Live-Musik in Salzburg: Bühnen, Bars und Jazzkeller
Drei Bars mit eigener Bühne, drei offene Sessions von Montag bis Donnerstag und zwei Festivals im Freien - wo in Salzburg außerhalb der großen Kulturhäuser gespielt wird. Stand August 2026.
Drei Bühnen, drei Sessions, zwei Festivals
Die großen Namen der Salzburger Konzertlandschaft haben eigene Häuser und eigene Porträts: das Rockhouse mit zwei Bühnen, die ARGEkultur mit zwei Sälen, die Szene Salzburg und das Jazzit als feste Jazzadresse seit Februar 2002. Wer dort spielt, hat einen Vertrag und einen Termin.
Daneben gibt es die andere Hälfte der Szene: Bars mit einer Bühne im Eck, an denen ein Konzert 60 statt 600 Leute fasst, und offene Sessions, zu denen man mit dem eigenen Instrument kommt und einfach mitspielt. Diese zweite Hälfte ist schlechter dokumentiert, dafür planbarer als jedes Konzertprogramm - die Sessions finden an einem festen Wochentag statt, jede Woche.
Du kennst eine Bühne oder eine Session in Salzburg, die hier fehlt? Schreib uns eine Mail an redaktion@salzburgjournal.at.
Bars mit eigener Bühne
5020 Salzburg
Die Bricks Music Bar in der Lederergasse besteht nach eigener Angabe seit 2003 und ist die einzige Adresse der Stadt, die sich ausdrücklich als Musikbar mit rockigem Sound versteht. Neben Livemusik gibt es Billard, Darts und Tischfußball - eine Kombination, die den Abend auch trägt, wenn gerade niemand spielt. Zum wiederkehrenden Programm gehören eigene Formate wie das Rocktoberfest und die Reihe Taste of waste. Betreiberin ist die Bricks OG. Öffnungszeiten nennt das Haus auf der eigenen Seite nicht; Reservierungen laufen über WhatsApp, aktuelle Termine über die Kanäle des Betriebs. Die Lederergasse liegt auf der rechten Salzachseite hinter der Linzergasse, wenige Schritte vom Whiskey Museum.
5020 Salzburg
Die ZAZIbar in der Glockengasse ist die Nachfolgerin des PlanB, das jahrelang als Musikcafé in der Schallmooser Hauptstraße lief und übersiedelt ist. Das Haus bezeichnet sich schlicht als Bar mit Livemusik und bietet neben Konzerten auch DJ-Abende. Die Größenordnung ist klein und wird offen genannt: bis zu 60 Personen im Innenraum, bis zu 100 mit dem Garten. Geöffnet ist Montag bis Donnerstag von 17:00 bis 24:00 und Freitag von 17:00 bis 2:00; am Samstag gibt es keinen offenen Betrieb - der Tag ist privaten Buchungen vorbehalten, bei denen sich Livemusik oder ein DJ dazubuchen lässt. Wer also am Samstagabend spontan Musik sucht, ist hier falsch, wer eine Feier mit Band plant, richtig.
5020 Salzburg
Das Denkmal in der Nonntaler Hauptstraße liegt am Übergang von der Altstadt ins Nonntal und veranstaltet mehrere Termine pro Woche. Der bekannteste ist die Jam-Session am Montag, die ausdrücklich für alle offen ist - man kommt mit Instrument und spielt mit. Damit deckt das Haus den Wochentag ab, an dem in Salzburg sonst am wenigsten läuft. Eine eigene Website betreibt das Denkmal derzeit nicht; Adresse und Programm sind über Veranstaltungsverzeichnisse dokumentiert und ohne Gewähr, aktuelle Termine laufen über die Kanäle des Hauses. Vor dem Weg dorthin lohnt der Blick, ob die Session in der jeweiligen Woche stattfindet.
Der Session-Kalender
Vier offene Termine ergeben eine Woche, in der man in Salzburg an vier Abenden selbst spielen kann, ohne gebucht zu sein.
Montag gehört der Jam-Session im Denkmal. Dienstag laufen gleich zwei Termine parallel: die Jazzit:Sessions auf der kleinen Bühne der Jazzit:Bar in der Elisabethstraße 11 - die Bar öffnet um 18:00, der Eintritt ist frei, und die Bühne versteht das Haus ausdrücklich als Experimentierraum - sowie die Session im O'Malley's am Rudolfskai, zu der Gäste eigene Instrumente mitbringen und mit ortsansässigen Musikern spielen. Jeden zweiten Donnerstag gibt es Live-Jazz in der StageBar in der Chiemseegasse, die sonst vor allem für Karaoke bekannt ist und daneben regelmäßig Jam-Sessions ansetzt.
Der Unterschied zwischen den Formaten ist beträchtlich. Die Jazzit-Session ist die musikalisch anspruchsvollste - hier spielen unter anderem Studierende des Mozarteums. Die Session im O'Malley's ist die zwangloseste, das Denkmal liegt dazwischen. Wer zum ersten Mal mitspielen will, geht am besten zuerst als Zuhörer hin.
Wo sonst noch gespielt wird
Mehrere Häuser, die in anderen Rubriken stehen, haben regelmäßig Livemusik im Programm. Das Shamrock am Rudolfskai nennt Livemusik als eine von vier Programmschienen, die Academy Bar im Andräviertel veranstaltet Konzerte, Ausstellungen und Lesungen, und das MARK in Itzling stellt seine Säle Kollektiven zur Verfügung, die anderswo keinen Platz finden. Die Häuser stehen bei den Pubs, den Lounge-Bars und den Clubs.
In den Hotelbars läuft Musik in einem anderen Register: In der Sketch Bar im Hotel Bristol spielt freitags und samstags von 19:00 bis 23:00 ein Pianist, mittwochs gibt es zwischen 17:00 und 20:00 Livemusik zusammen mit einem Getränkerabatt von 50 Prozent. Das ist kein Konzert, sondern Begleitung - aber es ist der einzige feste Livemusik-Termin der Stadt, der schon am frühen Abend beginnt.
Die beiden Festivals im Freien
Zweimal im Jahr verlässt die Livemusik in Salzburg die Lokale. Live in Salzburg bespielt im Sommer den Volksgarten, die Konzerttage liegen 2026 zwischen dem 27. und 30. August; Veranstalterin ist die Stadt Salzburg, das Programm umfasst neben Musik auch Tanz, Filmvorführungen und Workshops. Zur Reihe gehört auch das Freiluftkino, das beim Open-Air-Kino beschrieben ist.
Der Umfang ist größer, als der Name vermuten lässt. Getragen vom Jugendbüro der Stadt läuft das Programm von Juli bis August und umfasst neben den vier Konzerttagen im Volksgarten sechs DJ-Termine und Pop-up-Sessions, fünf Aktionstage, 30 bis 35 Workshoptage mit Sport, Tanz, Musik und Kreativangeboten sowie sechs Sommerkino-Abende an zwei Orten. Alles ist gratis und barrierefrei. Für Musikerinnen und Musiker aus der Stadt gibt es einen eigenen Zugang: einen Band- und DJ-Contest, dessen Anmeldung Anfang Juni startet und bei dem ein öffentliches Voting bis Mitte Juli entscheidet, wer auf den Festivalbühnen spielt. Wer in Salzburg einen ersten größeren Auftritt sucht, hat hier den niederschwelligsten Weg dorthin.
Jazz & The City läuft 2026 vom 15. bis 18. Oktober unter dem Motto „True Moments" und verteilt sich über große und kleine Spielorte in der Altstadt; der Eintritt ist frei. Veranstalterin ist die Altstadt Salzburg - das Festival hat keine eigene Domain, was bei einem Festival dieser Größe ungewöhnlich ist. Das Festival besteht seit über 25 Jahren und arbeitet mit Jazz, Global Groove und elektronischer Musik; das erste angekündigte Lineup für 2026 umfasst mindestens 17 Künstlerinnen, Künstler und Bands, darunter Yemen Blues, Bab L'Bluz, Andy Sheppard und Noura Mint Seymali. Gespielt wird nicht auf einer Festivalwiese, sondern quer durch die Altstadt - unter anderem im DomQuartier, im Marionettentheater und am Residenzplatz. Ein Pre-Opening am 14. Oktober in ausgewählten Altstadtlokalen geht dem Festival voraus. Die Einordnung in die Salzburger Musiklandschaft steht bei der Musikszene.
Wenn du selbst spielen willst
Salzburg hat für die Stufe zwischen Wohnzimmer und Bühne mehr Infrastruktur, als von außen sichtbar ist. Das MARK in Itzling stellt Proberäume, Veranstaltungssäle, Studios und ein Tonstudio zur Verfügung und arbeitet mit Mitgliedern und Ehrenamtlichen; Projekte lassen sich dort selbst entwickeln statt nur buchen. Das Rockhouse betreibt neben seinen zwei Bühnen ebenfalls Proberäume und ein Förderprogramm für Nachwuchs, die ARGEkultur hat Proberäume im Haus.
Der niederschwelligste Einstieg bleibt trotzdem die offene Session. Sie kostet nichts, verlangt keine Bewerbung und findet an vier Abenden pro Woche statt - im Denkmal am Montag, im Jazzit und im O'Malley's am Dienstag, in der StageBar an jedem zweiten Donnerstag. Die zweite Möglichkeit ist der Band- und DJ-Contest von Live in Salzburg mit Anmeldung Anfang Juni.
Und dann gibt es den Weg, den viele in Salzburg gehen, ohne ihn so zu nennen: die kleinen Bühnen mit 60 Plätzen. In der ZAZIbar lässt sich Livemusik zu einer privaten Veranstaltung dazubuchen, in der Bricks Music Bar laufen eigene Formate wie das Rocktoberfest, und die Academy Bar setzt Konzerte zwischen Lesungen und Ausstellungen. Wer dort spielen will, fragt direkt beim Haus an - eine zentrale Anlaufstelle für Bookings gibt es in der Stadt nicht.
Praktisches
Für einen Abend mit Konzert gelten drei Salzburger Besonderheiten. Erstens die Sperrstunde: Die meisten Betriebsarten müssen um 2:00 schließen, nur Barbetriebe und Diskotheken dürfen bis 4:00 - ein Konzert in einer kleinen Bar endet deshalb früher, als man denkt. Zweitens das Alkoholverbot im öffentlichen Raum am Rudolfskai und in der Gstättengasse in den Nächten auf Samstag und Sonntag, das den Weg zwischen zwei Lokalen betrifft und nicht die Lokale selbst. Drittens die Autosperre in der Altstadt seit 1. Juli 2026: Für die Chiemseegasse und die Lederergasse zählen Garage und Obus, nicht der Parkplatz.
Alle Angaben Stand August 2026. Termine, Sessions und Öffnungszeiten ändern sich kurzfristig - vor dem Besuch die Kanäle des Hauses prüfen.