Jazz & The City in Salzburg
73 Termine an 21 Orten in fünf Tagen, vom Kirchenschiff bis zur Hotelbar, und für fast alles brauchen Sie weder Karte noch Reservierung. Der Preis dafür ist die Planung - vier Konzerte beginnen zur selben Minute.
Fünf Tage, 73 Termine, keine Karten
Jazz & The City läuft 2026 von Donnerstag, 15., bis Sonntag, 18. Oktober, mit einem Pre-Opening am Mittwoch, 14. Oktober. Die Veranstalterin, die Altstadt Salzburg Marketing GmbH, führt das Festival mittlerweile unter dem Namen Jazz&TheCitysounds und stellt es 2026 unter das Motto true moments. Der wichtigste Satz steht auf der Festivalseite ganz oben: Eintritt frei, keine Karten nötig.
Das gilt für den weit überwiegenden Teil des Programms, hat aber praktische Folgen, die man kennen sollte. Ohne Karten gibt es keine reservierten Plätze und keine Garantie, hineinzukommen: In der Kollegienkirche oder im Solitär des Mozarteums entscheidet, wer früher da ist. Und weil parallel gespielt wird, ist die Terminplanung die eigentliche Arbeit des Festivalbesuchs.
| Tag | Datum | Veröffentlichte Termine |
|---|---|---|
| Mittwoch (Pre-Opening) | 14. Oktober | 8 |
| Donnerstag | 15. Oktober | 6 |
| Freitag | 16. Oktober | 21 |
| Samstag | 17. Oktober | 28 |
| Sonntag | 18. Oktober | 10 |
Der Verlauf ist damit klar: Das Festival startet mit zwei ruhigen Abenden, verdichtet sich am Freitag und Samstag auf ein Programm, das keine Einzelperson vollständig sehen kann, und klingt am Sonntag mittags aus. Wer nur einen Tag Zeit hat, nimmt den Samstag; wer Konzerte in Ruhe hören will, den Donnerstag.
Wo gespielt wird
Das Prinzip des Festivals ist, dass es keine eigene Halle hat. Gespielt wird in Räumen, die sonst etwas anderes sind: in einer Barockkirche, in einem Museum, in Hotels, Bars und einem Bierkeller, dazu auf Plätzen unter freiem Himmel. Die Spielorte für 2026 verteilen sich sehr ungleich - fünf Orte tragen mehr als die Hälfte des Programms.
| Ort | Adresse | Termine 2026 |
|---|---|---|
| Kollegienkirche | Universitätsplatz 1 | 10 |
| SZENE | Anton-Neumayr-Platz 2 | 9 |
| DomQuartier | Residenzplatz 1 | 8 |
| Residenzplatz (Freiluftbühne) | Residenzplatz 4 | 7 |
| artHotel Blaue Gans | Getreidegasse 41-43 | 6 |
| Jazzit:Musik:Club | Elisabethstraße 11 | 4 |
| Stieglkeller | Festungsgasse 10 | 4 |
| Spielzeug Museum | Bürgerspitalgasse 2 | 4 |
| Universität Mozarteum, Solitär | Mirabellplatz 1 | 3 |
| Gehmacher CAFÉ | Judengasse 7 | 3 |
| Makartplatz (Freiluft) | Makartplatz | 3 |
| Kajetanerplatz (Freiluft) | Kajetanerplatz | 2 |
| Kapitelschwemme (Freiluft) | Kapitelplatz | 2 |
| Bankhammer Metzgersteig, Schnaitl Pub, Amadeus Salzach-Insel-Bar, StageBar, Hotel Bristol, Bricks Music Bar, arte Hotel | je eine Adresse in Altstadt oder Neustadt | je 1 |
Drei Orte liegen außerhalb der linksufrigen Altstadt und brauchen einen eigenen Weg: Das Jazzit in der Elisabethstraße liegt in der Elisabeth-Vorstadt nahe dem Hauptbahnhof, der Solitär des Mozarteums am Mirabellplatz und das Hotel Bristol am Makartplatz sind rechtsufrig, das arte Hotel liegt in der Rainerstraße. Wer an einem Abend zwischen Kollegienkirche und Jazzit wechseln will, sollte rund 20 Gehminuten einplanen - oder einen Obus.
Am Samstag beginnen vier Konzerte gleichzeitig
Wie eng das Programm getaktet ist, zeigt der Samstagabend im veröffentlichten Programm: Um 20:00 Uhr beginnen Lukas Lauermann im artHotel Blaue Gans und Vogel-Lettner im Jazzit, um 20:15 Uhr Andreas Tentschert mit Prepared Piano FX im DomQuartier, um 20:30 Uhr Pixvae auf dem Residenzplatz und Double D im Stieglkeller. Ähnlich am Freitag, wo sich um 20:30 Uhr Yemen Blues auf dem Residenzplatz und Ian Fisher in der Kollegienkirche überschneiden.
Daraus folgt eine simple Planungsregel: Nicht nach Namen planen, sondern nach Wegen. Residenzplatz, DomQuartier, Kollegienkirche und Kapitelschwemme liegen alle im Umkreis weniger Gehminuten - zwischen diesen vier Orten lassen sich an einem Abend drei oder vier Konzerte verbinden. Getreidegasse, Judengasse und Alter Markt bilden den zweiten Cluster. Die Veranstalterin bietet dafür eine Event-App an, in der sich ein eigener Timetable zusammenstellen lässt und die 15 Minuten vor Beginn erinnert.
Die späten Termine gehören der SZENE: Dort laufen am Donnerstag und am Samstag DJ-Sets von 22:30 bis 00:30 Uhr. Im artHotel Blaue Gans spielt an beiden Abenden das House of Impro von 22:00 bis Mitternacht. Was das Festival grundsätzlich ausmacht und wo in Salzburg sonst improvisiert wird, steht bei der Musikszene in Salzburg und bei der Live-Musik in Salzburg.
Was trotzdem etwas kostet
Der freie Eintritt bezieht sich auf die Konzerte, nicht auf alles, was rundherum angeboten wird. Der deutlichste Fall 2026 ist der Jazz-Brunch am Sonntag, 18. Oktober, um 11:30 Uhr im arte Hotel: Dazu spielt die Wiener Band Blue Moss, das Brunchbuffet kostet 35 Euro pro Person, und reserviert wird direkt beim Haus unter gastro@arte-salzburg.at. Wer nur die Musik will, ist an diesem Vormittag anderswo besser aufgehoben.
Die zweite Kostenstelle ist banal, summiert sich aber: In Bars, Hotels und im Stieglkeller sitzt man als Gast, nicht als Publikum. Ein Konzert im Gehmacher CAFÉ oder in der StageBar ist gratis, das Getränk nicht. Auf den Freiluftbühnen am Residenzplatz, Makartplatz, Kajetanerplatz und an der Kapitelschwemme entfällt auch das - dort ist der Abend tatsächlich kostenlos.
Die Formate neben den Konzerten
Ein knappes Drittel des Programms sind keine klassischen Konzerte. Vier Formate lohnen die Aufmerksamkeit besonders, weil sie tagsüber laufen und deshalb nicht mit dem Abendprogramm kollidieren:
- Hidden Track - unangekündigte Kurzauftritte im Freien, 2026 am Makartplatz (Freitag 15:00 Uhr, Sonntag 11:00 Uhr) und an der Kapitelschwemme (Freitag 17:00 Uhr, Samstag 15:00 Uhr). Wer dort steht, weiß vorher nicht, wer spielt.
- Kreativwerkstatt im Spielzeug Museum - täglich von Mittwoch bis Samstag jeweils 15:30 bis 16:30 Uhr, mit wechselndem Thema: Rasseln, Spin-Drums, Mini-Instrumente. Das ist der Programmteil für Kinder.
- Bewegte Stadt - offene Tanzworkshops am Residenzplatz, am Sonntag um 12:30 Uhr Hip-Hop für Kids und Teens, um 13:45 Uhr Salsa, Bachata und Reggaeton für alle.
- Walk of Modern Art - eine Führung mit Andreas Gfrerer am Samstag um 16:00 Uhr, Ausgangspunkt artHotel Blaue Gans.
Dazu kommen die Formatnamen, unter denen das Festival sein Programm ordnet und nach denen sich auch filtern lässt: The Art of Solo, The Soul of Jazz, City Stories, Paint the Jazz, Techno-Jazz und Crossover, Avantgarde Jazz, DJ Line, Jazz-Frühschoppen. Am Samstag um 11:00 Uhr eröffnet die Mozarteum Marching Band den Tag am Makartplatz.
Der Sonntag endet um halb vier
Anders als bei den meisten Festivals ist der letzte Tag kein Abend, sondern ein Vormittag. Der Sonntag beginnt um 11:00 Uhr mit einem Hidden Track am Makartplatz und um 11:30 Uhr parallel mit Romed Hopfgartners Jazz-Pop-Werkstatt im Stieglkeller und dem Jazz-Brunch im arte Hotel. Es folgen HALS in der Kollegienkirche (12:00 Uhr), Adi Jüstel mit dem Original Salzburg Swing Orchestra im Stieglkeller und Terrea im DomQuartier (beide 13:00 Uhr), Heinali und Andriana mit Yaroslava Saienko aus der Ukraine in der Kollegienkirche (13:30 Uhr). Den Schlusspunkt setzen Ernst Molden und die Wiener Concertschrammeln um 14:30 Uhr im DomQuartier. Wer den Sonntag im DomQuartier verbringt, hat um halb vier alles gesehen.
Anreise: die Altstadt ist gesperrt
Alle zentralen Spielorte liegen in der Fußgängerzone oder direkt daran. Mit dem Auto ist während des Festivals wenig zu gewinnen: Seit 1. Juli 2026 ist die Salzburger Altstadt nur mehr in Ausnahmefällen befahrbar, die Wege zwischen den Bühnen sind ohnehin kürzer zu Fuß. Wer aus dem Umland kommt, nutzt Obus und S-Bahn - die Einzelfahrt in der Kernzone kostet 2,50 Euro, die 24-Stunden-Karte 5,20 Euro, nachzulesen bei den Öffis in Salzburg. Für die DJ-Sets bis halb eins ist der Nachtverkehr entscheidend; die Anschlüsse und Park-and-Ride-Anlagen stehen bei der Anreise nach Salzburg.
Ein Detail für den Freitag- und Samstagabend: Die SZENE am Anton-Neumayr-Platz liegt am westlichen Rand der Altstadt, rund zehn Gehminuten vom Residenzplatz. Wer dort das Spätprogramm sehen will, plant den Weg vor dem letzten Konzert im Kernbereich ein, nicht danach. Was die SZENE Salzburg sonst spielt, ist ein anderes Kapitel.
Woher das Festival kommt
Jazz & The City wurde im Jahr 2000 gegründet und wird seither von der Altstadt Salzburg Marketing GmbH veranstaltet; die Veranstalterin selbst spricht von mehr als 25 Jahren. Prägend war Gerhard Eder, der die künstlerische Leitung 2008 übernahm und dem Festival seinen heutigen Namen gab. Nach seinem Tod folgte 2016 die Hamburger Kuratorin Tina Heine, die das Konzept des freien Eintritts in kleinen Räumen ausbaute und in ihrem eigenen Portfolio die Größenordnung mit 70 Konzerten an 30 Orten beschreibt. Mit der Ausgabe 2023 übernahm Anastasia Wolkenstein, eine Konzertagentin aus Regensburg, wie das Fachmagazin Jazz thing damals meldete.
Dass ein Festival mit dieser Dichte ohne Kartenverkauf auskommt, hat einen Grund: Es wird öffentlich mitfinanziert. Im Programmheft 2026 stehen Grußworte von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler und Bürgermeister Bernhard Auinger - beides Hinweise darauf, dass Land und Stadt zu den Geldgebern zählen. Für Besucherinnen und Besucher heißt das schlicht: Das Ticket ist bereits bezahlt, man muss nur rechtzeitig im Raum stehen.
Alle Angaben Stand August 2026 und bezogen auf die Ausgabe von 15. bis 18. Oktober 2026 samt Pre-Opening am 14. Oktober. Termine, Uhrzeiten und Spielorte stammen aus dem zu diesem Zeitpunkt veröffentlichten Programm mit 73 Einträgen; erfahrungsgemäß kommen bis zum Festivalbeginn weitere Termine dazu.