SALZBURG JOURNAL

Laufen in Salzburg: Strecken an Salzach, Mönchsberg und Hellbrunner Allee

Von der schattigen Flachstrecke bis zum Berglauf mit 672 Höhenmetern liegt in Salzburg alles innerhalb von zehn Kilometern Radius. Mit Längen, Höhenmetern, Untergrund und dem Hinweis, warum im Winter die Trinkbrunnen fehlen.

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Laufen in Salzburg: Strecken an Salzach, Mönchsberg und Hellbrunner Allee

Vier Untergründe innerhalb von zehn Kilometern

Salzburg ist zum Laufen ungewöhnlich gut geschnitten, weil die vier Geländearten, für die andere Städte weite Anfahrten brauchen, hier dicht beieinanderliegen. Es gibt eine ebene Schotterallee ohne einzige Kreuzung, Uferwege an der Salzach mit langen Abschnitten ohne Ampel, zwei Stadtberge mit Anstiegen zwischen 60 und 210 Höhenmetern und mit dem Gaisberg einen Berglauf mit 672 Höhenmetern, dessen Fuß mit dem Bus erreichbar ist.

Wer eine Strecke sucht, sollte deshalb nicht nach Kilometern fragen, sondern nach Profil und Untergrund - der Unterschied zwischen einer flachen Alleerunde und derselben Distanz über den Kapuzinerberg ist größer als jeder Zeitunterschied.

Kennen Sie eine Laufstrecke in Salzburg, die hier fehlt? Schreiben Sie uns eine Mail an redaktion@salzburgjournal.at.

Die Hellbrunner Allee: 2,5 Kilometer ohne Unterbrechung

Die Hellbrunner Allee ist die schnellste Strecke der Stadt und die einzige, auf der Sie über Kilometer nichts tun müssen als geradeaus laufen. Sie führt vom Schloss Freisaal 2,5 Kilometer schnurgerade bis Hellbrunn - hin und zurück also exakt fünf Kilometer, ohne Ampel, ohne Abzweigung, ohne Steigung. Der alte Baumbestand macht sie zur besten Sommerstrecke: Sie liegt fast durchgehend im Schatten, was an einem Julinachmittag mehr wert ist als jeder Belag.

Genau diese Eigenschaften machen die Allee auch international bekannt - der Salzburg Marathon führt seine Läuferinnen und Läufer über sie, und die Kombination aus flach und schattig ist der Grund dafür. Für die eigene Runde lässt sie sich beliebig verlängern: über den Freisaalweg und den Unipark zurück Richtung Nonntal ergibt sich eine Zwölf-Kilometer-Schleife ab der Altstadt.

Ein Punkt, der die Allee von einer normalen Laufstrecke unterscheidet: Sie ist samt Fürstenweg mit 9,9 Hektar als Geschützter Landschaftsteil ausgewiesen und steht seit 1933 unter Schutz. Was das für den Baumbestand und die Wege bedeutet, steht bei den Parks in Salzburg.

Die Salzach: die Runde, die sich beliebig teilen lässt

Die Uferwege der Salzach sind die Grundstruktur des Laufens in Salzburg, weil sie auf beiden Seiten durchgehend verlaufen und über die Stege beliebig zu Runden verbunden werden können. Praktisch heißt das: Sie legen die Länge nicht vor dem Start fest, sondern an der nächsten Brücke.

Eine erprobte Variante läuft flussabwärts bis zum Müllnersteg, weiter zu den Salzachseen und über Mülln zurück - rund elf Kilometer, wenn man den Anstieg auf den Mönchsberg mitnimmt. Wer nur flach laufen will, bleibt am Ufer und dreht an einem der Stege um. Der Belag ist asphaltiert oder wassergebunden, die Steigung vernachlässigbar; der Hauptvorteil ist, dass man auf langen Abschnitten keine Straße queren muss.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens teilen sich Laufende die Wege mit dem Radverkehr, und der Salzachradweg ist eine der meistbefahrenen Achsen der Stadt - in der Früh und am Abend ist das spürbar. Zweitens sind die Uferwege im Winter nicht durchgehend geräumt; die verlässlichere Alternative bei Schnee sind die Hauptrouten, die auch der Radwinterdienst bedient.

Mönchsberg: 60 Höhenmeter, die länger dauern als sie klingen

Der Mönchsberg ist der kürzeste Anstieg der Stadt und trotzdem kein Aufwärmen. Die Bergstation des Aufzugs liegt auf 485 Metern Seehöhe, der Lift überwindet 60 Höhenmeter - wer läuft, nimmt stattdessen Stiegen und steile Rampen, etwa die Stufen beim Toscaninihof. Oben ist der Berg dann überraschend flach: Die Wege über das Plateau sind befestigt, die Höhenunterschiede gering, und man läuft mehrere Kilometer weit über der Altstadt, ohne noch einmal ernsthaft steigen zu müssen.

Als Runde funktioniert der Berg am besten in Kombination mit dem Ufer: von der Altstadt hinauf, über das Plateau Richtung Mülln, dort hinunter und an der Salzach zurück. Wer nur den Belag wechseln will, nimmt für den Aufstieg den Aufzug - die Preise stehen beim Mönchsbergaufzug - und läuft nur oben. Für Intervalle sind die Rampen brauchbar, für Tempoläufe nicht: Zu viele Fußgänger, zu viele Kanten.

Kapuzinerberg: 210 Höhenmeter am Stück

Der Kapuzinerberg ist der härteste Anstieg im Stadtgebiet, den man in einer Mittagspause schafft. Er erhebt sich 210 Meter über die Stadt, die Stadt gibt seine Seehöhe mit 420 bis 640 Metern an - der Aufstieg vom rechten Salzachufer bis zum Franziskischlössl ist also ein durchgehender Anstieg ohne flaches Zwischenstück.

Für Laufende sind die Wege unterschiedlich brauchbar. Der breite Fahrweg vom Kloster zum Franziskischlössl ist die einzige Variante, die man durchlaufen kann. Die seitlichen Stufenwege nahe der Felskante und die historische Imbergstiege von der Steingasse sind Treppen und damit eher Krafttraining als Lauf. Wer den Berg als Bergintervall nutzt, läuft den Fahrweg hinauf und die Treppen kontrolliert hinunter - umgekehrt ist das Verletzungsrisiko höher. Die Wege im Detail stehen beim Kapuzinerberg.

Gaisberg: 672 Höhenmeter auf 8,65 Kilometern

Der Gaisberg ist mit 1.287 Metern die höchste Erhebung im Stadtgebiet und die einzige echte Berglaufstrecke Salzburgs. Die Gaisbergstraße von Parsch zur Spitze ist präzise vermessen, weil sie seit fast hundert Jahren als Rennstrecke dient: 8.652 Meter bei 672 Höhenmetern, das ergibt eine mittlere Steigung von knapp 8 Prozent. Als Laufstrecke heißt das: gleichmäßig, ohne Gegenanstiege, ohne technische Passagen - und mit Autoverkehr, denn die Straße ist an Schönwettertagen stark befahren.

Die verkehrsarme Alternative ist der Gaisberg-Rundwanderweg auf etwa 1.000 Metern Höhe: 5,5 Kilometer, weitgehend eben, in beide Richtungen laufbar. Wer nicht hinauflaufen will, fährt mit der Buslinie 151 bis zur Zistelalm und läuft nur oben; alle Details dazu stehen beim Gaisberg. Die Kombination aus Auffahrt mit dem Bus und Abstieg zu Fuß ist die schonendste Variante für die Knie und spart trotzdem keinen einzigen Höhenmeter beim Blick auf die Uhr.

Wasser unterwegs, und warum es im Winter fehlt

Die Stadt betreut 57 Brunnen mit Trinkwasser, dazu kommen eigene Trinkwasserstellen in Parks und auf Spielplätzen - unter anderem im Dr.-Hans-Lechner-Park, im Lehener Park und im Volksgarten. Für lange Sommerläufe lässt sich damit fast jede Runde ohne Flasche planen.

Im Winter gilt das nicht. Anfang November wird knapp die Hälfte der städtischen Brunnen eingehaust und erst vor Ostern wieder freigegeben, zum Schutz vor Frost. 15 Trinkwasserstellen sind ohnehin reine Sommerstellen. Ganzjährig zugänglich bleibt unter anderem der Florianibrunnen am Alten Markt, der dafür eine durchsichtige Schutzpyramide bekommen hat. Wer also im Jänner eine Zwei-Stunden-Runde plant, nimmt Wasser mit - und rechnet nicht damit, dass unterwegs etwas läuft. Die Standorte führt die Stadt in ihrer Übersicht zu Brunnen und Trinkwasserstellen.

Die Laufveranstaltungen des Jahres

Drei Termine strukturieren das Laufjahr in und um Salzburg, und sie unterscheiden sich stärker, als es die gemeinsame Sportart vermuten lässt.

VeranstaltungTerminDistanzenStart und Ziel
PUMA Salzburg Marathon16. bis 23. Mai 2027, Hauptbewerbe am 23.42,195 km, 21,0975 km, 10 km, 5,5 km, StaffelStart Staatsbrücke, Ziel Max-Reinhardt-Platz
Salomon GaisbergtrailSonntag, 25. Oktober 202624,6 km mit 1.280 HöhenmeternSchloss Hellbrunn
mozart 100 by UTMBSamstag, 23. Mai 2026119, 72, 44, 28 und 12 kmFuschl am See

Der Salzburg Marathon ist der Straßenbewerb: flach, durch die Altstadt und über die Hellbrunner Allee, mit Halbmarathon, 10-Kilometer-CityRun, Staffelmarathon, einem Frauenlauf über 5,5 Kilometer, einem Juniorbewerb und einem Inklusionslauf. Die Anmeldung für die Hauptbewerbe 2027 öffnet laut Veranstalter im August; die Übersicht steht beim Salzburg Marathon.

Der Gaisbergtrail ist das Gegenteil davon: 24,6 Kilometer mit 1.280 Höhenmetern, mit einem Anstieg von 815 Metern zur Gaisbergspitze und dem Kapuzinerberg im Programm. 2026 läuft er erstmals gegen den Uhrzeigersinn, weil Start und Ziel nach Schloss Hellbrunn verlegt wurden. Die Zeitlimits sind eng gesetzt - Gaisbergspitze bei Kilometer 12,5 um 13:00 Uhr, Aigen bei Kilometer 18 um 14:00 Uhr, Ziel um 14:45 Uhr. Die Startgebühr steigt gestaffelt von 55 Euro bei früher Anmeldung auf 90 Euro unmittelbar vor dem Start. Der kürzere Gaisbergrace endet nach 8,5 Kilometern auf der Gaisbergspitze. Beide Bewerbe laufen über das Salzburg Trailrunning Festival.

Der mozart 100 by UTMB ist 2026 kein Stadtlauf mehr: Die Veranstaltung ist aus dem Zentrum ins Salzkammergut übersiedelt, Dreh- und Angelpunkt ist nun Fuschl am See. Sechs Bewerbe stehen im Programm, der längste über 119 Kilometer mit rund 5.700 Höhenmetern, Start um 5:00 Uhr früh. Wer die Strecken vorher kennenlernen will, findet die Wege rund um die Seen bei Wandern im Salzburger Land.

Alle Angaben Stand August 2026. Termine, Startgebühren und Streckenführungen ändern sich jährlich - vor der Anmeldung die Ausschreibung des jeweiligen Veranstalters prüfen.

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