressen.
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Das älteste Haus
5020 Salzburg
Das Stiftskulinarium liegt im Bezirk des Stifts St. Peter am Fuß des Mönchsbergs und bezeichnet sich selbst als ältestes Restaurant Europas, in Betrieb seit 803. Die Küche ist österreichisch-mediterran ausgerichtet und arbeitet auf Fine-Dining-Niveau; das Restaurant im Haus heißt PETER. Geführt wird der Betrieb von Veronika Kirchmair und Claus Haslauer, die ihn nach eigener Angabe seit über drei Jahrzehnten prägen. Geöffnet ist täglich von 12:30 bis 23:00 - kein Ruhetag, aber eben auch kein früher Mittagstisch. Neben dem regulären Betrieb ist das Haus Veranstaltungsort für private und geschäftliche Anlässe, Hochzeitslocation und Caterer; die bekannteste Sonderveranstaltung ist das Mozart-Dinner. Reservierung läuft online, telefonisch oder per Mail und ist hier keine Empfehlung, sondern Voraussetzung.
Die Braugasthöfe
5020 Salzburg
Das Sternbräu in der Griesgasse ist 1542 erstmals als Brauerei mit Gasthaus dokumentiert und heute der größte Wirtshauskomplex der Altstadt: zwei Säle, fünf Stuben und drei Gastgärten. Das Haus beschreibt sich als Gesamtkunstwerk aus zeitgenössischer Architektur und über hundert Jahre alten Bauteilen - man sitzt also je nach Raum in völlig unterschiedlichen Jahrhunderten. In der Küche steht Michael Pratter, in Salzburg als Schrannenkoch bekannt; Betreiber ist Harald Kratzer. Die Hausspezialität ist das Sternbier, ein dottergelbes, naturtrübes Bier, das ausschließlich für das Haus gebraut und nach 65 Jahren Pause wieder aufgelegt wurde. Wegen der drei Gastgärten ist das Sternbräu eine der wenigen Altstadtadressen, in der man auch als größere Gruppe im Sommer im Freien unterkommt.
5020 Salzburg
Der Krimpelstätter in Mülln besteht seit 1548 und hat seine Architektur aus dem 16. Jahrhundert behalten - dicke Mauern, Steinboden, historische Stuben. Dazu kommt ein Biergarten mit Kastanienbäumen. Geführt wird das Haus seit 2005 von der Familie Bachmann. Gekocht wird alpenländische Salzburger Hausmannskost mit regionalen Zutaten; auf der Karte stehen Pinzgauer Kasnocken, hausgemachte Spinatknödel und Bauernbratl. Das Bier ist Müllnerbier aus dem benachbarten Augustinerbräu, das dort seit 1621 gebraut wird. Geöffnet ist Dienstag bis Samstag von 11:00 bis 23:00, die Küche nimmt Bestellungen bis 20:30 an und schließt um 21:00. Montag, Sonntag und an Feiertagen ist zu. Eine Hausregel, die man vorher kennen sollte: Junggesellenabschiede und Verlobungsfeiern sind nicht erlaubt.
5020 Salzburg
Das Bräustübl im Kloster Mülln ist die schiere Größe unter Salzburgs Wirtshäusern: über 5.000 Quadratmeter nutzbare Innenfläche plus 1.400 Plätze im Biergarten - nach eigener Angabe das größte Bierlokal Österreichs. Gebraut wird hier seit 1621, als Augustiner-Eremiten die Brauerei gründeten. Das Bier kommt aus Holzfässern in Steinkrügen, gebraut werden ein Märzen und wechselnde Spezialitäten. Das Essen läuft nicht über eine Karte, sondern über den Schmankerlgang: Marktstände, an denen man sich von vegetarisch bis traditionell selbst zusammenstellt. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 15:00 bis 23:00, an Samstag, Sonntag und Feiertagen ab 14:30. Geschlossen ist am 24., 25. und 31. Dezember sowie am 1. Jänner. Das Haus bietet Brauereiführungen und Catering an; das Augustinus-Fest fällt 2026 auf den 26. bis 28. August.
Altstadt und Stadtrand
5020 Salzburg
Der Zirkelwirt liegt in der Pfeifergasse am Papagenoplatz und ist 1595 erstmals dokumentiert, in Betrieb nach eigener Angabe seit über 400 Jahren. Der Name steckt über der Eingangstür: ein geschmiedeter Zirkel, ein Symbol der Freimaurerei. Auf der Karte stehen österreichische Regionalklassiker - Kalbsschnitzel, hausgemachte Kasnudeln, Salzburger Bratwurst - dazu heimisches Bier und österreichische Weine. Der Biergarten fasst über 100 Gäste. Geöffnet ist täglich von 11:30 bis 23:00, die Küche bis 22:00. Zur Lage gehört ein historisches Detail: Paracelsus wohnte 1524 bis 1525 in der Pfeifergasse 11, also nebenan; vor dem Haus steht die Papageno-Figur zu Mozarts Oper.
5020 Salzburg
Parken: Sterneckstraße 33
Das Fuxn an der Vogelweiderstraße ist das jüngste Haus in dieser Liste und der Gegenentwurf zum historischen Gewölbe: ein Wirtshaus, das sich selbst als „Wild. Leidenschaftlich. Individuell." beschreibt und nach eigener Formulierung kein Lokal sein will, sondern eine Lebenseinstellung. Praktisch überzeugt es mit der klarsten Preisangabe hier: die Mittagskarte zu 11,00 Euro pro Gericht. Dazu gibt es eine Speisekarte, eine Saisonkarte, eine Nachmittagskarte und eine eigene Veranstaltungskarte ab 15 Personen. Am Zapfhahn hängt neben Craft-Bieren ein eigenes Hausbier, das Fuxn Sommerbier mit 4,4 Prozent. Geöffnet ist Dienstag bis Samstag von 10:00 bis 24:00, warme Küche von 11:30 bis 21:30. Sonntag, Montag und an Feiertagen ist geschlossen. Für Firmenfeiern und Geburtstage gibt es Innen- und Gartenflächen; einen eigenen Parkplatz nennt das Haus in der Sterneckstraße 33 - in Schallmoos ein echtes Argument.
Wann welches Haus offen hat
Der Sonntag trennt diese Liste. Offen sind St. Peter (ab 12:30), Zirkelwirt (ab 11:30), Sternbräu und das Augustiner Bräustübl (ab 14:30). Geschlossen haben Krimpelstätter und Fuxn - beide auch am Montag und an Feiertagen.
Für ein Mittagessen um zwölf kommen nur Zirkelwirt, Sternbräu, Krimpelstätter und Fuxn in Frage. St. Peter beginnt um 12:30, das Bräustübl werktags erst um 15:00 - das ist die wichtigste Einschränkung überhaupt, weil viele Gäste das Bräustübl für ein Mittagsziel halten.
Am spätesten Küche gibt es im Fuxn bis 21:30, im Zirkelwirt bis 22:00. Der Krimpelstätter schließt die Küche schon um 20:30 - wer dort um acht kommt, sollte gleich bestellen.
Bier, Küche und die Gastgärten
Drei der sechs Häuser sind Braugasthöfe im engeren Sinn. Das Augustiner Bräustübl braut selbst, seit 1621, und schenkt aus Holzfässern in Steinkrüge. Der Krimpelstätter nebenan bezieht sein Müllnerbier von genau dieser Brauerei. Das Sternbräu lässt sein Sternbier exklusiv für sich brauen. Dazu kommt das Fuxn mit einem eigenen Hausbier, das aber nicht auf eine Klostertradition zurückgeht.
Bei den Gastgärten führt das Bräustübl mit 1.400 Plätzen uneinholbar. Danach folgen der Zirkelwirt mit über 100 Plätzen und das Sternbräu mit drei getrennten Gärten. Der Krimpelstätter hat den atmosphärischsten: Kastanienbäume, dazu der Steinboden im Haus.
Bei der Küche gehen die Häuser auseinander. St. Peter kocht österreichisch-mediterran auf Fine-Dining-Niveau, Krimpelstätter und Zirkelwirt liefern Regionalklassiker wie Kasnocken, Bauernbratl und Kalbsschnitzel, und das Bräustübl arbeitet gar nicht mit Karte, sondern mit Marktständen im Schmankerlgang. Wer Hausmannskost erwartet und im St. Peter landet, ist im falschen Haus - und umgekehrt.
Alle Angaben Stand August 2026. Öffnungszeiten, Ruhetage und Preise ändern sich - für kurzfristige Besuche empfiehlt sich ein Anruf.