Die schönsten Gastgärten in Salzburg
Sechs Gärten in Salzburg - von den drei Terrassen über der Altstadt bis zum Kastanienhain mit 1.400 Plätzen und einem Pop-Up, das es nur im Sommer gibt. Mit Saison, Öffnungszeiten und Plätzen, Stand August 2026.
Sechs Gärten, drei sehr verschiedene Lagen
Das Kriterium für diesen Text ist der Außenbereich, nicht die Küche. Entscheidend ist, ob ein Garten Schatten hat, wie groß er ist, wie lange die Saison dauert und ab wann er wetterabhängig wird. Salzburg hat davon drei Sorten: die Terrassen am Hang unter der Festung, die Kastanienhaine der Braugasthöfe und die Gärten in den Wohnvierteln, die niemand von außen sieht.
Wichtiger als jede Empfehlung sind die Zeiten, und die stehen nicht in der Getränkekarte, sondern in einer städtischen Regelung. Für Gastgärten auf öffentlichem Grund nennt die Stadt Salzburg als Betriebszeit 1. März bis 31. Oktober, täglich von 8:00 bis 24:00 - im reinen Wohngebiet nur bis 23:00. Wer im Winter draußen bewirten will, braucht eine gesonderte Bewilligung. Gastgärten auf Privatgrund dürfen von 9:00 bis 22:00 betrieben werden. Das erklärt, warum ein Garten im November plötzlich zu ist, obwohl das Lokal offen hat, und warum manche Gärten früher schließen als das Haus dahinter.
Du kennst einen Gastgarten in Salzburg, der hier fehlt? Schreib uns eine Mail an redaktion@salzburgjournal.at.
Über den Dächern
5020 Salzburg
Der Garten des Stiegl-Kellers liegt am Hang unter der Festung und ist der einzige der Stadt, der sich über drei Terrassenebenen zieht - eine Bauweise, die für einen Biergarten untypisch ist und praktisch bedeutet: Wer Ruhe will, geht eine Ebene höher, wer Betrieb will, bleibt unten. Der Blick geht über die Dächer der Altstadt bis zum Dom. Die Geschichte des Gartens beginnt 1820, als der Brauereibesitzer Josef Schreiner den Garten über den Kellergewölben für den Sommerausschank nutzte; daraus wurde der heutige Betrieb. Geöffnet ist Montag bis Freitag ab 11:30, Samstag, Sonntag und an Feiertagen ab 11:00, jeweils bis 22:00. Der Garten läuft saisonal und ist wetterabhängig. Betrieben wird das Haus seit 2012 von der Familie Gassner, zu deren Betrieben auch Die Weisse und das Schlossrestaurant Hellbrunn gehören. Für die Anfahrt gilt: Die Festungsgasse liegt in der seit 1. Juli 2026 für Autos gesperrten Altstadt.
Unter Kastanien
5020 Salzburg
Der Garten am Fuß des Mönchsbergs ist der größte der Stadt: 1.400 Plätze unter alten Kastanienbäumen, auf Kies, mit Steinkrügen statt Gläsern. Er ist damit auch der einzige, in dem eine Gruppe ohne Reservierung realistisch einen Tisch findet. Wichtig ist die kurze Saison: Der Biergarten läuft nach eigener Angabe von April bis September, und nur in diesem Zeitraum arbeitet auch der Müllner Grill im Garten mit Grillhendl, Fisch, geräuchertem Fisch und Spareribs. Außerhalb der Saison bleibt nur der Innenbereich. Weil der Kies schnell auskühlt und die Kastanien bei Regen wenig helfen, ist das hier der wetterabhängigste Garten der Stadt - im Zweifel schaut man vorher auf die Wolken. Das Wirtshaus dahinter samt Schmankerlgang, Öffnungszeiten und Geschichte seit 1621 steht bei den Traditionsgasthäusern.
5020 Salzburg
Das Braurestaurant Imlauer liegt an der Rainerstraße zwischen Hauptbahnhof und Mirabellgarten und hat den praktischsten Garten der Stadt: Kastanienbäume, zentrale Lage, und geöffnet ist täglich von 11:00 bis 23:00 - ohne Ruhetag, das ganze Jahr. Die warme Küche läuft von 11:30 bis 21:00, Nachspeisen gibt es bis 21:30. Ausgeschenkt werden Stiegl-Biere, darunter das Paracelsus Zwickl und das Goldbräu. Wer drinnen bleiben will, hat mit Bürgerstube, Hopfenstube, Brau- und Gartenstube sowie der Pilskanzlei mehrere Räume zur Wahl - eine Absicherung, die anderen Gärten fehlt, wenn das Wetter kippt. Das Haus führt das Österreichische Umweltzeichen. Für Gäste aus dem Zug ist es der Garten mit dem kürzesten Fußweg vom Bahnhof.
In den Vierteln
5020 Salzburg
Der Urbankeller liegt am Fuß des Kapuzinerbergs und hat mit rund 140 Plätzen den zweitgrößten Gastgarten dieser Aufstellung - deutlich mehr, als man dem Haus von der Straße aus ansieht. Der Betrieb war nach eigener Angabe das erste bio-zertifizierte Wirtshaus Salzburgs und arbeitet mit regionalen Biobetrieben. Geöffnet ist Montag bis Samstag von 11:30 bis 14:00 und von 17:30 bis 23:00, Sonntag durchgehend ab 9:30; Dienstag ist Ruhetag, Veranstaltungen gibt es auf Anfrage trotzdem. Die warme Küche läuft durchgehend bis 22:00. Ungewöhnlich ist die zweite Nutzung des Hauses: Im Gebäude spielt seit über vierzig Jahren das kleine theater, dessen Programm bei den Kabarettbühnen steht. Wer vor der Vorstellung im Garten sitzt, hat den kürzesten Weg zum Saal.
5020 Salzburg
Der Steinlechner in der Aignerstraße ist der Garten für alle, die nicht in die Innenstadt wollen: Aigen liegt im Südosten, das Haus hat einen eigenen Parkplatz, und die Kennzeichenerfassung dort lässt sich am Eingang deaktivieren - ab 18:00 steht man in der Umgebung ohnehin gratis. Die Öffnungszeiten sind die ungewöhnlichsten dieser Auswahl: Montag nur 10:00 bis 15:30, Dienstag bis Donnerstag 10:00 bis 24:00, Freitag bis 2:00, Samstag erst ab 16:00 und ebenfalls bis 2:00. Sonntag ist geschlossen. Die warme Küche läuft durchgehend bis 21:30 - damit ist der Steinlechner der einzige Garten hier, in dem man freitags und samstags bis zwei Uhr früh draußen sitzen kann, sofern der Garten offen hat. Reserviert wird online oder telefonisch.
Nur im Sommer
5020 Salzburg
Der Waagplatz mitten in der Altstadt ist im Sommer die Adresse mit der kürzesten Laufzeit: Der Bärenwirt betreibt dort ein Pop-Up für die warme Saison, geöffnet Dienstag bis Samstag. Ausgeschenkt werden Puntigamer und Augustiner vom Fass, dazu die Klassiker des Stammhauses - vor allem das Backhendl - und eine große Weinkarte. Betrieben wird beides von Andreas Felleis und Patrick Knittelfelder, die in der Sigmund-Haffner-Gasse auch Die geheime Specerey führen. Das Stammhaus liegt in Mülln, Müllner Hauptstraße 8, ist täglich von 11:00 bis 23:00 offen und hat eine eigene Terrasse; die Küche arbeitet dort von 11:30 bis 14:00 und von 17:30 bis 21:30, dazwischen gibt es eine Nachmittagskarte. Wer am Waagplatz keinen Platz bekommt, hat also zwanzig Gehminuten weiter eine zweite Chance.
Saison, Wetter und Sperrstunde
Die Gartensaison ist kürzer als die Wirtshaus-Saison, und sie endet nicht überall gleich. Auf öffentlichem Grund ist am 31. Oktober Schluss, danach braucht der Betrieb eine eigene Bewilligung. Der Augustiner-Biergarten hört mit dem September noch früher auf. Am längsten planbar sind die Gärten auf Privatgrund und die Terrassen, die zum Haus gehören - Imlauer etwa hat den Innenbereich als Rückfalloption, wenn es zu kühl wird.
Bei den Uhrzeiten lohnt der Blick auf die Rechtslage. Ein Gastgarten auf öffentlichem Grund darf bis 24:00 betrieben werden, im reinen Wohngebiet nur bis 23:00, auf Privatgrund bis 22:00. Das erklärt die Unterschiede in dieser Auswahl: Der Stiegl-Keller macht um 22:00 zu, Imlauer um 23:00, während der Steinlechner freitags und samstags bis 2:00 offen hat - das gilt aber für das Haus, nicht automatisch für den Garten. Wer nach Mitternacht draußen sitzen will, sollte sich darauf nicht verlassen.
Warum manche Wirtshäuser gar keinen Garten haben, liegt am Verfahren dahinter. Für eine Fläche auf öffentlichem Grund braucht ein Betrieb bis zu drei Genehmigungen: eine gewerbebehördliche Bewilligung über das Baurechtsamt, eine Verordnung nach § 82 der Straßenverkehrsordnung und die zivilrechtliche Zustimmung der Stadt als Grundeigentümerin. In bestimmten Fällen genügt eine Anzeige beim Baurechtsamt. Dazu kommt eine Gebrauchsgebühr nach der Gebrauchsgebührenordnung, die mit 1. Jänner 2026 in Kraft getreten ist. Die Stadt empfiehlt außerdem, Gastgärten barrierefrei zu gestalten - in der Praxis ist das der Unterschied zwischen Kies und befestigtem Boden, und damit auch der Grund, warum der Weg zum Tisch im Augustiner-Garten mit Rollstuhl oder Kinderwagen mühsamer ist als am Waagplatz.
Schatten ist das zweite Kriterium. Kastanien haben Augustiner und Imlauer, der Stiegl-Keller arbeitet mit Terrassen und Sonnenschirmen, der Urbankeller mit Innenhoflage. Bei 30 Grad im Juli ist das der Unterschied zwischen zwei Stunden und zwanzig Minuten.
Plätze, Reservierung und Gruppen
Die Größenordnungen liegen weit auseinander. 1.400 Plätze hat der Augustiner-Biergarten, rund 140 der Urbankeller, der Stiegl-Keller kommt mit seinen Terrassen auf mehrere Hundert. Für spontane Gruppen ist damit praktisch nur der Augustiner geeignet - dort gibt es ohnehin keine Reservierung für den Garten.
Reserviert wird bei Stiegl-Keller, Imlauer, Urbankeller und Steinlechner online oder telefonisch, und das ist an schönen Abenden auch nötig. Der Urbankeller nimmt Veranstaltungen zwischen 10 und 500 Personen an, der Stiegl-Keller bis zu 1.000 - beide sind damit auch für Feiern die Adresse, an der ein Garten Teil des Programms sein kann.
Zwei Abgrenzungen zum Schluss: Wer einen Grillplatz statt eines Gastgartens sucht, findet die städtischen Flächen und ihre Regeln bei den Grillplätzen. Und wer statt Kastanien eine Aussicht will, ist bei den Rooftop-Bars besser aufgehoben.
Alle Angaben Stand August 2026. Öffnungszeiten, Saisonzeiten und Ruhetage ändern sich - für kurzfristige Besuche empfiehlt sich ein Anruf.